Wirtschaftliches Umfeld

Im Folgenden werden Ergänzungen und neue Entwicklungen zu der im zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016 dargestellten Situation des wirtschaftlichen Umfelds ausgeführt. Hierbei wird auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den ersten neun Monaten 2017, den Ausblick, die zurzeit wesentlichen gesamtwirtschaftlichen Risiken, den Telekommunikationsmarkt sowie auf das regulatorische Umfeld eingegangen. Der gesamtwirtschaftliche Ausblick erfolgt unter dem Vorbehalt, dass keine wesentlichen unerwarteten Ereignisse im Prognosezeitraum eintreffen.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Die Weltkonjunktur hat sich in den ersten neun Monaten 2017 weiter belebt. Der Internationale Währungsfond (IMF) geht in seiner aktualisierten Prognose vom Oktober 2017 davon aus, dass das Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 um 3,6 % wachsen wird gegenüber 3,2 % in 2016. Auch die Wachstumsraten der Volkswirtschaften unserer Geschäftsfelder sind weiterhin positiv. Die Volkswirtschaften profitierten unverändert von einem stabilen Binnenkonsum und steigendem Export. Auch Griechenlands Volkswirtschaft konnte drei Quartale in Folge positive Wachstumsraten verzeichnen.

Ausblick

Für die Volkswirtschaften unserer Kernmärkte gehen wir unter den aktuellen Marktbedingungen weiterhin von einer stabilen konjunkturellen Entwicklung aus.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Das Wachstum der Weltwirtschaft und die politische Entwicklung der letzten Monate haben die Eintrittswahrscheinlichkeit von Rezessionstendenzen v. a. in Europa reduziert. Dennoch können politische Risiken in unseren Märkten nicht ausgeschlossen werden. Eine Zunahme protektionistischer Maßnahmen stellt derzeit das Hauptrisiko für den Welthandel dar. Darüber hinaus können geopolitische Krisen die Volkswirtschaften unserer Länder negativ beeinflussen.

TELEKOMMUNIKATIONSMARKT

IT-Sicherheitsgesetz. Im Zuge der Implementierung der EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit wurde das IT-Sicherheitsgesetz um verschiedene Rechtsvorschriften ergänzt. Daher müssen nun auch Online-Marktplätze, Suchmaschinenbetreiber und Cloud-Dienstleister die Einhaltung von Mindestanforderungen für die Sicherheit ihrer Infrastrukturen gewährleisten und Zwischenfälle melden. Positiv hervorzuheben ist, dass der Gesetzgeber weitere Befugnisse für Telekommunikationsbetreiber aufgenommen hat, die die Erkennung und Behebung von Netzstörungen und Sicherheitsvorfällen ermöglichen. Auch hinsichtlich der notwendigen Einbeziehung aller an der Wertschöpfungskette beteiligten Akteure stellt diese Erweiterung eine signifikante Weiterentwicklung dar. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Bundesregierung einen weiteren Versuch unternehmen wird, noch bestehende Defizite des IT-Sicherheitsgesetzes bezüglich der fehlenden systematischen Berücksichtigung von Hard- und Software-Herstellern zu korrigieren.

EU-Fördergelder für Kroatien. Am 6. Juni 2017 hat die EU-Kommission die Freigabe von EU-Fördergeldern für Kroatien genehmigt. Die kroatische Regierung plant, mit diesen Geldern einen eigenen staatlichen Netzbetreiber zu fördern. Auch in Griechenland wird dieser Weg diskutiert. Diese Entwicklung verstärkt die Gefahr, dass es zu massiven Wettbewerbsverzerrungen kommen kann und weitere Länder diesem Beispiel folgen könnten.

REGULIERUNG

Konsultation der BNetzA zum FTTH/B-Ausbau. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hatte vom 14. März 2017 bis zum 26. April 2017 in einem öffentlichen Verfahren Vorschläge konsultiert, wie ein beschleunigter Ausbau von Glasfasernetzen (FTTH/B) mit Blick auf die Entgeltregulierung regulatorisch unterstützt werden kann. Alle Marktteilnehmer waren aufgefordert zu dem Konsultationspapier Stellung zu nehmen. Die 17 eingegangenen Stellungnahmen wurden am 17. Mai 2017 veröffentlicht. Die BNetzA verweist bei der Veröffentlichung auf die erst noch bevorstehende Auswertung der zum Teil recht umfangreichen Stellungnahmen und zieht zunächst keine öffentlichen Schlussfolgerungen.

Weiterer Vectoring-Ausbau beschlossen. Die BNetzA hat im Rahmen eines Standardangebotsverfahrens die konkreten Konditionen für Vectoring im Nahbereich überprüft. Am 9. August 2017 hat die BNetzA die Entscheidung in ihrem Amtsblatt veröffentlicht. Damit sind nun auch die Fristen für die drei vorgesehenen Ausbautranchen im Nahbereich festgelegt. Parallel lief seit Ende März 2017 ein Entgeltgenehmigungsverfahren bei der BNetzA, in dem die Entgelte für das TAL-Ersatzprodukt im Nahbereich festgelegt wurden. Auch in diesem Verfahren wurde von der BNetzA zeitgleich eine Entscheidung veröffentlicht. Damit hat BNetzA endgültig grünes Licht für unseren Vectoring Ausbau im Nahbereich gegeben. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Erläuterungen im Kapitel „Wirtschaftliches Umfeld“, Geschäftsbericht 2016.

Regulierung von Terminierungsentgelten. Nach Abschluss eines von der EU-Kommission mittels Serious Doubts Letters eingeleiteten Phase-II-Verfahrens hat die BNetzA die finale Entgeltgenehmigung am 21. Juli 2017 erlassen. Die nun final bis 31. Dezember 2018 genehmigten Entgelte entsprechen unverändert den bereits seit 1. Januar 2017 vorläufig genehmigten Entgelten. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Erläuterungen im Kapitel „Wirtschaftliches Umfeld“, Geschäftsbericht 2016.

International Roaming. Die neue EU-Regulierung zur Abschaffung von Roaming-Aufschlägen (sog. „Roam like at Home“) innerhalb der EU sowie Island, Liechtenstein und Norwegen zum 15. Juni 2017 ist im zweiten Quartal 2017 in Kraft getreten. Am 17. Mai 2017 hatten der Europäische Rat und das Europäische Parlament ergänzend veränderte Regelungen für Roaming-Vorleistungen verabschiedet. Dabei sind die regulierten Preisobergrenzen auf der Vorleistungsebene sehr deutlich abgesenkt worden. Die Deutsche Telekom hatte bereits zuvor kundenfreundliche „Roam like at Home“ Angebote auf Endkundenseite eingeführt.

Frequenzvergabe

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wesentlichen Frequenzvergaben wie Auktionen sowie Lizenzverlängerungen bei unseren internationalen Beteiligungen. Daneben gibt es in verschiedenen Ländern Hinweise auf in Kürze erwartete Frequenzvergaben.

Wesentliche Frequenzvergaben
  Vergabestart Vergabeende Frequenzbereiche (MHz) Vergabeverfahren Erworbene Frequenzen (MHz) Frequenzinvestition
Albanien Q1 2018 Q1 2018 800 Sealed Bid a oder Auktion noch offen noch offen
Deutschland Q2 2018 Q4 2018 2 000/
3 400–3 700
Auktion (SMRA b) erwartet noch offen noch offen
Griechenland Q4 2017 Q4 2017 c 1 800 Sealed Bid a 25 MHz 83,2 Mio. €
Mazedonien Q3 2017 Q4 2017 900/1 800/
3 400–3 800
Sealed Bid a oder Auktion noch offen noch offen
Niederlande Q1 2019 Q2 2019 700/1 500/2 100 Auktion, Details noch offen noch offen noch offen
Österreich Q3 2018 Q4 2018 3 400–3 800 Auktion (CCA d) (erwartet) noch offen noch offen
Polen Q2 2017 Q2 2017 3 700 Sealed Bid Keine Frequenzen erworben
Polen Q2 2018 Q3 2018 1 500 noch offen noch offen noch offen
Rumänien Q2 2018 Q4 2018 700/800/1 500/
2 600/3 500
Auktion, Details noch offen noch offen noch offen
Slowakei Q2 2017 Q2 2017 3 700 Auktion (SMRA b) 40 MHz für Bratislava 200 T€
Tschechische Republik Q2 2017 Q3 2017 3 700 Auktion (SMRA b) Keine Frequenzen erworben
Tschechische Republik Q3 2017 Q4 2017 900/1 800 Lizenzverlängerung (erwartet) noch offen noch offen
Ungarn Q3 2018 Q4 2018 700/1500/2 100/
2 300/2 600 und 26 000
Details noch offen noch offen noch offen
USA Q3 2016 Q2 2017 600 Incentive Auction e Regionale Lizenzen; zumeist 2x20 MHz 7,99 Mrd. US-$
 
a Abgabe eines einzelnen Gebots in verschlossenem Briefumschlag, z. T. sequenziell, in mehreren Vergaben.
b Simultane elektronische Mehrrundenauktion mit aufsteigenden, parallelen Geboten für alle Bereiche.
c Vergabeende 24. Oktober 2017.
d Combinatorial Clock Auction, dreistufige Mehrrundenauktion für Spektrum aus allen Frequenzbändern.
e Menge und Preise des zu handelnden Spektrums abhängig von der Abgabe des Spektrums durch Rundfunkanbieter.