Telekommunikations­markt

Weltweit wuchs der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) im Jahr 2016 um 2,1 % auf 3,1 Billionen €. Ursache für diesen Anstieg war die starke Nachfrage nach Telekommunikationsausrüstung und -diensten, insbesondere in Indien, China und den USA. Der Hightech-Verband Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) und die EITO (European Information Technology Observatory) erwarten für das Marktsegment Telekommunikation 2016 weltweit ein Plus von 1,5 % auf 1,8 Billionen € und für Informationstechnologie (IT) einen Zuwachs um 2,9 %. Der weltweite Markt für Telekommunikationsdienste ist um 1,7 % gestiegen. In der Europäischen Union haben sich im Berichtsjahr 2016 die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten stabilisiert und weisen erstmals nach acht rückläufigen Jahren ein leichtes Plus von 0,3 % aus. Der Verband der europäischen Telekommunikationsnetzbetreiber ETNO (European Telecommunications Network Operators Association) schätzt die Umsätze im Telekommunikationsmarkt der EU-Mitgliedsstaaten im Berichtsjahr auf 245 Mrd. €; dies entspricht einem leichten Plus von 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Berichtsjahr 2016 konnte der Zuwachs bei den Datenumsätzen die Rückgänge bei den traditionellen Sprach- und Nachrichtendiensten, die weiterhin durch einschneidende regulatorische Eingriffe wie etwa die Absenkung der Roaming- und Terminierungsentgelte sowie durch die Substitution durch sog. „OTT-Player“ (Over The Top) belastet sind, kompensieren.

Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verändert zum einen die bestehenden Marktstrukturen, zum anderen die Marktrealitäten vieler bislang rein analoger Branchen. Die Nutzung von Datendiensten wächst exponentiell. Außerdem steigt die Nachfrage nach mehr Geschwindigkeit – bei Down- und Upload, sowohl ortsgebunden als auch mobil. Neue Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), Industrie 4.0, Big Data oder Cloud Computing stellen hohe Anforderungen an die Netzinfrastruktur: Ubiquitäre Konnektivität sowie hohe Leistungsstandards und Sicherheit sind für viele Anwendungen erfolgskritisch. In einem Marktumfeld, in dem Netzinfrastruktur substanziell ausgebaut werden muss und sich ein breites Ökosystem rivalisierender Marktteilnehmer entwickelt hat, müssen Investitionsanreize geschaffen werden – zum Wohle der Verbraucher, der Industrie und einer digital souveränen Volkswirtschaft.

Der Konsolidierungsdruck in der europäischen Telekommunikationsbranche ist immer noch hoch. Ein Grund dafür sind sinkende Umsätze in vielen Märkten, die zurückzuführen sind auf regulatorische Eingriffe, steigenden Wettbewerb und den technologischen Wandel. Dazu kommen hohe Investitionen für den Netzausbau, für Innovationen und den Erwerb von Spektrumlizenzen. Die britische Wettbewerbsbehörde hat dem Erwerb von EE durch BT im Januar 2016 ohne Auflagen zugestimmt. Den Zusammenschluss von Liberty Global und BASE in Belgien hat dagegen die EU-Kommission nur unter strengen Auflagen genehmigt. Die Intervention der EU-Kommission hat die Konsolidierungsvorhaben in Dänemark (zwischen Telia und Telenor) und in Großbritannien (zwischen Three und O2) verhindert; in Italien hat die EU-Kommission die Etablierung eines vierten Mobilfunknetz-Betreibers gefordert und bescherte Iliad damit einen günstigen Markteintritt. Die EU-Kommission hat den Zusammenschluss von Vodafone und Liberty Global in den Niederlanden nur unter der Auflage genehmigt, dass Vodafone sein Festnetz-Geschäft an einen geeigneten Wettbewerber veräußert. Unser niederländisches Tochterunternehmen T-Mobile Netherlands hat sich in einem Bieterverfahren durchgesetzt.

Europäische Datenschutzgrundverordnung. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung kommt ab 25. Mai 2018 zur Anwendung. Das neue Datenschutzrecht schließt eine große Lücke in der Regulierung in Bezug auf Dienstleister außerhalb der EU: Es setzt grundsätzlich für sämtliche Marktteilnehmer, die in der EU agieren, die gleichen Regeln. Die Verordnung sichert ein hohes Datenschutzniveau in Europa und ermöglicht gleichzeitig neue digitale Geschäftsmodelle. Die Datenschutzgrundverordnung bedarf keiner Umsetzung in nationales Recht, sie gilt in den Mitgliedsstaaten unmittelbar. Entgegenstehendes oder redundantes deutsches Recht muss im Zuge eines sog. „Rechtsbereinigungsgesetzes“ aufgehoben werden.

EU-US Privacy Shield. Die EU-Kommission hat Anfang Februar 2016 den EU-US Privacy Shield vorgestellt. Dadurch soll, analog dem ehemaligen Safe-Harbor-Abkommen, die Übertragung und Verarbeitung personenbezogener Daten von EU-Bürgern in den USA ermöglicht werden. Der finale Entwurf des Privacy Shields wurde nach mehrheitlicher Zustimmung durch die Mitgliedsstaaten am 11. Juli 2016 durch die EU-Kommission verabschiedet. Er enthält sog. „Privacy Principles“: Sie legen im Vergleich zu Safe Harbor verbesserte Datenschutzanforderungen fest. Nach zwischenzeitlich geäußerter Kritik am ersten Entwurf des Privacy Shields versuchte die EU-Kommission mit einem überarbeiteten Entwurf insbesondere den zuletzt geäußerten Bedenken der sog. „Art.-29-Arbeitsgruppe“, die sich aus Vertretern der nationalen Datenschutzbehörden in Europa zusammensetzt, Rechnung zu tragen. Gerade im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit der weiterhin möglichen massenhaften Erfassung personenbezogener Daten durch nationale US-Behörden ist eine erneute Befassung des EuGHs mit dem Privacy Shield nicht auszuschließen.

IT-Sicherheitsgesetz. Im Rahmen des IT-Sicherheitsgesetzes (IT-SiG) wurde im ersten Quartal 2016 ein Entwurf der Rechtsverordnung (BSI-KritisV) erarbeitet, in dem u. a. auch bestimmte Kriterien festgelegt werden; anhand dieser Kriterien können die Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) aus den Sektoren Informationstechnik und Telekommunikation, Wasser, Energie und Ernährung erkennen, ob sie unter die Regelungen des IT-SiG fallen. Die Verordnung ist am 3. Mai 2016 in Kraft getreten. Folglich wurden für den Telekommunikationssektor die Vorschriften des Telekommunikationsgesetzes verschärft, sodass insbesondere in Bezug auf die Ausfallsicherheit der Netze und Dienste Vorkehrungen zu treffen sind. Diese wurden von uns schon vor der Gesetzesanpassung aus eigenem Interesse getroffen; die wesentlichen Pflichten zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit erfüllten wir also bereits.

Das Europäische Parlament hat am 6. Juli 2016 die EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit verabschiedet. Gemäß dieser Richtlinie – ergänzend zu den Bestimmungen des IT-SiG – müssen nun auch Online-Marktplätze, Suchmaschinenbetreiber und Cloud-Dienstleister die Einhaltung von Mindestanforderungen für die Sicherheit ihrer Infrastrukturen gewährleisten und Zwischenfälle melden. Für den deutschen Gesetzgeber kann es notwendig werden, das IT-SiG entsprechend anzupassen. Es bleibt abzuwarten, ob im Zuge einer solchen Änderung auch die bisherigen Mängel des IT-SiG bezüglich der Nichtberücksichtigung von Hard- und Software-Herstellern korrigiert werden.

Die Arbeiten an der neuen Zahlungsdiensterichtlinie 2 („Payment Service Directive 2“) sind auf EU-Ebene abgeschlossen. Die Richtlinie wird die Zahlungsdiensterichtlinie 1 aus dem Jahr 2007 ablösen und muss in den Mitgliedsstaaten bis Anfang 2018 umgesetzt werden. Das Bundesministerium für Finanzen hat im Dezember 2016 einen ersten Entwurf veröffentlicht. Solange keine Zahlungsdienstelizenz vorhanden ist, werden Fakturierungsmodelle für Voice- und Non-Voice-Dienste für die Abrechnung von Diensten Dritter über die Telefonrechnung betragsmäßig begrenzt – auf max. 300 € pro Monat und 50 € pro Transaktion. Je nach Umsetzung in nationales Recht wird dies Geschäftsmodelle zur Fakturierung von Diensten Dritter ggfs. stark einschränken und es werden Implementierungskosten zur Einhaltung der Wertgrenzen anfallen. Zudem entstehen zusätzliche Berichtspflichten an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Deutschland

Nach Angaben des Bitkom wuchs der Umsatz mit IT-Produkten und -Diensten, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik in Deutschland im Berichtsjahr um 1,7 % auf etwa 161 Mrd. €. Besonders positiv entwickelte sich dabei die Informationstechnologie mit einem starken Wachstum von 3,6 %. Der Telekommunikationsumsatz (TK-Dienste, -Geräte und -Infrastruktursysteme) fiel 2016 um 0,4 % auf ca. 67 Mrd. €. Die positive Entwicklung bei den Infrastruktursystemen konnte das schwächelnde Geschäft mit Endgeräten – u. a. gab es 2016 erstmals sinkende Umsätze mit Smartphones – sowie die weiterhin abnehmenden Umsätze mit Festnetz- und Mobilfunk-Diensten nicht kompensieren. Hauptgrund für das Minus bei den TK-Diensten waren Regulierungseffekte wie z. B. die Reduktion der EU-Roaming-Aufpreise oder Interconnection-Entgelte.

Der Breitband-Markt in Deutschland legte in 2016 um mehr als 4 % zu, und es gab zum Jahresende rund 32 Millionen Breitband-Anschlüsse. Von diesem Marktwachstum profitierten insbesondere Anbieter mit eigener Infrastruktur, aber auch Wiederverkäufer und regionale Anbieter ohne eigenes Netz. Sowohl im Kabel- als auch im VDSL-/Vectoring-Netz werden immer mehr Anschlüsse mit hohen Bandbreiten vermarktet. Dabei wird das Angebot ergänzt um innovative hybride Anschluss-Technologien. Die Verfügbarkeit von hohen Bandbreiten in Deutschland sowie das große Angebot an HD-Inhalten und Video-on-Demand-Diensten beleben das Kundenwachstum im IPTV-Geschäft. Integrierte Angebote aus Festnetz und Mobilfunk bieten den Kunden nicht nur viele Vorteile, sondern erhöhen auch die Kundenbindung. Der Trend zu integrierten Angeboten hielt auch 2016 an; immer mehr Anbieter nehmen diese in ihr Portfolio auf. Mit „MagentaEins“ hatten wir bereits im Herbst 2014 unser erstes integriertes Angebot gestartet, das wir nach und nach mit noch mehr Leistung ausstatten – sowohl im Bereich der klassischen Kommunikation als auch bei Zusatzdiensten wie Smart Home, Cloud-Diensten oder Security-Anwendungen. Vodafone zog 2015 mit „Red One“ nach; O2 folgte in 2016 mit „Blue One“.

Im deutschen Mobilfunk-Markt sanken die Service-Umsätze gegenüber 2015 geringfügig um etwa 0,5 % auf ca. 18,2 Mrd. €. Hauptgrund dafür ist neben den bereits genannten Regulierungseffekten der anhaltende Preisdruck. Die Nutzung von mobilen Daten wächst exponentiell, der Anteil von Sprach- und Datentarifen nimmt stetig zu. Klassische Sprach- und SMS-Dienste werden immer mehr durch kostenfreie IP-Messaging-Dienste wie WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook ersetzt; deren Nutzung setzt mobiles Internet und Daten-Flatrates voraus. Die wachsende Beliebtheit von vernetzten Produkten wie Smartphones und Tablets, aber auch Uhren, Schuhen, Fahrrädern etc. erhöht die Nachfrage nach hohen mobilen Breitband-Geschwindigkeiten und großem Datenvolumen in den Tarif-Portfolios.

Die Digitalisierung schreitet weiter voran. In der Folge verlangt auch die Industrie nach immer mehr Konnektivität, um Maschinen und Produktionsstätten zu vernetzen und Wertschöpfungsketten effizienter zu gestalten. Dazu braucht es umfassende IT- und Cloud-Lösungen sowie intelligente Ansätze für M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine). Wir gehen davon aus, dass allein der Bereich M2M 2016 um ca. 30 % gewachsen ist; dieses Wachstum wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Im Bereich IT erwarten wir ein Marktwachstum von ca. 5 %, im Wesentlichen getrieben durch die starke Entwicklung von Cloud Services von über 17 %. 8

USA

Den Mobilfunk-Markt in den USA teilen sich – neben diversen regionalen Netzbetreibern – weiterhin vier große nationale Anbieter: AT&T, Verizon Wireless, Sprint und T-Mobile US. Des Weiteren gibt es eine Reihe von virtuellen Mobilfunknetz-Betreibern, die sich auf die Netze von einem oder mehreren der vier nationalen Carrier stützen, um ihren Mobilfunk- und Datenverkehr zu übertragen. Die zwei größten nationalen Netzbetreiber sind AT&T und Verizon Wireless. Der Markt ist nach wie vor von großer Dynamik geprägt. Im Juni 2016 hat das niederländische Unternehmen Altice für 17,7 Mrd. US-$ die Gesellschaft Cabledivision Systems Corp. übernommen. Die Übernahme von Time Warner Cable durch Charter Communications für 55,1 Mrd. US-$ wurde im Mai 2016 vollzogen. AT&T hat Pläne zum Erwerb des Medienriesen Time Warner Inc. für 85,4 Mrd. US-$ bekannt gegeben. Auch Comcast, Charter und Altice haben ihr Interesse am Betreiben eigener virtueller Mobilfunknetze bekundet. Es ist davon auszugehen, dass sich bei zunehmender Integration von Mobilfunk und Festnetz die Konsolidierungs- und Konvergenztrends auf dem US-amerikanischen Telekommunikationsmarkt weiter fortsetzen.

Infolge der hohen Marktdurchdringung hat sich das Wachstum verlangsamt. Die Umsatzerlöse aus Sprachdiensten sind 2016 erneut leicht gesunken. Diesen Rückgang konnte jedoch der anhaltende Zuwachs beim Datenumsatz mehr als ausgleichen. Unverändert stark ist die mobile Datennutzung vor dem Hintergrund des rasanten Ausbaus der LTE-Netze und der großen Ausbreitung von Smartphones, die mittlerweile rund 80 % aller Endgeräte ausmachen. Der Datenumsatz wächst stetig Jahr für Jahr und geht einher mit einem intensiven Preiswettbewerb zwischen den Hauptakteuren auf dem Markt. Eine deutliche operative Trendwende hat T-Mobile US 2013 eingeleitet und zu einer Intensivierung des Wettbewerbs auf dem US-amerikanischen Mobilfunk-Markt beigetragen. Dies ist sowohl auf Netzoptimierungen als auch auf die erfolgreiche Umsetzung der „Uncarrier“-Initiativen zurückzuführen, die sich sehr positiv auf die Kundenzufriedenheit ausgewirkt haben.

Der harte Wettbewerb wird begleitet von regulatorischen Maßnahmen der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde FCC (Federal Communications Commission). Im Juni 2016 bestätigte das höchste Berufungsgericht der Vereinigten Staaten, der Circuit Court of Appeals des District of Columbia, die Verordnung zum offenen Internet (Open Internet Order) der FCC. Die Bestimmungen definieren einen Standard, der künftig für das Verhalten der betroffenen Unternehmen maßgeblich ist. Erstmals fallen auch Zusammenschaltungsvereinbarungen zwischen Internet Service Providern (ISP) und Dritten darunter. Die FCC behält sich das Recht auf Einzelfallprüfungen im Hinblick auf das Verhalten der betroffenen Unternehmen vor. Die Gegner der Verordnung haben vor Gericht eine erneute Anhörung beantragt.

Im Mai 2016 hat die Frequenzversteigerung im Rahmen der sog. Broadcast Incentive Auction begonnen, die 2017 fortgesetzt wird. Dabei sollen die TV-Anbieter ihr lizenziertes Frequenzspektrum freiwillig zurückgeben und erhalten im Gegenzug einen Anteil des Erlöses aus der Versteigerung des zurückgegebenen Spektrums an Mobilfunk-Anbieter.

Europa

2016 nahmen die Umsätze auf den traditionellen Kommunikationsmärkten in unserem operativen Segment Europa insgesamt leicht ab. Im Festnetz-Geschäft konnte das anhaltende Wachstum im Breitband- und TV-Geschäft das Minus in der Festnetz-Telefonie nur teilweise ausgleichen. Ebenfalls leicht rückläufig entwickelten sich die Mobilfunk-Märkte: Die Zuwachsraten bei der mobilen Datennutzung waren hoch, konnten jedoch die Rückgänge bei den traditionellen Sprach- und Kurznachrichtendiensten nicht kompensieren. Sonderabgaben auf Telekommunikationsleistungen, wie z. B. in Griechenland, sowie die Kosten für den Erwerb von neuem Spektrum, wie z. B. in Polen, belasteten nach wie vor die Telekommunikationsbranche in einigen unserer Länder.

Der Wettbewerbs- und Preisdruck hielt 2016 weiter an – trotz Unternehmenszusammenschlüssen und Kooperationen. Zurückzuführen ist dies v. a. auf den Trend zu konvergenten Bündelangeboten wie z. B. KPN Compleet in den Niederlanden und Kombinieren & Sparen in Österreich. Dazu kommen Markteintritte preisaggressiver Anbieter, wie z. B. Digi in Ungarn und SWAN in der Slowakei. Außerdem ersetzen Angebote von sog. „OTT-Playern“ (Over The Top), wie z.B. WhatsApp, zunehmend die traditionellen Sprach- und Kurznachrichtendienste. Unser Konvergenzprodukt „MagentaOne“ („CosmoteOne“ in Griechenland) haben wir in allen Ländern mit bereits integrierter Telekommunikationsinfrastruktur eingeführt. Die wachsende Bedeutung von FMC erhöht den Konsolidierungsdruck auf nicht-integrierte Anbieter, wie u. a. der Zusammenschluss von Vodafone und Ziggo in den Niederlanden zeigt. Wir entwickeln unsere auf Mobilfunk fokussierten Landesgesellschaften in Richtung Konvergenz weiter und streben integrierte Geschäftsmodelle an. Entsprechende Maßnahmen wurden aufgesetzt und befinden sich teilweise bereits in der Umsetzung, wie z. B. der Erwerb der Vodafone-Breitband-Sparte in den Niederlanden.

Die Festnetz-Betreiber in den Märkten unseres operativen Segments Europa setzen zunehmend auf die Umstellung von der klassischen Telefonie („PSTN“) auf Internet-Technologie („All IP“). Ende 2016 haben wir die Migration auf IP in der fünften Landesgesellschaft fast vollständig abgeschlossen. Der Trend zum Breitband-Ausbau im Mobilfunk und im Festnetz setzte sich ungebremst fort. Wir haben ihn mit beträchtlichen Investitionen in den Ausbau von LTE und Glasfaser in vielen Ländern vorangetrieben. Im August 2016 wurde in Ungarn die erste Produktionsstätte für unser paneuropäisches All-IP-Netz (Pan-Net) einsatzbereit: Nun beginnt die zentrale Produktion der ersten virtualisierten Dienste. Bei den TV-Diensten standen wir im Berichtsjahr in einem intensiven Wettbewerb; hier konnten wir erfolgreich bestehen – mit exklusiven Fernsehrechten, z. B. für Sportübertragungen, und weil wir unsere TV-Plattformen, z. B. in Griechenland, modernisierten. 9

Systemgeschäft

Das durch unser operatives Segment Systemgeschäft sowie die Marke „T-Systems“ adressierbare Volumen in der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT)-Branche in unserem Kernmarkt Westeuropa stieg im Berichtsjahr um 3,1 % bzw. von 182 Mrd. € im Vorjahr auf 188 Mrd. €. Diese Entwicklung stellt sich in den einzelnen Geschäftsfeldern jedoch sehr unterschiedlich dar.

Im Bereich der Telekommunikation (TK) prägten anhaltender Preisverfall bei den Telekommunikationsdienstleistungen und intensiver Wettbewerb das Marktumfeld, während die positive wirtschaftliche Erholung einen vergleichsweise geringen Einfluss hatte. Im Vordergrund stehen nach wie vor die Substitution von Teilen des Portfolios und die Nachfrage nach stabilen, intelligenten und sicheren Netzlösungen mit immer größeren Bandbreiten. Das Wachstum bei ICT-Sicherheit (Cyber Security), Internet der Dinge (IoT), Cloud Computing und Unified Communications führt langfristig zu einer Stabilisierung der Märkte unseres Segments. Die Substitutionseffekte zwischen Festnetz- und Mobilfunknetz-Kommunikation verstärken sich weiter. Die Migration auf sog. „All IP“-Lösungen, wie z. B. die Kombination von Internet Access, Voice over IP, IP-VPN, und Unified-Communications-Lösungen setzte sich in zunehmendem Maß fort.

Im Bereich der IT-Dienstleistungen hat die Nachfrage nach Cloud Services und Cyber Security Services sowie die Bedeutung der Digitalisierung, der intelligenten Netze, des Internets der Dinge (inkl. Industrie 4.0) und der Kommunikation zwischen Maschinen (M2M) weiter zugenommen. Die fortschreitende Digitalisierung und der Wandel hin zu Cloud-Lösungen führten auch zu einer Veränderung der Nachfrage im Systemintegrationsgeschäft. Das klassische Projektgeschäft – Anwendungsentwicklung und deren Integration – ging um 0,4 % zurück. Dagegen wuchs der Markt für Beratung und Integrationsleistungen, Infrastruktur und „Plattformen as a Service“-Modellen (PaaS) um 31 %.

Der Markt für das Outsourcing-Geschäft im Bereich Computing und Desktop Services (CDS) schrumpfte im Berichtsjahr um 1,1 % auf 57 Mrd. €. Dabei wirkten in erster Linie zwei gegenläufige Trends: Auf der einen Seite ging das Geschäft bei den langfristigen, eher klassischen Outsourcing-Verträgen um 5 % zurück, auf der anderen Seite legte der Markt für Cloud Computing um 14 % zu.

Der Wettbewerbs- und Preisdruck hält in allen Teilmärkten unseres operativen Segments Systemgeschäft an. Grund dafür sind zum einen Wettbewerber, wie z. B. BT, OBS und NTT im Telekommunikationsmarkt und IBM, HP und Capgemini im IT-Segment; zum anderen ist v. a. das IT-Segment durch Cloud-Anbieter wie z. B. Amazon Web Services, Google und Salesforce unter Preisdruck geraten. Dieser Effekt wird verstärkt durch die Anbieter von primär „offshore“ erbrachten Leistungen. Wir positionieren uns in diesem Umfeld als Digital Enabler („Ermöglicher“), als Cloud Transformer („Veränderer“) und als ICT Operator („Betreiber“) mit dem Fokus auf Qualität, Datensicherheit und einer Gesamtverantwortung für Transformation, Integration und den Betrieb von ICT-Leistungen (sog. „Ende-zu-Ende-Verantwortung“). Aber wir gehen auch verstärkt strategische Partnerschaften mit unseren Wettbewerbern ein, um innovative Lösungen für unsere Kunden anzubieten.