Risiken und Chancen

Im Folgenden stellen wir alle für den Konzern identifizierten wesentlichen Risiken und Chancen dar, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und/oder die Reputation der Deutschen Telekom und über die Ergebnisse der Tochtergesellschaften die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutschen Telekom AG beeinflussen könnten. Dabei beschreiben wir die Risiken überwiegend vor den ergriffenen Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Bruttobetrachtung). Sind Nettorisiken identifiziert, sind diese als solche gekennzeichnet. Lassen sich Risiken und Chancen eindeutig einem operativen Segment zuordnen, ist dies nachfolgend dargestellt.

Um die Verständlichkeit zu fördern und die Auswirkungen der Risiken besser zu erläutern, haben wir die einzelbewerteten Risiken den folgenden Kategorien zugeordnet:

Unternehmensrisiken        
  Eintrittswahr-scheinlichkeit Risikoausmaß Risiko-
bedeutung
Veränderung
gegenüber Vorjahr
Branche, wettbewerb und strategie        
Konjunkturelle Risiken Deutschland gering gering gering
Konjunkturelle Risiken USA gering mittel gering
Konjunkturelle Risiken Europa gering mittel gering
Risiken aus Markt und Umfeld Deutschland mittel gering gering
Risiken aus Markt und Umfeld USA gering hoch mittel
Risiken aus Markt und Umfeld Europa mittel mittel mittel
Risiken aus Innovationen (Substitution) mittel mittel mittel
Risiken aus strategischer Transformation und Integration mittel mittel mittel
Regulierung Siehe dazu Regulierung      
Operative Risiken        
Personal Deutschland und Systemgeschäft mittel gering gering
Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb Deutschland sehr gering hoch mittel
Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb USA sehr gering hoch mittel
Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb Europa sehr gering hoch gering
Risiken aus bestehender IT-Architektur USA mittel mittel mittel
Zukunftsfähigkeit der IT-Architektur USA mittel hoch mittel
Einkauf gering gering gering
Datenschutz und Datensicherheit hoch mittel mittel
Marke, kommunikation und reputation        
Marke und Reputation (mediale Berichterstattung) gering gering gering
Nachhaltigkeitsrisiken sehr gering gering gering
Gesundheit und Umwelt gering mittel gering
Rechts- und Kartellverfahren Siehe dazu  Rechtsverfahren     
Finanzwirtschaftliche risiken        
Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs- und Zinsrisiken gering gering gering
Steuerrisiken Siehe dazu Finanzwirtschaftliche Risiken      
Sonstige finanzwirtschaftliche Risiken Siehe dazu Sonstige finanzwirtschaftliche Risiken      
 
 verbessert  unverändert  verschlechtert

RISIKEN UND CHANCEN AUS BRANCHE, WETTBEWERB UND STRATEGIE

Risiken und Chancen aus dem konjunkturellen Umfeld

Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate haben gezeigt, dass die Unwägbarkeiten für die Entwicklung der Weltkonjunktur und für die der Länder, in denen wir tätig sind, zugenommen haben. Prognosen über die zukünftige Konjunkturentwicklung weisen zurzeit eine hohe Bandbreite und Volatilität aus. In vielen Ländern sind die Vorteile internationaler ökonomischer Integration bei Teilen der Bevölkerung nicht angekommen oder werden zumindest von vielen nicht wahrgenommen. Anstehende Wahlen in Europa könnten im Ergebnis dazu führen, dass weitere Länder einen Austritt aus der Europäischen Union anstreben. Nicht auszuschließen ist auch eine Zunahme protektionistischer Maßnahmen, die den Welthandel nachhaltig belasten könnten. Zudem können geopolitische Krisen, ausgelöst etwa von einer erhöhten Terrorgefahr oder großen Flüchtlingsströmen, die Volkswirtschaften unserer Länder negativ beeinflussen. Die politische Lage in Griechenland hat sich grundsätzlich stabilisiert, jedoch bleiben Risikofaktoren bestehen, wie z. B. die knappe parlamentarische Mehrheit der Regierungskoalition und ein möglicherweise zunehmender Widerstand gegen die Sparpolitik. Insofern kann man eine neuerliche krisenhafte Zuspitzung der politischen Situation nicht gänzlich ausschließen.

Die Risiken der Konjunkturentwicklung könnten sich in einigen unserer Länder unterschiedlich bemerkbar machen: Eine erneute starke Eintrübung der Wirtschaft und ansteigende Unsicherheit könnten dazu führen, dass sich Privat- und Geschäftskunden beim Konsum zurückhalten. Daneben könnten auch staatliche Sparmaßnahmen negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach Telekommunikationsdienstleistungen haben, und zwar als Folge einer reduzierten Staatsnachfrage oder eines verringerten verfügbaren Einkommens im Privatsektor.

Risiken aus Markt und Umfeld

Zu den wesentlichen Marktrisiken, denen wir ausgesetzt sind, zählen die stetig sinkenden Preisniveaus bei Sprach- und Datendiensten im Festnetz und im Mobilfunk. Die Ursachen dafür sind neben regulierungsbedingten Preissenkungen in erster Linie der harte Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche, die Kannibalisierungseffekte durch neue Produkte und Dienstleistungen und der technologische Fortschritt.

Mit anhaltendem Wettbewerbsdruck ist insbesondere im Festnetz-Bereich in Deutschland und Europa zu rechnen. Im Breitband-Markt beobachten wir, dass v. a. in Deutschland die Marktanteile der regionalen Netzbetreiber überproportional steigen und diese ihre Marktabdeckung dadurch erhöhen, dass sie ihre eigene Infrastruktur ausbauen. Unsere Wettbewerber verlängern in bestimmten Regionen ihr eigenes Glasfasernetz bis in die Haushalte, um sich auch dort von unserem Netz unabhängig zu machen. Im Neukundengeschäft kommt ein starker Preiswettbewerb mit hohen Anfangsrabatten hinzu.

Einen weiteren Preisrückgang erwarten wir auch in der mobilen Sprachtelefonie und bei mobilen Datendiensten. Dies könnte sich negativ auf unsere Service-Umsätze im Mobilfunk auswirken. Hauptgründe für den Preisrückgang sind u. a. preisaggressive Anbieter (MVNOs), die in Deutschland und in anderen europäischen Märkten expandieren. Reine e-SIM Smartphone-Angebote könnten die Preise in der mobilen Sprachtelefonie und bei den mobilen Datendiensten noch weiter sinken lassen. Zudem besteht nach wie vor das Risiko von unvorhergesehenen und preisaggressiven Maßnahmen kleinerer Wettbewerber.

Ein weiteres Wettbewerbsrisiko liegt darin, dass wir sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk verstärkt auch Konkurrenten gegenüberstehen, die nicht zur Telekommunikationsbranche im engeren Sinne zählen, aber vermehrt in die klassischen Telekommunikationsmärkte eindringen: Dies gilt v. a. für große Unternehmen aus den Branchen Internet und Unterhaltungselektronik. Für uns besteht daher das Risiko, dass Marktanteile und Margen weiter sinken und wir zunehmend den direkten Kundenkontakt verlieren.

Die Branche, in der T-Mobile US tätig ist, ist sehr wettbewerbsintensiv. Hier kann die Kundenfluktuation vor dem Hintergrund des auslaufenden Geschäftsmodells der Service-Verträge im Mobilfunk zunehmen und die Marktsättigung zu mehr Wettbewerb um Kunden führen. Der steigende Bedarf an Datendiensten wird eine erhöhte Nachfrage nach Netzkapazität zur Folge haben. Des Weiteren verschmelzen Branchen vor dem Hintergrund des Wettbewerbs zwischen Video-, Mobilfunk- und Breitbandgesellschaften um die Bereitstellung von Inhalten. Gemeinschaftsunternehmen, Fusionen, Akquisitionen und strategische Allianzen führen zu immer stärkeren Wettbewerbern, die Verträge über exklusive Angebote von Endgeräten oder Inhalten schließen und uns Roaming-Leistungen zu angemessenen Bedingungen verweigern könnten. Dies kann die Wettbewerbsposition und Wachstumschancen von T-Mobile US beeinträchtigen. Die Geschäftsstrategie und damit auch Pläne zur Netzoptimierung können darüber hinaus durch die Knappheit und Kosten zusätzlichen Spektrums und Vorschriften zur Nutzung von Spektrum belastet werden.

Unser operatives Segment Systemgeschäft steht ebenfalls vor Herausforderungen. Schließlich prägen beständig starker Wettbewerb, anhaltender Preisrückgang, lange Verkaufszyklen und Zurückhaltung bei der Vergabe von Projekten den Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie. Dies führt zu einem potenziellen Risiko von Umsatzrückgängen und Margenverfall bei T-Systems.

Neue Verbraucherkreditregelungen in den Niederlanden

Der niederländische Oberste Gerichtshof (Hoge Raad der Nederlanden) hat letztinstanzlich festgestellt, dass Mobilfunk-Verträge, die mit einem kostenlosen oder preisreduzierten Endgerät gebündelt sind, womit der Endgerätepreis für den Kunden nicht ersichtlich ist, als Verbraucherkredit bzw. Ratenkauf zu betrachten sind. Diese Verträge unterliegen demnach dem niederländischen Verbraucherkreditrecht. In Konsequenz können Verträge, die diesen spezifischen Verbraucherkreditrechtsvorschriften nicht entsprechen, rückabgewickelt werden. T-Mobile Netherlands prüft aktuell die Konsequenzen dieses Urteils. Die vollständigen finanziellen Auswirkungen hieraus können derzeit noch nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden. Um zukünftig dieser Rechtslage zu entsprechen, hat die T-Mobile Netherlands für 2017 die Lizenz zur Vergabe von Verbraucherkrediten beantragt und mit Gültigkeit ab dem 1. Januar 2017 erhalten.

Chancen aus dem Markt und Umfeld

Der Telekommunikations- und IT-Markt ist ein sehr dynamischer, hart umkämpfter Markt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen unser Handeln und wirken sich auf unsere Unternehmenskennzahlen aus. Grundsätzlich gehen wir von den Entwicklungen aus, wie wir sie im Abschnitt „Markterwartungen“ beschrieben haben. Siehe Kapitel „Prognose“.

Nachfolgend führen wir Risiken und Chancen auf, von denen wir uns Marktwachstum versprechen und die für uns eine wesentliche Bedeutung mit Blick auf unsere zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.

Risiken aus Innovationen (Substitution)

Die Innovationszyklen werden immer kürzer. Dies stellt den Telekommunikationssektor vor die Herausforderung, neue Produkte und Dienstleistungen in immer kürzeren Zeitabständen hervorbringen zu müssen. Neue Technologien verdrängen bestehende Technologien, Produkte oder Services teilweise, manchmal sogar vollständig. Dies kann sowohl im Sprach- als auch im Datenverkehr zu geringeren Preisen und Umsätzen führen. Diese Substitutionsrisiken könnten unseren Umsatz und unser Ergebnis beeinflussen, v. a. in unseren operativen Segmenten Europa und USA. Dem Ausmaß der Substitutionsrisiken begegnen wir u. a. mit Bündeltarifen: So bieten wir Neu- und Bestandskunden integrierte Lösungen aus unserem Produkt-Portfolio an.

Chancen aus Innovationen

Neben den beschriebenen Risiken bieten die immer kürzer werdenden Innovationszyklen die Möglichkeit, die digitale Zukunft mitzugestalten und unseren Privat- und Geschäftskunden mit unseren eigenen Innovationen schon heute die Antworten auf die Fragen von morgen zu geben. Daher sind unsere Aktivitäten rund um Innovation und Produktentwicklung entscheidend, wenn es darum geht, Chancen zu erkennen, zu nutzen und diese im wachsenden Wettbewerb zu etablieren. Wie wir diese Innovationen gestalten, lesen Sie im Kapitel „Innovation und Produktentwicklungen“.

Risiken aus strategischer Transformation und Integration

Wir befinden uns in einem stetigen Prozess mit strategischen Anpassungen und Kostensenkungsinitiativen. Können wir diese Vorhaben nicht wie geplant umsetzen, sind wir Risiken ausgesetzt. So könnte der Nutzen der Maßnahmen geringer sein als ursprünglich abgeschätzt oder die Maßnahmen sich später auswirken als angenommen oder ihre Wirkung könnte ganz ausbleiben. Jeder dieser Faktoren – allein oder in Kombination mit anderen – könnte sich negativ auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

RISIKEN UND CHANCEN AUS REGULIERUNG

Im Folgenden beschreiben wir unsere wesentlichen regulatorischen Risiken und Chancen, die aus heutiger Sicht unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und unsere Reputation beeinflussen könnten. Diese Risiken und Chancen beziehen sich auf Änderungen bei Regulierungspolitik und Gesetzgebung, bei der Vergabe von Funkspektrum, das wir für aktuelle und zukünftige Dienste benötigen, sowie bei Regulierungsentscheidungen für konkrete Produkte und Entgelte.

Nach wie vor unterliegen unsere deutschen und internationalen Gesellschaften der sektorspezifischen Marktregulierung: Die nationalen Regulierungsbehörden haben umfassende Befugnisse zum Eingriff in unsere Produkt- und Preisgestaltung – mit erheblichen Auswirkungen auf unser operatives Geschäft. Diese regulatorischen Eingriffe sind für uns nur bedingt vorherzusehen und können den bestehenden Preis- und Wettbewerbsdruck zusätzlich erhöhen. Zu befürchten ist, dass die Regulierung in Deutschland und in anderen europäischen Ländern die Entwicklung unseres Umsatzes und Ergebnisses mittel- bis langfristig weiterhin negativ beeinflusst.

Änderungen in der Regulierungspolitik und Gesetzgebung

EU-Rechtsrahmen für Telekommunikation. Am 14. September 2016 hat die EU-Kommission Gesetzgebungsvorschläge zur Novellierung des EU-Rechtsrahmens für Telekommunikation veröffentlicht, die dem Europäischen Parlament und Rat zur weiteren Befassung zugeleitet wurden. Der Rechtsrahmen umfasst die zentralen EU-Regelungen für den Telekommunikationssektor: v. a. die Preis- und Zugangsregulierung, die Frequenzpolitik, sektorspezifische Verbraucherschutzregeln, die Vorschriften zum Universaldienst und den institutionellen Rahmen. Wir erwarten, dass die neuen Regeln im ersten Halbjahr 2018 verabschiedet werden. Danach werden die Vorschriften in nationales Recht umgesetzt; dies wird mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Der Ausgang dieses umfangreichen Gesetzgebungsverfahrens ist derzeit nur schwer absehbar; insgesamt ergeben sich sowohl Chancen als auch Risiken.

Am 27. Oktober 2015 verabschiedeten EU-Parlament und Europäischer Rat die EU-Verordnung zum Telekommunikationsbinnenmarkt. Sie beinhaltet Regelungen zu International Roaming, Netzneutralität und Informationspflichten.

  • International Roaming. Die EU-Verordnung zum Telekommunikationsbinnenmarkt sieht bezüglich International Roaming vor, dass – nach einer ersten Absenkung der Roaming-Tarife zum 30. April 2016 – ab dem 15. Juni 2017 Aufschläge für Roaming-Leistungen innerhalb der EU komplett wegfallen (sog. „Roam like at Home“). Ausnahmen sind im Rahmen der sog. „Fair Use Policy“ möglich: Am 15. Dezember 2016 veröffentlichte die Europäische Kommission Regeln für diese Fair Use Policy, die nur in seltenen Fällen die Erhebung von Aufschlägen zulassen. Die Einführung von „Roam like at Home“ führt zu entsprechenden Umsatzverlusten sowie zu erheblichem Implementierungsaufwand. Zudem überarbeiten der Europäische Rat und das Europäische Parlament die Roaming Verordnung und sehen dabei sehr deutliche Absenkungen der regulierten Preisobergrenzen für Wholesale-Roaming-Entgelte vor. Diese Absenkungen lassen bei uns und unseren Beteiligungen Umsatzrisiken entstehen, u. a. auch durch den Missbrauch des internationalen Roaming-Mechanismus mit dem Ziel, nationale Konditionen zu umgehen. Wir erwarten, dass die finale Verordnung im ersten Halbjahr 2017 veröffentlicht wird.
  • Netzneutralität. Das Gremium der Europäischen Regulierungsbehörden (GEREK) veröffentlichte am 30. August 2016 Leitlinien zur Umsetzung der EU-Verordnung zur Netzneutralität (Telecom Single Market Regulation). Wie erwartet, legt GEREK die Verordnung sehr restriktiv aus. Es bleibt abzuwarten, wie die nationalen Regulierungsbehörden diese Leitlinien in der Regulierungspraxis anwenden.
  • Informationspflichten. Neben den Regelungen zur Netzneutralität beinhalten die GEREK-Leitlinien auch weitreichende Regelungen zu den Informationspflichten, die den gesetzten Rahmen der EU-Verordnung deutlich einengen. Demnach sollen alle Angaben zu Bandbreiten von jedem Kunden auch erreicht werden können; die Informationen müssen rückwirkend auch allen Bestandskunden zur Verfügung gestellt werden. Beides beinhaltet entsprechende Umsatzrisiken. Die Leitlinien haben keinen Gesetzescharakter, daher bleibt die nationale Umsetzung abzuwarten.

Auf nationaler Ebene verabschiedete der Deutsche Bundestag am 1. Dezember 2016 die sog. „Transparenzverordnung“, die in erster Linie auf mehr Transparenz und höhere Kostenkontrolle bei Telekommunikationsdiensten abzielt. Die Verordnung tritt zum 1. Juni 2017 in Kraft. In diesem Zusammenhang hat die BNetzA ein Messsystem gestartet, mit dem Verbraucher die verfügbaren Bandbreiten ihrer Festnetz- und Mobilfunk-Anschlüsse messen können. Bereits im Juni 2016 gab es eine erste Veröffentlichung der bundesweit erreichten Anschlussbandbreiten, weitere werden folgen.

Spektrumvergabe

Risiken könnten dadurch erwachsen, dass folgende Sachverhalte die Erreichung unseres angestrebten Spektrumerwerbs gefährden könnten: unpassende Auktionsregeln und Frequenznutzungsauflagen, überzogene Startpreisforderungen sowie unverhältnismäßig hohe jährliche Frequenzgebühren. Als Chance sehen wir in erster Linie die Möglichkeit, dass sich Mobilfunknetz-Betreiber über die Frequenzvergaben mit ausreichendem und bezüglich ihrer Lage optimalem Spektrum ausstatten können. Somit wären wir gerüstet für weiteres Wachstum und Innovationen. Bei den anstehenden Vergaben geht es hauptsächlich um die Auktion von Frequenzen in den Bereichen 0,8 GHz und 0,9 GHz sowie um 1,8 GHz und 3,5 GHz bzw. 3,7 GHz. Vergaben werden derzeit vorbereitet in Albanien, Griechenland, EJR Mazedonien, Österreich, der Tschechischen Republik und der Slowakei; durchgeführt werden sie voraussichtlich mehrheitlich bis Mitte 2017. Im ersten Halbjahr 2017 soll über die Verlängerung der Nutzungsrechte für den Altbestand an 0,9/1,8 GHz-Spektrum der T-Mobile Czech Republic entschieden werden. Zudem ist dort eine 3,7 GHz-Frequenzvergabe in Vorbereitung, die für das Frühjahr 2017 erwartet wird. Im gleichen Zeitraum dürften in der Slowakei die regionalen 3,7 GHz-Vergaben enden sowie eine 1,8 GHz-Vergabe stattfinden. In den USA hat die Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) am 31. Mai 2016 mit der Vergabe von Spektrum im 0,6 GHz-Bereich begonnen. Die „Incentive Auction“ wird bisheriges Rundfunkspektrum in einem mehrstufigen Verfahren von „Reverse“- und „Forward“-Auktionen auf Mobilfunk-Nutzungen umverteilen. Die jüngste Phase, in welcher 70 MHz von insgesamt 84 MHz ehemaligem Rundfunkspektrum angeboten werden, dauert noch an. Enden wird die Auktion voraussichtlich im 1. Halbjahr 2017. Zu laufenden und 2016 abgeschlossenen Frequenzvergaben verweisen wir auf das Kapitel „Wirtschaftliches Umfeld“.

Regulierungsentscheidungen zu Produkten und Entgelten

Rückwirkende Neubescheidung von Entgeltgenehmigungen. Neben den erwähnten allgemeinen regulatorischen Risiken ergeben sich in Deutschland Unsicherheiten auch dadurch, dass Verwaltungsgerichte Entgeltentscheidungen der Regulierungsbehörde aufheben können. Zu den Verwaltungsgerichtsverfahren siehe Abschnitt „Rechtsverfahren“. In diesen Fällen hat die Regulierungsbehörde dann für die Vergangenheit neu über die Entgelte zu entscheiden. Dabei ist grundsätzlich völlig offen, ob und in welcher Höhe und in welche Richtung sich Entgelte ändern. Die 2015 mit Klägern bezüglich der TAL-Überlassungsentgelte geschlossenen Vergleichsvereinbarungen, in denen die ursprünglich genehmigten Entgelte vereinbart wurden und sich die Vertragspartner verpflichtet haben, anhängige Klagen zurückzunehmen, konnten bis April 2016 vollständig umgesetzt werden. Auf dieser Basis haben wir am 23. September 2015 und am 30. November 2015 entsprechende Entgeltanträge bei der BNetzA gestellt, die sie am 5. November 2015 und am 1. Februar 2016 genehmigte. Damit sind die TAL-Überlassungsentgelte der Vergangenheit nun für fast den gesamten Markt in der Höhe der ursprünglichen Genehmigung rechtskräftig.

OPERATIVE RISIKEN UND CHANCEN

Personal

Auch 2016 konnten wir den Personalumbau in unserem Konzern sozialverträglich gestalten und umsetzen, v.a. über Abfindungen, Altersteilzeit, Vorruhestand und die von Vivento/Telekom Placement Services angebotenen Beschäftigungsperspektiven für Beamte und Angestellte, insbesondere im öffentlichen Sektor. Diesen Umbau setzen wir im kommenden Jahr fort. Falls sich die Maßnahmen nicht oder nicht wie geplant realisieren lassen (z. B. durch geringeres Interesse an den Abfindungen), könnte sich dies negativ auf unsere Finanzziele auswirken. Um dem Risiko entgegenzuwirken, dass durch die Abbauinstrumente Leistungsträger den Konzern verlassen, nutzen wir das Mitigationsinstrument der beiderseitigen Freiwilligkeit in jedem Einzelfall.

Auch das Rückkehrrecht von Beamten zur Deutschen Telekom birgt Risiken: Werden Konzerneinheiten, in denen Beamte beschäftigt sind, veräußert, ist es grundsätzlich möglich, dass diese weiterhin bei der veräußerten Konzerneinheit arbeiten. Dem muss der Beamte selbst zustimmen bzw. den Antrag dazu stellen. Allerdings besteht das Risiko, dass Beamte, z. B. nach dem Ende der Beurlaubung, von einer veräußerten Einheit zu uns zurückkehren, ohne dass es ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Ein solches Rückkehrrecht besteht derzeit für rund 1 854 Beamte (Stand: 31. Dezember 2016). Über wesentliche Rechtsverfahren im Zusammenhang mit Personal informieren wir Sie im Abschnitt „Rechtsverfahren“.

Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb

Wir verfügen über immer leistungsfähigere Informations-/Netztechnik-(IT-/NT-)Infrastruktur, die wir beständig ausbauen und modernisieren, um das beste Kundenerlebnis sicherzustellen und unsere Technologieführerschaft zu festigen. Ausfälle der aktuellen und der zukünftigen technischen Infrastruktur können nicht vollständig ausgeschlossen werden und könnten im Einzelfall einen Umsatzausfall oder Kostensteigerungen nach sich ziehen; schließlich bilden unsere IT-/NT-Ressourcen und -Strukturen die wesentliche organisatorische und technische Plattform für unsere Geschäftstätigkeit.

Es können Risiken entstehen, die alle IT-/NT-Systeme und -Produkte mit Internet-Anbindung betreffen. So könnten Störungen zwischen neu entwickelten und bereits bestehenden IT-/NT-Systemen zu Unterbrechungen bei Geschäftsprozessen, Produkten und Services führen, wie z. B. bei Smartphones und Entertain. Um Ausfallrisiken, z. B. ausgelöst durch Naturkatastrophen oder Feuer, zu vermeiden, setzen wir technische Frühwarnsysteme und Dopplungen von IT-/NT-Systemen ein. Das Computer Emergency Response Team (CERT) von T-Systems befasst sich mit der Sicherheit der Server unserer Großkunden. Beim Cloud Computing lagern alle Daten und Anwendungen in Rechenzentren. Unsere Rechenzentren sind sicherheitszertifiziert und erfüllen die strengen Datenschutzbestimmungen sowie Regularien der EU. So sind alle Daten von Unternehmen und Privatpersonen vor fremdem Zugriff geschützt. Ständige Pflege und automatische Updates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellsten Stand. Auf Basis eines konzernweit standardisierten Business Continuity Managements setzen wir zudem organisatorische und technische Maßnahmen ein, um Schäden zu verhindern bzw. deren Auswirkungen zu mindern. Versicherbare Risiken decken wir zudem im Rahmen unseres Versicherungsprogramms ab.

Chancen aus IT-/NT-Netzbetrieb

Die IP-Transformation („All IP“) bietet eine Vielzahl von Chancen: Es entsteht ein logisches Netz, das eine Sprache spricht und technisch weitgehend unabhängig von den übertragenen Diensten funktioniert. Dies ermöglicht einerseits Effizienzsteigerungen, z. B. indem bei Wartung und Betrieb die Komplexität reduziert wird, dienstspezifische Altplattformen abgeschaltet werden sowie durch Energieeinsparungen. Andererseits schafft All IP Wachstumspotenziale: kurz- und mittelfristig durch die Verbesserung vorhandener Dienste (z. B. bessere Sprachqualität, mehr „Customer Self Service“, flexiblere Konfigurationsmöglichkeiten), mittel- und langfristig als eine unverzichtbare Basis für neue Konvergenzprodukte für das „Internet of Things“ und für das beschleunigte Einführen neuer Angebote („time-to-market“).

Nicht zuletzt fungiert das All IP-Netz als Fundament für die Virtualisierung von Funktionen und Diensten auf Basis einer Network Infrastructure Cloud und eine gemeinsamen, länderübergreifende Produktion (Pan-Net). Auch hier ergeben sich Chancen für Effizienzsteigerungen und für Wachstum. „Einmal entwickeln und betreiben, aber in verschiedenen Ländern anbieten“ eröffnet neben Synergiepotenzialen die Chance, zukünftige Dienste schneller und kostengünstiger bereitzustellen.

5G wird die nächste Generation von Telekommunikationsnetzen. Wir engagieren uns hier nicht nur in vielen Gremien und Foren, sondern arbeiten zusammen mit Forschung und Industrie intensiv an der Entwicklung dieses zukünftigen Standards, der eine ganze Reihe von Herausforderungen von Telekommunikationsnetzen adressieren wird: unmittelbare technische Bedarfe wie eine deutliche Erhöhung von Kapazität, Bandbreite, Verfügbarkeit und geringere Latenzen. Hinzu kommen fundamentale Herausforderungen wie z. B. die Konvergenz von Mobilfunk und Festnetz (FMC), umfangreiche Machine-to-Machine-Kommunikation im „Internet of Things“ und der wachsende Bedarf mit Blick auf Zuverlässigkeit, Sicherheit und garantierte Ressourcenzuteilung (QoS) in industriellen Anwendungsszenarien. Damit bietet 5G nicht nur die unmittelbare Chance, bei bestehenden Geschäftsmodellen stark wachsende Anforderungen zukünftig kosteneffizient bewältigen zu können, sondern auch Chancen für zusätzliche Geschäftsmodelle, indem man „Netz-Fähigkeiten“ (z. B. Netzzugang, Sicherheit, Identität, Speicherort, Datenzwischenspeicherung, Echtzeitverarbeitung etc.) an entsprechende Partner vermarktet.

Unser operatives Segment T-Systems besetzt innovative Geschäftsfelder im Umfeld der Digitalisierung von Geschäftsprozessen wie das „Internet of Things“. Diese Geschäftsfelder könnten sich schneller als angenommen entwickeln. Als Vorreiter der Digitalisierung haben wir die Chance, mit ersten Leuchtturmprojekten die Marktentwicklung mitzugestalten, anstatt nur teilzuhaben. In der Hochlaufphase dieser neuen, auf Maschinenkommunikation und Big Data basierenden Geschäftsmodelle ist unser partnerbasierter Ansatz sehr erfolgversprechend, um bei verschiedenen Projekten mitzuwirken und unsere Kernkompetenzen aus den Bereichen Datenkommunikation, Big Data, Cloud Computing und Security einzubringen. Zudem verfügen wir über erste exzellente Referenzen in einigen Marktbereichen des „Internet of Things“ wie Predictive Maintenance mit internationalen Anwendungen.

Der Bund hat die Vertragsverlängerungsoptionen zum Betrieb des Mautsystems in Deutschland maximal ausgeschöpft; bei der sich anschließenden Neuausschreibung befinden wir uns als bisheriger Technologie- und Entwicklungspartner in einer guten Position, um mit unserem Expertenwissen und unserer Detailkenntnis ein konkurrenzfähiges Angebot zur Weiterführung des Systembetriebs zu unterbreiten. Zudem haben wir durch weitere europäische Mautprojekte in Belgien und der Schweiz sowie durch unser Engagement für die angestrebte Vermarktung eines Europa-übergreifenden Mautsystems (EETS) wertvolle Referenzen erhalten, die uns helfen, uns vom Wettbewerb abzuheben.

Risiken aus der bestehenden IT-Architektur in den USA

Was die Bereitstellung und Unterstützung ihrer Services und zum Teil die Sicherheit der Daten ihrer Kunden und der eigenen Daten angeht, nutzt T-Mobile US eigene Systeme und Netze sowie die Systeme und Netze anderer Anbieter und Zulieferer. Ein Ausfall der Systeme, Netze oder Infrastruktur der T-Mobile US oder eines Dritten kann T-Mobile US an der zuverlässigen Bereitstellung ihrer Services hindern oder die unberechtigte Nutzung oder Beeinträchtigung ihrer Netze und anderen Systeme zur Folge haben. Derartige Systemausfälle, Betriebsunterbrechungen und unberechtigte Nutzung oder Beeinträchtigung des Netzes und anderer Systeme könnten erhebliche negative Auswirkungen auf den Ruf und die finanzielle Lage der Gesellschaft haben. Haftung für Informationsverlust sowie die Reparatur von Infrastruktur und Systemen könnten zu Kosten für Wiederherstellung und Sanierung führen.

Zukunftsfähigkeit der IT-Architektur in den USA

Um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in der Branche mithilfe neuer und neu entstehender Technologien zu sichern und um den sich verändernden Anforderungen bestehender und potenzieller Kunden gerecht zu werden, muss sich T-Mobile US auf zukünftige technologische Veränderungen einstellen, laufend in das eigene Netz investieren, die vorhandenen Angebote stetig erweitern und neue Angebote einführen. Sollte T-Mobile US nicht in der Lage sein, die technologischen Entwicklungen zeitnah für sich zu nutzen, könnte dies zu einem Rückgang der Nachfrage nach ihren Leistungen oder zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung oder Weiterentwicklung ihrer Geschäftsstrategie führen. T-Mobile US baut derzeit ein neues Abrechnungssystem für einen Teil der Kunden auf, behält aber das Altsystem weiter bei. Bei der Realisierung des neuen Systems könnte es zu größeren System- oder Betriebsunterbrechungen kommen bzw. T-Mobile US könnte das System nicht rechtzeitig fertigstellen und in Betrieb nehmen.

Chancen aus der IT-Architektur in den USA

T-Mobile US investiert in erheblichem Umfang in die IT-Infrastruktur. Sollte dies die Prozesse wesentlich verbessern, könnten die erzielten Einsparungen höher sein als ursprünglich angenommen.

Einkauf

Als Dienstleister sowie Betreiber und Anbieter von Telekommunikations- und IT-Produkten arbeiten wir mit unterschiedlichen Lieferanten für technische Komponenten zusammen. Zu diesen Komponenten zählen u. a. Soft- und Hardware, Übertragungs-, Vermittlungs- und Linientechnik sowie Endgeräte.

Lieferrisiken lassen sich nicht grundsätzlich ausschließen. So können Lieferengpässe, Preiserhöhungen, veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder Produktstrategien der Lieferanten sich negativ auf unsere Geschäftsprozesse und unser Ergebnis auswirken. Aus Abhängigkeiten von einzelnen Zulieferern bzw. dem Ausfall von einzelnen Lieferanten können Risiken erwachsen. Diesen begegnen wir mit organisatorischen, vertraglichen und einkaufsstrategischen Maßnahmen.

Datenschutz und Datensicherheit

Mit der Verabschiedung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im April 2016 wurde ein einheitliches, direkt geltendes Datenschutzrecht innerhalb der EU etabliert. Die verabschiedeten Regeln sichern ein hohes Datenschutzniveau in Europa und ermöglichen gleichzeitig neue digitale Geschäftsmodelle. Unsere Grundforderungen sind also erfüllt worden. Das neue Datenschutzrecht schließt zudem eine große Lücke in der Regulierung im Bezug auf Dienstleister außerhalb der EU. Abzuwarten bleiben die Auswirkungen der DSGVO, insbesondere auf die Wettbewerbssituation mit nichteuropäischen Marktteilnehmern (z. B. Google, Facebook oder Apple). Nach Verabschiedung der Verordnung müssen die Mitgliedsstaaten nun ihre jeweiligen nationalen Gesetze anpassen. Dabei besteht allerdings das Risiko, dass die nationalen Regierungen die in der DSGVO vorhandenen Spielräume für Sonderregelungen weit auslegen. Der vorgelegte Referentenentwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Datenschutzrechts an die Datenschutzgrundverordnung macht deutlich, dass hier für uns Handlungsbedarf besteht. Das erreichte Level der Harmonisierung der unterschiedlichen Regelungen darf nicht durch nationale Sonderwege unterminiert werden. Mit Blick auf die sektorspezifische Regulierung für Telekommunikation startete Mitte 2016, wie erwartet, das Review-Verfahren für die E-Privacy-Richtlinie. Hierbei engagieren wir uns dafür, ein „Level Playing Field“ zu schaffen unter Einbeziehung der sog. „Over-the-Top-Anbieter“ in den Regulierungsrahmen; zudem setzen wir uns für den weitestgehenden Abbau der sektorspezifischen Regelungen ein. Mit der Ankündigung, die Richtlinie in eine direkt geltende Verordnung zu überführen sowie den Anwendungsbereich auf zusätzliche Anbieter, wie z. B. WhatsApp, zu erweitern, wurde zumindest unserer ersten Forderung bereits Rechnung getragen. Wichtig ist nun eine weitgehende Harmonisierung der Regelungen mit der DSGVO.

Unsere Produkte und Dienstleistungen unterliegen Risiken in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit, v. a. in Verbindung mit dem Zugriff auf Kunden-, Partner- oder Mitarbeiterdaten durch Unbefugte. Die Sicherheit und der Schutz dieser Daten haben für uns weiterhin die höchste Priorität. Dies gilt auch für das wachsende Cloud-Computing-Geschäft: Es unterliegt den gleichen strengen Auflagen für Sicherheit und Schutz von Informationen wie jedes andere unserer Produkte. Um diese hohen Standards zu halten und Risiken weitgehend auszuschließen, begrüßen wir die „Europäische Datenschutzgrundverordnung“: Sie ist die Grundlage dafür, dass für alle Unternehmen, die ihre Dienste am europäischen Markt anbieten, die gleichen Regeln gelten. So haben Verbraucher innerhalb Europas ein einheitliches Recht und es werden einheitliche Wettbewerbsverhältnisse geschaffen. Bei der IT-Sicherheit stehen wir vor vielen neuen Herausforderungen. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren der Fokus verschoben – weg von der Prävention, hin zur Analyse.Hier setzt unser Frühwarnsystem an: Es erkennt neue Quellen und Formen von Cyber-Angriffen, analysiert das Verhalten der Angreifer unter strenger Wahrung des Datenschutzes und identifiziert so neue Trends im Sicherheitsbereich. Neben den sog. „Honeypot-Systemen“, die Schwächen in IT-Systemen simulieren, umfasst unser Frühwarnsystem Melde- und Analyse-Tools für Spam-Mails, Viren und Trojaner. Die Informationen, die wir aus all diesen Systemen gewinnen, tauschen wir mit öffentlichen und privaten Stellen aus, um neue Angriffsmuster zu erkennen und neue Schutzsysteme entwickeln zu können.

Cyber-Kriminalität und Industriespionage nehmen weiter zu. Weltweite Cyber-Attacken wie jene Ende November 2016 auf Router von Telekom Kunden zeigen das globale Ausmaß der Bedrohung aus dem Netz. Laut dem „Sicherheitsreport Entscheider 2016“ waren 93 % der mittleren und großen deutschen Unternehmen bereits IT-Angriffen ausgesetzt, durch die das Unternehmen ausspioniert oder geschädigt werden sollte. Diesen Risiken begegnen wir mit umfangreichen Sicherheitskonzepten. Um mehr Transparenz zu schaffen und so den Bedrohungen besser entgegenwirken zu können, setzen wir auch weiterhin verstärkt auf Partnerschaften, z. B. mit öffentlichen und privaten Organisationen. Mit dem „Security by Design“-Prinzip haben wir Sicherheit als festen Bestandteil in unseren Entwicklungsprozessen für neue Produkte und Informationssysteme etabliert. Zusätzlich führen wir intensive und obligatorische digitale Sicherheitstests durch und lassen uns durch externe Gutachter im Rahmen von sicherheits- und datenschutzbezogenen Zertifizierungsmaßnahmen nach international anerkannten Standards und Normen regelmäßig überprüfen.

Mit IT-Sicherheitslösungen wollen wir unser Wachstum beschleunigen. Darum haben wir sämtliche Abteilungen für Security Services unter dem Dach der T-Systems zusammengefasst und den Geschäftsbereich „Telekom Security“ gegründet. Rund 1 200 Experten arbeiten daran, integrierte Sicherheitskonzepte für Kunden zu entwickeln und die dazu notwendigen Sicherheitslösungen aus einer Hand anzubieten: von der sicheren Cloud über die sichere E-Mail bis hin zu „Cyber Defence as a Service“, bei dem unsere Experten und unser Lagezentrum rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Mit unserem Ende-zu-Ende-Sicherheitsportfolio „MagentaSecurity“ wollen wir Marktanteile im Wachstumsfeld Security gewinnen und mit neuen Sicherheitskonzepten die Megatrends Internet der Dinge und Industrie 4.0 vorantreiben. Außerdem bauen wir unser Partner-Ökosystem im Bereich IT-Sicherheit weiter aus. Auf unserer Internet-Seite www.telekom.com/de/verantwortung/datenschutz-und-datensicherheit berichten wir fortlaufend über aktuelle Entwicklungen in puncto Datenschutz und Datensicherheit.

RISIKEN UND CHANCEN AUS MARKE, KOMMUNIKATION UND REPUTATION

Negative mediale Berichterstattung

Eine unvorhersehbare negative mediale Berichterstattung über unsere Produkte und Dienstleistungen oder unsere unternehmerische Tätigkeit und Verantwortung kann einen großen Einfluss auf die Reputation unseres Unternehmens und unser Marken-Image haben. Durch soziale Netzwerke kann es zu einer noch schnelleren und weiteren Verbreitung solcher Informationen und Meinungen kommen, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Letztlich kann sich eine negative Berichterstattung auf unseren Umsatz und unseren Markenwert auswirken. Um dies zu vermeiden, sind wir in einem ständigen intensiven und konstruktiven Dialog v. a. mit unseren Kunden, den Medien und der Finanzwelt. Höchste Priorität hat für uns, die Interessen aller Stakeholder möglichst ausgewogen zu berücksichtigen und somit unserem Ruf gerecht zu werden, ein verlässlicher Partner zu sein.

Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen

Zu einem umfassenden Risiko- und Chancen-Management gehört für uns auch, Chancen und Risiken zu berücksichtigen, die aus ökologischen oder sozialen Aspekten resultieren bzw. aus der Führung unseres Unternehmens. Dazu binden wir alle relevanten Stakeholder aktiv und systematisch in den Prozess ein, aktuelle und potenzielle Risiken und Chancen zu ermitteln. Zudem engagieren wir uns in verschiedenen Arbeitsgruppen und Gremien. Das kontinuierliche Monitoring von ökologischen, sozialen und Governance-Themen geht einher mit der systematischen Ermittlung der Positionen unser Stakeholder zu diesen Themen. Wichtige Tools dabei sind: unsere ganzjährige offene Online-Befragung für alle Stakeholder, Siehe Kapitel „Corporate Responsibility“. unser zweimonatlicher NGO-Report, der die Presseveröffentlichungen der für uns relevanten NGOs systematisch auswertet, unsere Mitarbeit in Arbeitsgruppen und Gremien zahlreicher nationaler und internationaler Unternehmens- und Sozialverbände, wie z. B. GeSI, Bitkom, Econsense und BAGSO, von uns organisierte Stakeholder-Dialogformate wie z. B. das CR-Forum und Dialogtage zu Nachhaltigkeit im Einkauf sowie unsere verschiedenen Publikationen, wie Pressespiegel und Newsletter.

Folgende Themen haben wir als die wesentlichen unseres Nachhaltigkeits-Managements identifiziert:

  • Reputation. Der Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen birgt für unsere Reputation sowohl Risiken als auch Chancen. Eine hohe Service-Qualität ist einer der wichtigsten Faktoren für eine bessere Kundenwahrnehmung. Um die Wichtigkeit des Themas Kundenzufriedenheit zu unterstreichen, ist die Kundenzufriedenheit in unserer Konzernsteuerung als nichtfinanzieller Leistungsindikator verankert. Transparenz und Reporting tragen dazu bei, das Vertrauen anderer externer Stakeholder in unseren Konzern zu fördern. Diesem Zweck dienen auch unsere Geschäfts- und CR-Berichte. Dagegen können Themen wie Geschäftspraktiken, Datenschutz oder Arbeitsstandards in der Lieferkette auch Reputationsrisiken beinhalten: Finden sich unsere Marken, Produkte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit diesen in einer negativen medialen Berichterstattung, kann das unserer Reputation großen Schaden zufügen. In unserem Nachhaltigkeits-Management überprüfen wir kontinuierlich solche möglichen Risiken und leiten gegebenenfalls Maßnahmen ein, um diese Risiken zu minimieren.
  • Klimaschutz. Im Rahmen unserer integrierten Klimastrategie befassen wir uns sowohl mit den Risiken als auch mit den Chancen, die der Klimaschutz für uns und unsere Stakeholder birgt. ICT-Produkte und -Dienstleistungen haben das Potenzial, in anderen Branchen fast zehnmal so viel CO2-Emissionen einzusparen wie die ICT-Branche selbst verursacht (GeSI-SMARTer2030-Studie). So besteht die Möglichkeit, 20 % der globalen CO2-Emissionen im Jahr 2030 einzusparen und bei gleichzeitigem wirtschaftlichen Wachstum die Emissionen weltweit auf dem Niveau des Jahres 2015 zu halten. Damit verbunden ist ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 6,5 Billionen US-$, davon allein 2,0 Billionen US-$ für die ICT-Industrie. Ferner können durch ICT-Lösungen insgesamt 4,9 Billionen US-$ an Kosten eingespart werden. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass das in der Zeit von 2012 bis 2020 kumulierte Einsparpotenzial durch Breitband in Deutschland über 19 Mio. Tonnen CO2 beträgt. Zudem können in der Zeit von 2015 bis 2020 durch die ökonomischen Impulse des Breitband-Ausbaus kumuliert 162 000 neue Arbeitsplätze geschaffen und das BIP um 47 Mrd. € gesteigert werden. Diese Entwicklung begleiten wir, indem wir unser Produkt-Portfolio hinsichtlich Nachhaltigkeitsvorteilen bewerten. Mehr Informationen hierzu enthält unser CR-Bericht 2016, der im April 2017 erscheint. Siehe Kapitel „Corporate Responsibility".

    Unter den Risiken, die der Klimawandel mit sich bringt, sind bereits heute beispielsweise zunehmend extreme Wetterbedingungen erkennbar. Dies beeinflusst unsere Stakeholder unmittelbar, z. B. unsere Kunden, Zulieferer und Mitarbeiter. Einen Beitrag zur Vorbeugung können wir leisten, indem wir unsere eigenen CO2-Emissionen reduzieren. Auch darum haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere konzernweiten Emissionen, ohne Berücksichtigung unseres operativen Segments USA, bis 2020 im Vergleich zu 2008 um 20 % zu senken. Außerdem birgt der Klimaschutz auch finanzielle Risiken, sei es durch die Einführung einer Abgabe für CO2-Emissionen oder erhöhte Energiekosten. Um den Risiken entgegenzuwirken, messen wir u. a. unsere eigene Energieeffizienz und entwickeln Maßnahmen, um diese zu verbessern. Darüber hinaus deckten 2015 vier unserer Landesgesellschaften (Magyar Telekom in Ungarn, OTE S. A. in Griechenland, T-Mobile Austria und T-Mobile Netherlands) ihren Strombedarf zu 100 % aus erneuerbaren Energien und konnten so die Klimaschutzrisiken aktiv senken.
  • Lieferanten. Mehr Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette sehen wir als Chance – für unsere Reputation und unseren wirtschaftlichen Erfolg. So unterstützen wir strategische Lieferanten mit einem Entwicklungsprogramm dabei, Geschäftspraktiken einzuführen, die sozial und ökologisch verträglich sowie wirtschaftlich effizient sind. Das Programm zeigte auch im Berichtsjahr messbare Erfolge. Bessere Arbeitsbedingungen bei unseren Lieferanten senken z. B. die Zahl der arbeitsbedingten Unfälle und die Fluktuationsrate. Dies steigert die Produktivität – bei gleichzeitig niedrigeren Kosten für Rekrutierung und Training. Wir stärken also nicht nur die CR-Performance bei unseren Lieferanten, sondern reduzieren auch identifizierte Risiken deutlich. Im Rahmen unserer globalen Beschaffungstätigkeiten können wir länder- und lieferantenspezifischen Risiken ausgesetzt sein. Dazu zählen z. B. der Einsatz von Kinderarbeit, die bewusste Inkaufnahme von Umweltschäden oder mangelhafte Arbeits- und Sicherheitsbedingungen vor Ort. Für uns können sich Reputationsrisiken, aber auch Lieferrisiken aus der Berichterstattung von NGOs oder Medien ergeben. Wir überprüfen unsere Lieferanten systematisch und verringern so diese Risiken. Siehe Kapitel „Corporate Responsibility“. Im renommierten Nachhaltigkeits-Rating von RobecoSAM wurde unser Lieferanten-Management im Berichtsjahr mit 98 von 100 Punkten bewertet: eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 5 Punkte. Unsere Kooperationen mit Lieferanten, die internationale Nachhaltigkeitsstandards einhalten, sichern eine hohe Produktqualität sowie eine zuverlässige Beschaffung.

Gesundheit und Umwelt

Der Mobilfunk bzw. die elektromagnetischen Felder, die der Mobilfunk nutzt, lösen immer wieder Bedenken in der Bevölkerung über mögliche Gesundheitsrisiken aus. Dazu gibt es eine anhaltende öffentliche, politische und wissenschaftliche Diskussion. Die Akzeptanzprobleme in der Öffentlichkeit betreffen dabei sowohl die Mobilfunknetze als auch den Einsatz der mobilen Endgeräte. Im Mobilfunk-Bereich wirkt sich dies u. a. auf den Ausbau der Mobilfunk-Infrastruktur sowie auf die Nutzung von Mobilfunk-Endgeräten aus. Im Festnetz-Bereich betrifft dies den Absatz von herkömmlichen DECT-Geräten (digitale schnurlose Telefone) sowie von Endgeräten mit WLAN-Technologie. Es besteht das Risiko regulatorischer Eingriffe, wie etwa die Senkung der Grenzwerte für elektromagnetische Felder oder die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen für den Mobilfunk, z. B. durch Veränderungen im Baurecht oder Kennzeichnungspflichten für Endgeräte.

Basierend auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand haben anerkannte Gremien, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Strahlenschutzkommission (ICNIRP), in den vergangenen Jahren wiederholt die geltenden Grenzwerte für den Mobilfunk überprüft und die – bei Einhaltung dieser Werte – sichere Nutzung der Mobilfunk-Technik bestätigt. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse prüfen die Fachgremien, aktuell die ICNIRP, die Grenzwert-Empfehlungen regelmäßig.

Wir sind davon überzeugt, dass die sichere Anwendung der Mobilfunk-Technik durch die Einhaltung der geltenden Grenzwerte sichergestellt wird. Dabei stützen wir uns auf die Bewertung der anerkannten Gremien. Basis unseres verantwortungsvollen Umgangs mit diesem Thema ist unsere konzernweite „EMF-Policy“: In dieser verpflichten wir uns – weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus – zu mehr Transparenz, Information, Partizipation und finanzieller Unterstützung der unabhängigen Mobilfunk-Forschung. Wir arbeiten daran, Unsicherheiten in der Bevölkerung durch eine sachliche, wissenschaftlich fundierte und transparente Informationspolitik abzubauen. So sehen wir uns auch weiterhin in der Pflicht, den vertrauensvollen und erfolgreichen Austausch mit Kommunen über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus zu pflegen. Dies gilt auch, nachdem die langjährige Zusammenarbeit mit Kommunen beim Mobilfunkausbau 2013 gesetzlich verankert wurde; davor erfolgte die Zusammenarbeit auf Basis von freiwilligen Selbstverpflichtungen der Netzbetreiber.

RECHTSVERFAHREN

Wesentliche laufende Rechtsverfahren

Die Deutsche Telekom ist Partei in gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren mit Behörden, Wettbewerbern sowie anderen Beteiligten. Von besonderer Bedeutung sind aus unserer Sicht die nachfolgend aufgeführten Verfahren. Sofern in äußerst seltenen Fällen geforderte Angaben zur Bedeutung einzelner Rechts- und Kartellverfahren nicht gemacht werden, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Angaben das Ergebnis des jeweiligen Verfahrens ernsthaft beeinträchtigen können.

Wesentliche laufende Rechtsverfahren
 
Schiedsverfahren Toll Collect
Prospekthaftungsverfahren
Klagen von Telefonbuchpartnerverlagen
Klagen wegen Entgelten für die Mitbenutzung von Kabelkanalanlagen
Entgelte für die Überlassung von Teilnehmer-Anschlussleitungen
Schadensersatzklage in Malaysia trotz einem früheren, anderslautenden rechtskräftigen Schiedsurteil
Patente und Lizenzen
Reduzierung des Unternehmensbeitrags für die Postbeamtenversorgung
  • Schiedsverfahren Toll Collect. Hauptgesellschafter des Konsortiums Toll Collect sind die Daimler Financial Services AG und die Deutsche Telekom AG. Im Schiedsverfahren zwischen diesen Hauptgesellschaftern sowie der Konsortialgesellschaft Toll Collect GbR einerseits und der Bundesrepublik Deutschland andererseits über Streitigkeiten in Zusammenhang mit dem Mauterhebungssystem erhielt die Deutsche Telekom am 2. August 2005 die Klageschrift der Bundesrepublik Deutschland. Der Bund macht Ansprüche auf entgangene Mauteinnahmen in Höhe von ca. 3,33 Mrd. € zuzüglich Zinsen wegen Verspätung der Aufnahme des Wirkbetriebs sowie Vertragsstrafen in Höhe von ca. 1,65 Mrd. € zuzüglich Zinsen geltend. Die Summe aller Hauptforderungen des Bundes – einschließlich der Vertragsstrafenforderungen – beträgt damit ca. 4,98 Mrd. € zuzüglich Zinsen. Nach den mündlichen Verhandlungen im Frühjahr 2014 haben wir die Einschätzung des Verfahrens und des auf die Deutsche Telekom entfallenden Risikoanteils aktualisiert sowie eine bilanzielle Risikovorsorge in angemessener Höhe gebildet. 2015 und 2016 fanden weitere mündliche Verhandlungen statt. Eine Veranlassung, die 2014 getroffene bilanzielle Risikovorsorge anzupassen, besteht nicht.
  • Prospekthaftungsverfahren. Hierbei handelt es sich um ca. 2 600 laufende Klagen von ca. 16 000 angeblichen Käufern von T-Aktien, die auf der Grundlage der Prospekte vom 28. Mai 1999 (zweiter Börsengang, DT2) und vom 26. Mai 2000 (dritter Börsengang, DT3) verkauft wurden. Die Kläger behaupten, dass einzelne Angaben in diesen Prospekten unrichtig oder unvollständig seien. Der Streitwert beläuft sich auf insgesamt ca. 80 Mio. €. Die Klagen richten sich zum Teil auch gegen die KfW und/oder die Bundesrepublik Deutschland sowie teilweise auch gegen emissionsbegleitende Banken. Das Landgericht Frankfurt am Main hat jeweils Vorlagebeschlüsse nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) zum Oberlandesgericht Frankfurt am Main erlassen und die Ausgangsverfahren ausgesetzt. Im Musterverfahren zum zweiten Börsengang (DT2) erließ das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am 3. Juli 2013 einen Musterentscheid und stellte fest, dass der betreffende Börsenprospekt keine Fehler enthält. Mit Beschluss vom 22. November 2016 bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) die Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main in allen wesentlichen Punkten. Das Musterverfahren DT2 ist damit beendet. Am 16. Mai 2012 hatte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main im Musterverfahren zum dritten Börsengang (DT3) festgestellt, dass der Börsenprospekt der Deutschen Telekom AG ebenfalls keinen Fehler enthält. Der BGH hat in seiner Entscheidung vom 21. Oktober 2014 diese Entscheidung teilweise aufgehoben, einen Fehler im Börsenprospekt festgestellt und das Verfahren an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zurückverwiesen. Am 30. November 2016 stellte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main in einem Musterentscheid fest, dass aus dem vom BGH festgestellten Fehler eine grundsätzliche Haftung der Deutschen Telekom AG resultieren kann, Einzelheiten seien aber in den Ausgangsverfahren zu klären. Sowohl die Deutsche Telekom AG als auch einzelne Musterkläger haben gegen diese Entscheidung Rechtsbeschwerde beim BGH eingelegt. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass überwiegende Gründe gegen eine Schadensersatzpflicht der Deutschen Telekom AG sprechen. Im Konzern-Anhang wurde eine in angemessener Höhe gebildete Eventualverbindlichkeit angegeben. Im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Deutschen Telekom AG wurde bilanzielle Risikovorsorge in angemessener Höhe gebildet.
  • Klagen von Telefonbuchpartnerverlagen. Mehrere Verlage, die gemeinsam mit der DeTeMedien GmbH, einer 100 %igen Tochter der Deutschen Telekom AG, in gemeinsamen Gesellschaften jeweils Teilnehmerverzeichnisse herausgeben und verlegen, reichten Ende 2013 Klagen gegen die DeTeMedien GmbH und/oder die Deutsche Telekom AG ein. Die Kläger fordern von der DeTeMedien GmbH und teilweise von der Deutschen Telekom AG als Gesamtschuldnerin neben der DeTeMedien GmbH Schadensersatz oder Rückzahlung. Die Kläger stützen ihre Forderungen auf vermeintlich überhöhte Kosten für die Überlassung von Teilnehmerdaten in den gemeinsamen Gesellschaften. Die bezifferten Forderungen der ursprünglich 81 Kläger betrugen Ende 2014 insgesamt rund 470 Mio. € zuzüglich Zinsen. Nachdem im Oktober 2015 mit einem Großteil der Verlage eine Vereinbarung über die Beilegung der Streitigkeiten geschlossen wurde und andere Klagen zwischenzeitlich rechtskräftig abgewiesen wurden, sind derzeit noch 15 Verfahren mit einer verbleibenden Klagesumme von ca. 104 Mio. € zuzüglich Zinsen rechtshängig. Fünf Verlage, deren Zivilklagen noch rechtshängig sind, verfolgen ihre Ansprüche seit Juni 2016 parallel durch verwaltungsgerichtliche Klagen gegen die Bundesnetzagentur.
  • Klagen wegen Entgelten für die Mitbenutzung von Kabelkanalanlagen. Im Jahr 2012 verklagte die Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH (KDG) – nun Vodafone Kabel Deutschland GmbH – die Telekom Deutschland GmbH und forderte eine Reduzierung des jährlichen Entgelts für die Nutzungsrechte an Kabelkanalkapazitäten für die Zukunft sowie die teilweise Rückzahlung von in diesem Zusammenhang seit 2004 geleisteten Zahlungen. Die KDG bezifferte ihre Ansprüche zuletzt mit ca. 407 Mio. € nebst ca. 34 Mio. € für vermeintlich erlangten Zinsnutzen, jeweils zuzüglich Zinsen. Nachdem bereits das Landgericht Frankfurt am Main der Klage im Jahr 2013 nicht stattgegeben hatte, wies auch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main die Berufung im Dezember 2014 ab. Mit Urteil vom 24. Januar 2017 hob der BGH das Berufungsurteil auf und verwies das Verfahren zur weiteren Verhandlung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zurück. In einem ähnlich gelagerten Verfahren forderten die Unitymedia Hessen GmbH & Co. KG, die Unitymedia NRW GmbH und die Kabel BW GmbH im Januar 2013 von der Telekom Deutschland GmbH Unterlassung, mehr als ein jeweils genau beziffertes Entgelt für die Mitbenutzung von Kabelkanalanlagen von den Klägern zu verlangen. Für im Zeitraum von 2009 bis einschließlich 2012 angeblich zu viel gezahlte Entgelte fordern die Kläger Rückzahlung in Höhe von insgesamt ca. 189 Mio. € zuzüglich Zinsen. Die Klage wurde am 11. Oktober 2016 vom Landgericht Köln erstinstanzlich abgewiesen. Gegen die Entscheidung haben die Kläger Berufung eingelegt. Die finanziellen Auswirkungen beider Verfahren können derzeit nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden.
  • Entgelte für die Überlassung von Teilnehmer-Anschlussleitungen. Die nach der Umsetzung von Vergleichsvereinbarungen mit den (ehemaligen) Klägern ergangenen Neubescheidungen und Klagerücknahmen führen dazu, dass wir das Risiko aus den verbleibenden Verfahren für die TAL-Überlassungs- und Einmalentgelte als gering einschätzen. Wir werden daher in Zukunft nicht mehr über die noch anhängigen Verfahren berichten.


    Im Übrigen beantragten Wettbewerbsunternehmen in vielen Fällen die Aufhebung von Entscheidungen der BNetzA, die auch zugunsten der Deutschen Telekom oder Telekom Deutschland GmbH ergangen sind. Sollten diese Anträge Erfolg haben, bedarf es in der Regel einer erneuten Entscheidung durch die BNetzA.

  • Schadensersatzklage in Malaysia trotz einem früheren, anderslautenden rechtskräftigen Schiedsurteil. Die Celcom Malaysia Berhad (Celcom) und die Technology Resources Industries Berhad klagen vor den staatlichen Gerichten in Kuala Lumpur, Malaysia, gegen insgesamt elf Beklagte, darunter auch die DeTeAsia Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Die Kläger verlangen Schadensersatz und Entschädigung in Höhe von 232 Mio. US-$ zuzüglich Zinsen. Diesen Betrag hatte die DeTeAsia Holding GmbH im Jahr 2005 aufgrund eines rechtskräftig zu ihren Gunsten ergangenen Schiedsurteils gegen die Celcom vollstreckt. Das erstinstanzliche Hauptverfahren ist ab Frühjahr/Sommer 2017 vorgesehen. Die finanziellen Auswirkungen können wir derzeit noch nicht ausreichend verlässlich schätzen.
  • Patente und Lizenzen. Wie viele andere große Telekommunikations- und Internet-Anbieter sieht sich die Deutsche Telekom einer wachsenden Zahl von Streitfällen „zum Recht am geistigen Eigentum“ ausgesetzt. Für uns besteht das Risiko der Zahlung von Lizenzgebühren und/oder Schadensersatz; zudem sind wir dem Risiko einer Verurteilung zur Unterlassung ausgesetzt, z. B. für den Vertrieb eines Produkts oder für die Nutzung einer Technik.
  • Reduzierung des Unternehmensbeitrags für die Postbeamtenversorgung. Die Deutsche Telekom leistet gemäß ihrer Verpflichtung nach dem Postpersonalrechtsgesetz Zahlungen an die Postbeamtenversorgungskasse. Das Postpersonalrechtsgesetz sieht vor, dass diese Leistungspflicht bis zu einer marktüblichen Belastung eines vergleichbaren Unternehmens vermindert werden kann, wenn ein zahlungsverpflichtetes früheres Postunternehmen gegenüber dem Bund nachweist, dass die Zahlung unter Berücksichtigung seiner Wettbewerbsfähigkeit eine unzumutbare Belastung bedeuten würde. Die Deutsche Telekom hatte beim zuständigen Bundesministerium der Finanzen die Verminderung ihrer Zahlungsverpflichtungen beantragt. Nach Antragsablehnung erhob die Deutsche Telekom beim zuständigen Verwaltungsgericht Klage, um zu erreichen, dass ein Teil der in der Vergangenheit gezahlten Beträge zurückgezahlt und die in Zukunft zu zahlenden Beträge gemindert werden. Mit Urteil vom 2. Oktober 2015 wies das zuständige Verwaltungsgericht die Klage der Deutschen Telekom auf Verminderung der Zahlungsverpflichtung ab. Gegen diese Entscheidung hat die Deutsche Telekom im November 2015 Berufung eingelegt.

Die Deutsche Telekom beabsichtigt im Übrigen, sich in jedem dieser Gerichts-, Güte- und Schiedsverfahren entschieden zu verteidigen bzw. ihre Ansprüche zu verfolgen.

Abgeschlossene Verfahren

  • Schadensersatzklagen im Zusammenhang mit Entgelten für die Überlassung von Teilnehmerdaten. 2005 wurde der Deutschen Telekom AG eine Schadensersatzklage der telegate AG in Höhe von ca. 86 Mio. € zuzüglich Zinsen zugestellt. Die telegate AG begründete ihre Klage mit angeblich überhöhten Preisen der Deutschen Telekom AG für die Überlassung von Teilnehmerdaten zwischen 1997 und 1999. Ebenfalls 2005 wurde der Deutschen Telekom AG eine Schadensersatzklage von Dr. Harisch – Gründer der telegate AG – zugestellt, mit der er zuletzt Forderungen in Höhe von ca. 612 Mio. € zuzüglich Zinsen geltend machte. Beide Klagen wurden zwischenzeitlich rechtskräftig abgewiesen. Zuletzt hat der Bundesgerichtshof mit Beschluss von 12. April 2016 auch eine Nichtzulassungsbeschwerde der telegate AG zurückgewiesen. Damit sind die Verfahren beendet.
  • Schadensersatzklage gegen OTE. Lannet Communications S. A. hatte im Mai 2009 Klage gegen OTE eingereicht und fordert Schadensersatz in Höhe von ca. 176 Mio. € zuzüglich Zinsen aufgrund einer angeblich rechtswidrigen Kündigung von Leistungen seitens OTE – hauptsächlich Zusammenschaltungsleistungen, Entbündelung von TAL und Vermietung von Standleitungen. Das zuständige Gericht in Athen hat am 8. April 2016 einem Antrag der OTE stattgegeben und den Kläger verpflichtet, die Klage zurückzunehmen. Die Entscheidung ist zwischenzeitlich rechtskräftig geworden und das Verfahren somit beendet.

KARTELLVERFAHREN

Wie alle Unternehmen unterliegt auch unser Konzern den Vorschriften des Kartellrechts. Vor diesem Hintergrund haben wir gerade in den letzten Jahren unsere Compliance-Maßnahmen auch in diesem Bereich deutlich ausgebaut. Unser Compliance Management System wurde 2015 von unabhängigen Wirtschaftsprüfern in Bezug auf Kartellrecht gemäß IDW PS 980 als wirksam zertifiziert. Dennoch sieht sich die Deutsche Telekom bzw. ihre Beteiligungsgesellschaften von Zeit zu Zeit wettbewerbsrechtlichen Verfahren oder sich daraus ergebenden zivilrechtlichen Folgeklagen ausgesetzt. Im Folgenden beschreiben wir die wesentlichen Kartellverfahren und die daraus resultierenden Schadensersatzklagen.

Schadensersatzklagen gegen Slovak Telekom infolge der Bußgeldentscheidung der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat am 15. Oktober 2014 entschieden, dass Slovak Telekom ihre Marktmacht auf dem slowakischen Breitband-Markt missbraucht habe, und im Zuge dessen Bußgelder gegen Slovak Telekom und Deutsche Telekom verhängt. Die Bußgelder wurden im Januar 2015 beglichen. Slovak Telekom und Deutsche Telekom haben die Entscheidung der Europäischen Kommission am 29. Dezember 2014 vor dem Gericht der Europäischen Union angefochten. Im Anschluss an die Bußgeldentscheidung der Europäischen Kommission haben Orange Slovensko, SWAN und Slovanet im Jahr 2015 Klage vor dem Zivilgericht in Bratislava gegen Slovak Telekom erhoben und fordern Schadensersatz in Höhe von 247 Mio. €, 53 Mio. € sowie 62 Mio. € zuzüglich Zinsen. Mit diesen Klagen begehren sie die Erstattung eines angeblichen Schadens, der sich aus dem von der Europäischen Kommission festgestellten Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch die Slovak Telekom ergeben haben soll. Während die Klage von Slovanet der Slovak Telekom bislang noch nicht zugestellt wurde, hat Slovak Telekom gegen die Klagen von Orange Slovensko und SWAN eine ausführliche Klageerwiderung eingereicht, mit der die jeweiligen Schadensersatzansprüche vollumfänglich zurückgewiesen werden. Parallel dazu führt Slovak Telekom mit Orange Slovensko außergerichtliche Vergleichsverhandlungen, für die wir bilanzielle Risikovorsorge in angemessener Höhe gebildet haben. Bei den übrigen Verfahren können wir die finanziellen Auswirkungen derzeit nicht ausreichend verlässlich schätzen.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs- und Zinsrisiken

Unser Konzern unterliegt hinsichtlich seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen v. a. Liquiditäts- und Ausfallrisiken sowie dem Risiko der Veränderung von Währungskursen und Zinssätzen. Ziel unseres finanziellen Risiko-Managements ist es, diese Risiken durch laufende operative und finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Zur Risikobegrenzung setzen wir je nach Einschätzung der Risiken ausgewählte derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente ein (Sicherungsgeschäfte). Grundsätzlich werden jedoch nur die Risiken besichert, die sich auf den Cashflow unseres Konzerns auswirken. Derivative Finanzinstrumente nutzen wir ausschließlich als Sicherungsinstrumente, d. h., sie kommen für Handels- oder andere spekulative Zwecke nicht zum Einsatz. Die Beurteilung der im Folgenden beschriebenen Risikofelder Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs- und Zinsrisiken erfolgt in der Nettobetrachtung (nach Umsetzung der Risikobegrenzungsmaßnahmen). Zur Beurteilung siehe Tabelle „Unternehmensrisiken".

Liquiditätsrisiken. Um die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns und der Deutschen Telekom AG jederzeit sicherzustellen, halten wir im Rahmen unseres Liquiditäts-Managements eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vor. Diese Liquiditätsreserve soll zu jedem Zeitpunkt die Fälligkeiten der nächsten 24 Monate abdecken. In der mittel- bis langfristigen Finanzierung nutzen wir hauptsächlich Anleihen in unterschiedlichen Währungen und Rechtsrahmen. In der Regel werden diese Instrumente über die Deutsche Telekom International Finance B. V. emittiert und als interne Kredite im Konzern weitergereicht.

Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung der Liquiditätsreserve im Verhältnis zu den Fälligkeiten. Zum Ende des Jahres 2016 und auch in den Quartalen zuvor wurde die Anforderung an die Liquiditätsreserve, die Fälligkeiten der jeweils kommenden 24 Monate abzudecken, eindeutig erfüllt.

Grafik: Entwicklung Liquiditätsreserve, Fälligkeiten 2015/2016

Neben den ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten standen der Deutschen Telekom am 31. Dezember 2016 standardisierte bilaterale Kreditlinien mit 22 Banken mit einem aggregierten Gesamtvolumen von 12,9 Mrd. € zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2016 waren diese Banklinien nicht in Anspruch genommen. Gemäß den Kreditverträgen sind die Konditionen abhängig von unserem Rating. Die bilateralen Kreditverträge haben eine ursprüngliche Laufzeit von 36 Monaten und können jeweils nach zwölf Monaten um weitere zwölf Monate auf 36 Monate verlängert werden. Unser Zugang zu den internationalen Fremdkapitalmärkten ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet.

Ausfallrisiken. Bei unserem operativen Geschäft und bei bestimmten Finanzierungsaktivitäten sind wir einem Ausfallrisiko ausgesetzt, d. h. dem Risiko, dass die Gegenpartei ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Im Finanzierungsbereich schließen wir Geschäfte grundsätzlich nur mit Kontrahenten ab, deren Kredit-Rating mindestens BBB+/Baa1 ist; damit verbunden ist ein laufendes Bonitäts-Management-System. Bereichsbezogen, also dezentral, überwachen wir kontinuierlich im operativen Geschäft die Außenstände. Einer gesonderten Bonitätsüberwachung unterliegt unser Geschäft mit Großkunden, insbesondere internationalen Carriern.

Für Derivategeschäfte haben wir mittels Collateralverträgen mit den Kontrahenten vereinbart, dass im Insolvenzfall sämtliche bestehenden Kontrakte gegeneinander aufgerechnet werden und eine Forderung bzw. Verbindlichkeit nur in Höhe des Saldos verbleibt. Das Ausfallrisiko bei Derivategeschäften reduzieren wir noch weiter, indem wir Collaterals austauschen. Für Forderungssalden für bestehende Collateralverträge erhalten wir vom Kontrahenten frei verfügbare Barmittel als Sicherheit; im Falle von Verbindlichkeitssalden stellen wir solche im Gegenzug bereit.

Währungsrisiken. Die Währungskursrisiken resultieren aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Risiken aus Fremdwährungsschwankungen werden gesichert, soweit sie die Cashflows des Konzerns beeinflussen (d. h., soweit der Cashflow nicht in der funktionalen Währung des jeweiligen Konzernunternehmens denominiert). Fremdwährungsrisiken, welche die Cashflows des Konzerns nicht beeinflussen (d. h. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung resultieren), bleiben hingegen grundsätzlich ungesichert. Unter Umständen können wir jedoch auch dieses Fremdwährungsrisiko besichern.

Zinsrisiken. Unsere Zinsrisiken resultieren v. a. aus verzinslichen Verbindlichkeiten, in erster Linie in der Eurozone und in den USA. Die Zinsrisiken im Euro steuern wir im Rahmen unseres Zinsmanagements. Hierbei wird die maximal zulässige negative Abweichung vom geplanten Zinsergebnis definiert: sog. Risikobudget. Um die Einhaltung des Risikobudgets zu gewährleisten, steuern wir die Zusammensetzung des Verbindlichkeiten-Portfolios (Verhältnis von fix-/variabel-verzinslichen Schuldtiteln und durchschnittlicher Zinsbindung des Portfolios) sowohl über die Begebung originärer Finanzinstrumente sowie bei Bedarf zusätzlich durch den Einsatz von derivativen Instrumenten. In den USA resultierte in der Berichtsperiode durchgehend eine festverzinsliche Nettoposition. Es erfolgt ein regelmäßiges Reporting an Vorstand und Aufsichtsrat. Weiter gehende Ausführungen finden Sie unter Angabe 36 „Finanzinstrumente und Risiko-Management“ im Konzern-Anhang.

Steuerrisiken

In zahlreichen Ländern unterliegen wir den jeweils geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Risiken können sich ergeben aus Änderungen der lokalen Steuergesetze bzw. der Rechtsprechung und unterschiedlicher Auslegung von existierenden Vorschriften. Daher können sie sich sowohl auf unsere Steueraufwendungen und -erträge als auch auf unsere Steuerforderungen und -verbindlichkeiten auswirken.

Sonstige finanzwirtschaftliche Risiken

Im Folgenden beschreiben wir die sonstigen finanzwirtschaftlichen Risiken, die für uns aktuell unwesentlich bzw. mit dem heutigen Kenntnisstand nicht einschätzbar sind.

Rating-Risiko. Zum 31. Dezember 2016 bewertete die Rating-Agentur Moody’s die Deutsche Telekom mit Baa1, Fitch und Standard & Poor’s mit BBB+. Der Ausblick ist bei allen drei Agenturen stabil. Ein niedrigeres Rating hätte höhere Zinsen bei einem Teil der von uns emittierten Anleihen zur Folge.

Aktienverkäufe des Bundes bzw. der KfW Bankengruppe. Zum 31. Dezember 2016 hielt der Bund zusammen mit der KfW Bankengruppe rund 32,0 % an der Deutschen Telekom AG. Es ist nicht auszuschließen, dass der Bund seine Privatisierungspolitik fortführt und sich von weiteren Beteiligungen kapitalmarktgerecht und unter Einbeziehung der KfW Bankengruppe trennt. Für uns besteht das Risiko, dass die Veräußerung von Anteilen an der Deutschen Telekom AG durch den Bund oder die KfW Bankengruppe in größerem Umfang bzw. durch entsprechende Spekulationen am Markt den Kurs der T-Aktie negativ beeinflusst.

Werthaltigkeit des Vermögens der Deutschen Telekom AG. Der Wert des Vermögens der Deutschen Telekom AG und ihrer Tochterunternehmen wird regelmäßig überprüft. Flankierend zu den regelmäßigen jährlichen Bewertungen sind in bestimmten Fällen zusätzliche Werthaltigkeitstests durchzuführen, z. B. dann, wenn infolge von Änderungen im Wirtschafts-, Regulierungs-, Geschäfts- oder Politikumfeld zu vermuten ist, dass sich der Wert von Goodwill, immateriellen Vermögenswerten, Gegenständen des Sachanlagevermögens, Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten vermindert haben könnte. Eine ausführliche Darstellung finden Sie im Kapitel „Grundlagen und Methoden – Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten“ im Konzern-Anhang. Ergebnis solcher Werthaltigkeitstests können entsprechende Wertminderungen sein, die aber nicht zu Auszahlungen führen. Unser Ergebnis kann hierdurch in erheblichem Umfang gemindert werden; dies könnte den Kurs der T-Aktie belasten.