Ertragslage des Konzerns

Umsatz

Im Berichtsjahr erzielten wir einen Konzernumsatz von 73,1 Mrd. €, der um 3,9 Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveau lag. Zu dieser positiven Entwicklung trug maßgeblich die Geschäftsentwicklung in unserem operativen Segment USA bei: So ließen die erfolgreichen „Uncarrier“-Initiativen von T-Mobile US die Zahl der Neukunden und damit auch die Service-Umsätze weiterhin stark steigen. Weiterhin stiegen auch die Endgeräteumsätze an: Kunden gingen im Zuge des im Juni 2015 bei T-Mobile US eingeführten Geschäftsmodells JUMP! On Demand vermehrt dazu über, hochwertige Endgeräte zu mieten. In unserem Heimatmarkt Deutschland waren die Umsätze um 1,7 % rückläufig – in erster Linie aufgrund geringerer Umsätze mit Mobilfunk-Endgeräten ohne Vertragsbeziehung. Auch in unserem operativen Segment Europa lagen die Umsatzrückgänge um 2,1 % unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus der Ausgliederung des Energie-Resale-Geschäfts zum 1. Januar 2016 in Ungarn. Zusätzlich setzten Entscheidungen von Regulierungsbehörden sowie die weiterhin hohe Wettbewerbsintensität auf den Telekommunikationsmärkten in unseren Landesgesellschaften – insbesondere in den Niederlanden – die Umsätze weiter unter Druck. Trotz der Abrechnung aus dem Abschluss der Aufbauphase des Mauterhebungssystems in Belgien im ersten Quartal 2016 lag der Umsatz unseres operativen Segments Systemgeschäft um 3,5 % unter dem Niveau des Vorjahres. Generell wirkte sich die rückläufige Preisentwicklung im ICT-Geschäft negativ aus. Der Umsatz unseres Segments Group Headquarters & Group Services verringerte sich im Vorjahresvergleich im Wesentlichen aufgrund der entfallenen Umsätze im Zusammenhang mit dem Verkauf unserer Online-Plattform t-online.deund unseres Digitalvermarkters InteractiveMedia im November 2015 sowie der Neuaufstellung des Bereichs Group Innovation+.

Ohne Berücksichtigung von im Saldo nur leicht negativen Wechselkurseffekten sowie negativen Konsolidierungskreiseffekten in Höhe von 0,2 Mrd. € stieg der Umsatz sogar um 4,1 Mrd. € bzw. 6,0 %. Detailliertere Angaben zu den Umsatzentwicklungen in unseren operativen Segmenten Deutschland, USA, Europa, Systemgeschäft sowie in unserem Segment Group Headquarters & Group Services können Sie dem Kapitel „Geschäftsentwicklung der operativen Segmente“ entnehmen.

Beitrag der Segmente zum Konzernumsatz
in Mio. €
  2016 2015 Veränderung Veränderung
 in %
2014
Konzernumsatz 73 095 69 228 3 867 5,6 % 62 658
Deutschland 22 041 22 421 (380) (1,7) % 22 257
USA 33 738 28 925 4 813 16,6 % 22 408
Europa a 12 747 13 024 (277) (2,1) % 13 221
Systemgeschäft a 7 907 8 194 (287) (3,5) % 8 252
Group Headquarters & Group Services 2 212 2 275 (63) (2,8) % 2 516
Intersegmentumsatz (5 550) (5 611) 61 1,1 % (5 996)
 
a Seit dem 1. Januar 2016 wird der Geschäftskundenbereich der Gesellschaft Magyar Telekom in Ungarn, der zuvor organisatorisch dem operativen Segment Systemgeschäft zugeordnet war, im operativen Segment Europa geführt und ausgewiesen. Die Vorjahresvergleichswerte wurden entsprechend rückwirkend angepasst.

Gemessen am Außenumsatz leistete unser operatives Segment USA mit einem Anteil von 46,2 % unverändert den größten Beitrag zum Konzernumsatz. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Anteil am Konzernumsatz, v. a. aufgrund des weiterhin starken Anstiegs an Neukunden, um 4,4 Prozentpunkte. Rückläufig zeigten sich hingegen die Anteile unserer anderen operativen Segmente sowie des Segments Group Headquarters & Group Services. Der Anteil des Auslandsumsatzes nahm weiter zu: von 63,8 % auf 66,3 %.

Grafik: Regionale Umsatzverteilung
Grafik: Beitrag der Segmente zum Konzernumsatz

EBITDA, Bereinigtes EBITDA

Ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen erwirtschafteten wir im Berichtsjahr ein gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mrd. € gestiegenes bereinigtes EBITDA von 21,4 Mrd. €. Zu dieser Entwicklung trug in erster Linie unser operatives Segment USA mit einem Plus des bereinigten EBITDA-Beitrags von 1,9 Mrd. € bei; Haupttreiber dabei war der anhaltende Erfolg der „Uncarrier“-Initiativen. Die im Rahmen von JUMP! On Demand erzielten Umsatzeffekte aus dem Endgeräte-Mietmodell leisteten ebenfalls einen Beitrag zum Anstieg des bereinigten EBITDA, da die entsprechenden Kosten über die Laufzeit des Mietvertrags abgeschrieben wurden und sich damit nicht auf das bereinigte EBITDA auswirkten. Das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA unseres operativen Segments Deutschland entwickelte sich in 2016 gegenüber dem Vorjahr stabil. Durch Effizienzsteigerungen in allen Funktionen konnte der geringere Umsatz kompensiert werden. Rückläufig war das bereinigte EBITDA bei unserem operativen Segment Europa, v. a. wettbewerbs- und regulierungsbedingt, sowie bei unserem operativen Segment Systemgeschäft. Hauptgrund dafür sind bilanzielle Risikovorsorgemaßnahmen für einzelne Großkundenverträge. Das bereinigte EBITDA unseres Segments Group Headquarters & Group Services profitierte im Vorjahr von einem positiven Einmaleffekt. Wechselkurseffekte sowie Effekte aus Konsolidierungskreisveränderungen wirkten sich nur geringfügig auf die Entwicklung des bereinigten EBITDA aus.

Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich unser EBITDA deutlich um 4,2 Mrd. € auf 22,5 Mrd. €; enthalten waren positive Sondereinflüsse im Saldo in Höhe von 1,1 Mrd. €. In erster Linie handelte es sich dabei um einen Ertrag aus der am 29. Januar 2016 durchgeführten Veräußerung unseres Anteils am Joint Venture EE von rund 2,5 Mrd. €. Aus im März und im September 2016 vollzogenen Tauschtransaktionen über Mobilfunk-Lizenzen zwischen T-Mobile US und zwei Wettbewerbern resultierten Erträge von insgesamt 0,5 Mrd. €. Aus den im April und Dezember 2016 vollzogenen Verkäufen von Teilen unseres Aktienpakets an der Scout24 AG wurden Erträge von insgesamt rund 0,1 Mrd. € realisiert. Bereits im Vorjahr realisierten wir aus der im Zusammenhang mit dem Börsengang der Scout24 AG erfolgten Veräußerung von Aktien einen Ertrag in Höhe von 0,3 Mrd. €. Aufwendungen im Zusammenhang mit Personalmaßnahmen sowie sachbezogene Restrukturierungsaufwendungen beliefen sich insgesamt auf 1,7 Mrd. € und lagen damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Darüber hinaus wirkten sich Aufwendungen aus der Abschaltung des CDMA-Netzes von MetroPCS von rund 0,1 Mrd. € aus. Im Vergleichszeitraum waren diesbezüglich Aufwendungen von 0,4 Mrd. € erfasst. 2015 hatten die Sondereinflüsse Erträge aus den Entkonsolidierungen unserer Online-Plattform t-online.de und unseres Digitalvermarkters InteractiveMedia von insgesamt 0,3 Mrd. € beinhaltet. Detailliertere Angaben zur Entwicklung von EBITDA/bereinigtem EBITDA unserer Segmente können Sie dem Kapitel „Geschäftsentwicklung der operativen Segmente“ entnehmen.

Beitrag der Segmente zum Konzern-EBITDA bereinigt
  2016
in Mio. €
Anteil am Konzern-BITDA bereinigt in % 2015
 in Mio. €
Anteil am Konzern-EBITDA bereinigt in % Veränderung
 in Mio. €
Veränderung
 in %
2014
in Mio. €
EBITDA (bereinigt um
Sondereinflüsse) im Konzern
21 420 100,0 19 908 100,0 1 512 7,6 % 17 569
Deutschland 8 800 41,1 8 790 44,2 10 0,1 % 8 810
USA 8 561 40,0 6 654 33,4 1 907 28,7 % 4 296
Europa 4 094 19,1 4 329 21,7 (235) (5,4) % 4 471
Systemgeschäft 582 2,7 740 3,7 (158) (21,4) % 797
Group Headquarters & Group Services (576) (2,7) (552) (2,8) (24) (4,3) % (667)
Überleitung (41) (0,2) (53) (0,2) 12 22,6 % (138)

EBIT

Das EBIT des Konzerns lag bei 9,2 Mrd. € und war damit 2,1 Mrd. € höher als im Vorjahr. Ursachen für diese Veränderung sind u. a. die beim EBITDA beschriebenen Effekte. Mindernd wirkten sich die im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,0 Mrd. € höheren Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen aus. Dabei lagen die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 1,5 Mrd. € über dem Vorjahr. Diese standen überwiegend im Zusammenhang mit dem Ausbau des 4G/LTE-Netzes und dem im Juni 2015 gestarteten JUMP! On Demand Programm in unserem operativen Segment USA.

Im Berichtsjahr wurden im operativen Segment Europa Wertminderungen auf Goodwill in Höhe von 0,5 Mrd. € erfasst. Diese entfielen zum überwiegenden Anteil auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Niederlande. Darüber hinaus wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von insgesamt 0,2 Mrd. € vorgenommen. Diese entfielen ebenfalls überwiegend auf das operative Segment Europa. Weitere Erläuterungen sind Angabe 22 „Abschreibungen“ im Konzern-Anhang zu entnehmen.

Ergebnis vor Ertragssteuern

Trotz des deutlich verbesserten EBIT verringerte sich das Ergebnis vor Ertragsteuern gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mrd. € auf 4,5 Mrd. €. Grund dafür ist die Verschlechterung unseres Finanzergebnisses um 2,4 Mrd. €. Einen wesentlichen Einfluss hierauf hatte die erfolgswirksam erfasste Wertminderung unseres Anteils an der BT in Höhe von 2,2 Mrd. €. Diese Wertminderung umfasst sowohl den Aktienkurs- als auch den Währungskurseffekt. Im Geschäftsjahr erhielten wir eine im Zusammenhang mit dem Verkauf unseres Anteils am ehemaligen Joint Venture EE erhaltene abschließende Dividende von rund 0,2 Mrd. € sowie weitere Dividendenerträge aus unserer Beteiligung an BT in Höhe von ebenfalls rund 0,2 Mrd. €. In 2015 erhielten wir vom Joint Venture EE Dividendenzahlungen in Höhe von 0,4 Mrd. €. Auf den Buchwert unseres at equity bilanzierten assoziierten Unternehmens Ströer SE & Co. KGaA erfassten wir im Geschäftsjahr eine Wertminderung von 50 Mio. €. Gegenläufig wirkten sich Bewertungseffekte durch die Folgebewertung eingebetteter Derivate bei T-Mobile US aus. Das Ergebnis hieraus lag insgesamt bei minus 0,1 Mrd. €, hat sich gegenüber dem Vorjahr jedoch leicht verbessert. Das Zinsergebnis lag mit minus 2,5 Mrd. € lediglich um 0,1 Mrd. € unter dem Niveau des Vorjahres.

Konzernüberschuss/(-Fehlbetrag)

Der Konzernüberschuss verringerte sich um 0,6 Mrd. € auf 2,7 Mrd. €. Der Steueraufwand des laufenden Geschäftsjahres belief sich auf 1,4 Mrd. € und lag damit um 0,2 Mrd. € über dem Vorjahresniveau. Weitere Erläuterungen hierzu finden Sie in Angabe 26 „Ertragsteuern“ im Konzern-Anhang. Das den Anteilen anderer Gesellschafter zugerechnete Ergebnis erhöhte sich gegenüber 2015 um 0,2 Mrd. €. In unserem operativen Segment USA trug insbesondere die positive Geschäftsentwicklung zum Anstieg des den Anteilen anderer Gesellschafter zugerechneten Ergebnisses bei. Für weiterführende Informationen zur Entwicklung unserer Ertragslage verweisen wir auf die Angaben im Kapitel „Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung“ im Konzern-Anhang.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung des EBITDA, des EBIT sowie des Konzernüberschusses/(-fehlbetrags) auf die um Sondereinflüsse bereinigten Werte.

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Auswirkungen von Sondereinflüssen
in Mio. €
  EBITDA
2016
EBIT
2016
EBITDA
2015
EBIT
2015
EBITDA
2014
EBIT
2014
EBITDA/EBIT 22 544 9 164 18 388 7 028 17 821 7 247
Deutschland (910) (910) (545) (545) (254) (254)
Personalrestrukturierung (854) (854) (402) (402) (223) (223)
Sachbezogene Restrukturierungen (38) (38) (112) (112) (9) (9)
Ergebniseffekte aus Unternehmens- und sonstigen Transaktionen 0 0 0 0 0 0
Sonstiges (18) (18) (31) (31) (22) (22)
USA 406 406 (425) (425) (52) (52)
Personalrestrukturierung (11) (11) (50) (50) (133) (133)
Sachbezogene Restrukturierungen 0 0 0 0 0 0
Ergebniseffekte aus Unternehmens- und sonstigen Transaktionen 417 417 (382) (382) 78 78
Wertminderungen 0 0 0
Sonstiges 0 0 7 7 3 3
Europa (131) (730) (221) (264) (131) (153)
Personalrestrukturierung (135) (135) (177) (177) (91) (91)
Sachbezogene Restrukturierungen (7) (7) (14) (14) (9) (9)
Ergebniseffekte aus Unternehmens- und sonstigen Transaktionen 24 24 31 31 (5) (5)
Wertminderungen (599) (43) (22)
Sonstiges (13) (13) (61) (61) (26) (26)
Systemgeschäft (337) (362) (647) (713) (540) (549)
Personalrestrukturierung (204) (204) (367) (367) (286) (286)
Sachbezogene Restrukturierungen (9) (9) (259) (263) (205) (212)
Ergebniseffekte aus Unternehmens- und sonstigen Transaktionen 0 0 (4) (4) (23) (23)
Sonstiges (124) (149) (17) (79) (26) (28)
Group Headquarters & Group Services 2 098 2 098 319 303 1 229 1 200
Personalrestrukturierung (434) (434) (213) (213) (174) (174)
Sachbezogene Restrukturierungen (27) (27) (48) (48) (54) (54)
Ergebniseffekte aus Unternehmens- und sonstigen Transaktionen 2 575 2 575 574 574 1 631 1 631
Wertminderungen 0 0 (29)
Sonstiges (16) (16) 6 (10) (174) (174)
Konzernüberleitung (2) (1) (1) (1) 0 0
Personalrestrukturierung 0 0 (1) (1) 0 0
Sachbezogene Restrukturierungen 0 0 0 1 0 0
Ergebniseffekte aus Unternehmens- und sonstigen Transaktionen (1) 0 1 1 0 0
Sonstiges (1) (1) (1) (2) 0 0
Summe Sondereinflüsse 1 124 501 (1 520) (1 645) 252 192
EBITDA/EBIT (bereinigt um Sondereinflüsse) 21 420 8 663 19 908 8 673 17 569 7 055
Finanzergebnis (bereinigt um Sondereinflüsse)   (2 323)   (2 233)   (2 784)
Ergebnis vor Ertragsteuern (bereinigt um Sondereinflüsse)   6 340   6 440   4 271
Ertragsteuern (bereinigt um Sondereinflüsse)   (1 858)   (1 927)   (1 474)
Überschuss/(Fehlbetrag) (bereinigt um Sondereinflüsse)   4 482   4 513   2 797
Zurechnung des Überschusses/(Fehlbetrags) (bereinigt um Sondereinflüsse) an die            
Eigentümer des Mutterunternehmens (Konzernüberschuss/(-fehlbetrag))
(bereinigt um Sondereinflüsse)
  4 114   4 113   2 422
Anteile anderer Gesellschafter
(bereinigt um Sondereinflüsse)
  368   400   375