Europa

Kundenentwicklung

Seit dem 1. Januar 2016 wird der Geschäftskundenbereich der Gesellschaft Magyar Telekom in Ungarn, der zuvor organisatorisch dem operativen Segment Systemgeschäft zugeordnet war, im operativen Segment Europa geführt und ausgewiesen. Die Vorjahresvergleichswerte wurden entsprechend rückwirkend angepasst. Für nähere Informationen verweisen wir auf die Angabe 31 „Segmentberichterstattung“ im Konzern-Anhang.

Grafik: Kundenentwicklung Europa
in Tsd.            
    31.12.2016 31.12.2015 Veränderung Veränderung in % 31.12.2014
Europa, gesamt a, b Mobilfunk-Kunden 51 699 52 737 (1 038) (2,0) % 56 506
  Festnetz-Anschlüsse 8 695 8 763 (68) (0,8) % 9 098
  davon: IP-basiert 5 180 4 132 1 048 25,4 % 3 503
  Breitband-Anschlüsse Retail 5 557 5 189 368 7,1 % 5 007
  TV (IPTV, Sat, Kabel) 4 049 3 905 144 3,7 % 3 714
  Teilnehmer-Anschlussleitung
(TAL)/Wholesale PSTN
2 259 2 239 20 0,9 % 2 325
  Wholesale gebündelte Anschlüsse 123 121 2 1,7 % 140
  Wholesale entbündelte Anschlüsse 247 199 48 24,1 % 144
Griechenland Mobilfunk-Kunden 7 725 7 399 326 4,4 % 7 280
  Festnetz-Anschlüsse 2 564 2 586 (22) (0,9) % 2 624
  Breitband-Anschlüsse 1 682 1 531 151 9,9 % 1 388
Rumänien Mobilfunk-Kunden 5 722 5 992 (270) (4,5) % 6 047
  Festnetz-Anschlüsse 1 969 2 091 (122) (5,8) % 2 239
  Breitband-Anschlüsse 1 194 1 186 8 0,7 % 1 199
Ungarn Mobilfunk-Kunden 5 332 5 504 (172) (3,1) % 5 478
  Festnetz-Anschlüsse 1 629 1 674 (45) (2,7) % 1 710
  Breitband-Anschlüsse 1 040 1 023 17 1,7 % 982
Polen a Mobilfunk-Kunden 10 634 12 056 (1 422) (11,8) % 15 702
  Festnetz-Anschlüsse 20 18 2 11,1 % n. a.
  Breitband-Anschlüsse 16 15 1 6,7 % n. a.
Tschechische Republik Mobilfunk-Kunden 6 049 6 019 30 0,5 % 6 000
  Festnetz-Anschlüsse 140 154 (14) (9,1) % 131
  Breitband-Anschlüsse 134 134 131
Kroatien Mobilfunk-Kunden 2 234 2 233 1 0,0 % 2 252
  Festnetz-Anschlüsse 1 001 1 004 (3) (0,3) % 1 076
  Breitband-Anschlüsse 783 741 42 5,7 % 725
Niederlande b Mobilfunk-Kunden 3 746 3 677 69 1,9 % 3 900
  Festnetz-Anschlüsse 164 n. a. 164 n. a. n. a.
  Breitband-Anschlüsse 164 n. a. 164 n. a. n. a.
Slowakei Mobilfunk-Kunden 2 225 2 235 (10) (0,4) % 2 220
  Festnetz-Anschlüsse 850 855 (5) (0,6) % 894
  Breitband-Anschlüsse 638 599 39 6,5 % 559
Österreich Mobilfunk-Kunden 4 594 4 323 271 6,3 % 4 020
Übrige c Mobilfunk-Kunden 3 438 3 299 139 4,2 % 3 607
  Festnetz-Anschlüsse 358 381 (23) (6,0) % 423
  Breitband-Anschlüsse 279 285 (6) (2,1) % 307
  
a Im vierten Quartal 2015 verringerte sich die Anzahl der Mobilfunk-Kunden in Polen um 3 838 Tsd. im Zusammenhang mit der Ausbuchung inaktiver Prepaid-SIM-Karten.
b Im vierten Quartal 2016 erhöhte sich die Anzahl der Festnetz- und Breitband-Anschlüsse in den Niederlanden durch den Erwerb des Vodafone Privatkunden-Festnetzgeschäfts.
c „Übrige“ enthält die Landesgesellschaften der Länder Albanien, EJR Mazedonien und Montenegro sowie die Anschlüsse der GTS Central Europe Gruppe in Rumänien.

Gesamt

Im Berichtsjahr standen die Landesgesellschaften unseres operativen Segments Europa weiterhin vor der Herausforderung, sich in einem Markt-umfeld behaupten zu müssen, das von hoher Wettbewerbsintensität geprägt ist. Unser konvergentes Produkt-Portfolio „MagentaOne“ konnten wir erfolgreich in unseren Märkten platzieren: Zum 31. Dezember 2016 haben wir bereits rund 1,4 Mio. FMC-Kunden gewinnen können – ein Plus von 55,5 %. Unser TV-Geschäft erweist sich weiterhin als Umsatztreiber, zum einen, weil wir unseren Kunden eine große Vielfalt bei den TV-Diensten anbieten; zum anderen, weil wir durch einen entsprechenden Technologie-Mix hohe Bandbreiten bereitstellen können.

Konsequent treiben wir im Festnetz den Ausbau von schnellen glasfaserbasierten Anschlüssen (FTTH, FTTB und FTTC) weiter voran. Im Mobilfunk können wir in vereinzelten Ländern unseren Kunden bereits über LTE Advanced/4G+ Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 450 MBit/s zur Verfügung stellen. Mit hohen Geschwindigkeiten in Verbindung mit einem breiten Tarif-Portfolio – inklusive der neuesten und leistungsfähigsten Smartphones – konnten wir die Zahl der Vertragskunden gegenüber dem Jahresende 2015 um 3,2 % erhöhen. Im Rahmen unserer paneuropäischen Netzstrategie steigerten wir auch die Anzahl der IP-Anschlüsse, v. a. indem wir klassische PSTN-Anschlüsse auf IP-Technologie migrierten.

Auch beim Internet der Dinge (IoT) möchten wir für unsere Kunden der beste integrierte Anbieter auf dem Markt sein. Bei der Machine-to-Machine (M2M)-Kommunikation bieten wir kundenorientierte Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an. Dabei profitieren wir von der Lösungs- und Integrationskompetenz von T-Systems, unserem starken Partnernetzwerk sowie von der Umsetzung unserer Smart Cities-Initiativen. 9

Mobilfunk

Zum Jahresende 2016 verzeichneten wir in unserem Gesamtbestand 51,7 Mio. Mobilfunk-Kunden – gegenüber 2015 ein Minus von 2,0 %. Dieser Rückgang liegt im Rahmen unserer Erwartungen und ist zurückzuführen auf Kundenverluste im Prepaid-Geschäft, das wettbewerbsbedingt stark unter Druck stand. Zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs in diesem Segment trägt auch die Prepaid-Registrierungsvorschrift bei, die die polnische Regierung Ende Juli 2016 eingeführt hat. Unsere Strategie, uns auf das werthaltige Vertragskundengeschäft zu konzentrieren, haben wir erfolgreich umgesetzt: Hier erzielten wir einen Anstieg von 3,2 %, was einem Zuwachs von rund 841 Tsd. Kunden entspricht. Den Wachstumstrend im Vertragskundengeschäft der letzten Quartale konnten wir also im vierten Quartal 2016 fortsetzen. Zu der positiven Entwicklung im Vertragskundengeschäft trugen nahezu alle unsere Landesgesellschaften bei, v. a. Österreich, die Niederlande und Rumänien. Der Anteil der Vertragskunden am Gesamtkundenbestand lag zum Ende des Berichtsjahres bei 52,8 %.

Das Fundament für unseren Erfolg sind unsere leistungsfähigen Netze. Wir positionieren uns in den jeweiligen Märkten als Qualitätsanbieter mit dem besten Service – und in vielen Ländern auch als Anbieter mit dem besten Mobilfunk-Netz. Dies belegen regelmäßig unabhängige Mobilfunk-Tests, u. a. der „Best in Test“ von P3 Communications: Erhalten haben dieses Zertifikat für eine ausgezeichnete Netzqualität neben den Niederlanden, EJR Mazedonien und Montenegro nun auch unsere Gesellschaften in Griechenland, der Slowakei, Albanien und Polen. Teil unserer Netzstrategie ist der konsequente Ausbau unserer Mobilfunknetze mit 4G/LTE-Technologie, um die Übertragungsgeschwindigkeiten in allen unseren Landesgesellschaften zu erhöhen. Dank unserer Investitionen in unser 4G/LTE-Netzwerk profitieren unsere Kunden von einer größeren Netzabdeckung mit schneller mobiler Breitband-Anbindung. So versorgten wir 2016 in den Ländern unseres operativen Segments bereits 84 % der Bevölkerung mit LTE und erreichten somit insgesamt mehr als 109 Mio. Einwohner. Damit liegen wir bereits sehr gut im Plan – wir wollen bis 2018 eine Netzabdeckung zwischen 75 und 95 % erreichen. Dass unsere Kunden diese hohen Bandbreiten nutzen, zeigen nicht nur die in Anspruch genommenen hohen Datenvolumen, sondern auch die Verkaufszahlen mobiler Endgeräte: Der Anteil an Smartphones lag zum Jahresende 2016 bei 79 % und stieg gegenüber dem Vorjahr weiter an. 9

Festnetz

Unsere TV- und Entertainment-Angebote haben sich zu einem wichtigen Standbein im Privatkundengeschäft entwickelt. Darum investieren wir kontinuierlich, um unsere Entertainment-Dienste weiter zu verbessern. Dazu gehört einerseits ein Angebot mit einer überzeugenden Auswahl an Film-, Sport- und Fernsehinhalten. Andererseits arbeiten wir verstärkt daran, Dienste anzubieten, die unsere Kunden in hoher Qualität nutzen können – und zwar überall und auf allen Endgeräten. Unsere Kunden in Griechenland profitieren z. B. seit April 2016 von einem neuen hybriden TV-Angebot, das die Vorteile von Satelliten- und IPTV kombiniert. Und unsere Kunden wissen unsere Innovationen zu schätzen: So wuchs die Anzahl unserer TV-Kunden gegenüber dem Jahresende 2015 um 3,7 % auf 4,0 Mio.; dabei entfiel ein Großteil der Nettozuwächse von 144 Tsd. Kunden auf unsere Landesgesellschaften in Griechenland, der Slowakei, Rumänien und Kroatien.

Als integrierter Telekommunikationsanbieter wollen wir die Konvergenz von Festnetz- und Mobilfunk-Technologie vorantreiben. In allen unseren integrierten Ländern bieten wir unseren Kunden unser konvergentes Produkt-Portfolio „MagentaOne“ an und konnten insgesamt bereits mehr als 1,4 Mio. FMC-Kunden gewinnen, v. a. in Griechenland, Rumänien, Kroatien und der Slowakei. Neben dem Fokus auf das Privatkundensegment weiten wir unser „MagentaOne“ Angebot auf Geschäftskunden aus: „MagentaOne Business“ bieten wir 2016 in Montenegro, der Slowakei, Ungarn, Rumänien, EJR Mazedonien, Kroatien und Griechenland an. Das technische Grundgerüst für FMC-Produkte ist ein vereinfachtes und standardisiertes Netzwerk; Voraussetzung dafür ist, dass die Landesgesellschaften mit Festnetz-Architektur auf IP-Technologie umstellen. Die IP-Migration setzen wir erfolgreich um: In Ungarn konnten wir bis zum Ende des Berichtsjahres die Migration nahezu abschließen. Ungarn wäre dann die fünfte Landesgesellschaft, die ihre gesamte Festnetz-Architektur auf IP-Technologie umgestellt hat. 13 Zum 31. Dezember 2016 verzeichneten wir bei den IP-basierten Anschlüssen einen Bestand von 5,2 Mio. – ein Zuwachs von 25,4 % gegenüber 2015. Insgesamt liegt der Anteil der IP-basierten Anschlüsse auf Segmentebene mit rund 60 % deutlich über dem der PSTN-basierten Anschlüsse. In unserem operativen Segment Europa nutzten zum Berichtsjahresende 8,7 Mio. Kunden einen Festnetz-Anschluss, damit lag die Anzahl der Festnetz-Anschlüsse nahezu auf Vorjahresniveau. In den Niederlanden haben wir im vierten Quartal 2016 das Privatkunden-Festnetzgeschäft von Vodafone erworben.

Bei den Breitband-Anschlüssen Retail blieb das Wachstum dynamisch: Hier verzeichneten wir zum 31. Dezember 2016 ein Plus von 7,1 % auf insgesamt 5,6 Mio. Anschlüsse. Die Anzahl der DSL-Anschlüsse ist in den vergangenen Quartalen konstant gewachsen. Dass wir in den integrierten Ländern unseres operativen Segments vermehrt in glasfaserbasierte Anschlüsse investieren, hat Erfolg: Der prozentuale Anstieg der glasfaserbasierten Anschlüsse gegenüber dem Jahresende 2015 lag im zweistelligen Bereich, der Netto-Kundenzuwachs im Berichtsjahr 2016 war erstmals stärker als im DSL-Geschäft. Zu dieser Entwicklung trugen v. a. unsere Landesgesellschaften in Rumänien, Ungarn und der Slowakei bei. Insgesamt konnten wir die Abdeckung der Haushalte mit Glasfaser weiter erhöhen: Zum Stichtag lag sie in unseren Landesgesellschaften bei 25,6 %. Unser Ziel für die integrierten Gesellschaften ist es, für 50 % der Haushalte FTTx mit bis zu 100 MBit/s bereitzustellen.

OPERATIVE ENTWICKLUNG

in Mio. €            
    2016 2015 Veränderung Veränderung in % 2014
Gesamtumsatz   12 747 13 024 (277) (2,1) % 13 221
Griechenland   2 883 2 878 5 0,2 % 2 869
Rumänien   985 984 1 0,1 % 1 002
Ungarn   1 673 1 848 (175) (9,5) % 1 742
Polen   1 488 1 544 (56) (3,6) % 1 492
Tschechische Republik   959 958 1 0,1 % 862
Kroatien   925 909 16 1,8 % 905
Niederlande   1 331 1 394 (63) (4,5) % 1 551
Slowakei   766 783 (17) (2,2) % 768
Österreich   855 829 26 3,1 % 815
Übrige a   1 126 1 136 (10) (0,9) % 1 442
Betriebsergebnis (EBIT)   717 1 476 (759) (51,4) % 1 729
EBIT-Marge % 5,6 11,3     13,1
Abschreibungen   (3 246) (2 632) (614) (23,3) % (2 611)
EBITDA   3 963 4 108 (145) (3,5) % 4 340
EBITDA-wirksame Sondereinflüsse   (131) (221) 90 40,7 % (131)
EBITDA (bereinigt um Sondereinflüsse)   4 094 4 329 (235) (5,4) % 4 471
Griechenland   1 120 1 118 2 0,2 % 1 138
Rumänien   175 205 (30) (14,6) % 266
Ungarn   540 526 14 2,7 % 485
Polen   482 580 (98) (16,9) % 579
Tschechische Republik   399 390 9 2,3 % 362
Kroatien   374 367 7 1,9 % 365
Niederlande   358 500 (142) (28,4) % 630
Slowakei   302 296 6 2,0 % 310
Österreich   258 259 (1) (0,4) % 211
Übrige a   85 88 (3) (3,4) % 125
EBITDA-Marge (bereinigt um Sondereinflüsse) % 32,1 33,2     33,8
Cash Capex   (2 764) (1 667) (1 097) (65,8) % (2 116)
 
Die Beiträge der Landesgesellschaften entsprechen den jeweiligen Einzelabschlüssen der Gesellschaften ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten auf der Ebene des operativen Segments.

a „Übrige“ enthält die Landesgesellschaften der Länder Albanien, EJR Mazedonien und Montenegro sowie ICSS (International Carrier Sales & Solutions), ICSS/GNF-Geschäft der Local Business Units, GNF (Global Network Factory), GTS Central Europe Gruppe in Rumänien, Europe Headquarters, Group Technology sowie Pan-Net.

Gesamtumsatz

Unser operatives Segment Europa erzielte 2016 einen Gesamtumsatz von 12,7 Mrd. €; gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 2,1 %. Organisch betrachtet, d. h. ohne Berücksichtigung der Ausgliederung des Energie-Resale-Geschäfts in Ungarn zum 1. Januar 2016 sowie unter der Annahme konstanter Wechselkurse, lag der Umsatz mit einem Rückgang von 0,5 % nahezu auf Vorjahresniveau. Ohne die Berücksichtigung der Geschäftsentwicklung in den Niederlanden würde der organische Umsatz des operativen Segments Europa genau auf Vorjahresniveau liegen.

Entscheidungen von Regulierungsbehörden – wie geringere Roaming-Regulierungsentgelte in vielen Ländern unseres Segments sowie abgesenkte Mobilfunk-Terminierungsentgelte, v. a. in Ungarn – belasteten auch im Berichtsjahr unsere organischen Umsätze. Negativ wirkte sich auch die hohe Wettbewerbsintensität auf den Telekommunikationsmärkten unserer Landesgesellschaften aus.

Unsere Landesgesellschaften haben sich auf die strategischen Wachstumsfelder ausgerichtet und dort ein Umsatzplus von 2,5 % erzielt. Mit diesem Zuwachs konnten wir dem leichten Umsatzrückgang auf Segmentebene teilweise entgegenwirken. So betrug der Anteil der Wachstumsfelder am Segmentumsatz 31,0 %. Der Umsatz aus dem mobilen Datengeschäft stieg gegenüber 2015 um 5,6 % auf 1,8 Mrd. €. Dazu beigetragen haben die meisten Länder unseres operativen Segments, v. a. Österreich, die Tschechische Republik, Ungarn und Griechenland. Der Großteil des absoluten Umsatzwachstums aus dem mobilen Datengeschäft entfiel auf das Privatkunden-Geschäft. Die Nutzungsrate bei den Datendiensten ist, v. a. bei den Vertragskunden, weiterhin stark wachsend; Grund dafür sind neben der Bereitstellung von hohen Bandbreiten attraktive Tarife in Verbindung mit einem großen Portfolio an Endgeräten. Dank unseres innovativen TV- und Programm-Managements setzte das TV-Geschäft seinen Aufwärtstrend der vergangenen Quartale fort: 2016 stieg der TV-Umsatz um 9,4 % auf 466 Mio. €. Somit machte der TV-Umsatz rund 41 % der Umsatzzuwächse aus, die wir in den Wachstumsfeldern erzielten, und ist nach dem mobilen Datengeschäft unser zweitstärkster Wachstumstreiber. Trotz fortgeführter Transformation unseres Kerngeschäfts hin zu wichtigen Wachstumsfeldern zeigte unser Geschäftskundenbereich B2B/ICT rückläufige Umsatzzahlen.

Zusätzlich zu den Wachstumsfeldern verzeichneten wir höhere Umsätze sowohl bei den Visitoren-Umsätzen (Umsätze mit Dritten aus Roaming in unserem Heimatnetzwerk) als auch bei den Endgeräteumsätzen. Auch das Wholesale-Geschäft trug zu dem Umsatzplus bei; zurückzuführen ist das in erster Linie auf einen mengenbedingten Anstieg bei der Terminierung von Telefongesprächen.

Aus Länderperspektive betrachtet hatte 2016 das rückläufige Geschäft in den Niederlanden die stärksten Auswirkungen auf die organische Umsatzentwicklung. Verringerte Entgelte aufgrund der Roaming-Regulierung und wettbewerbsbedingte Preisrückgänge – sowohl bei der Sprachtelefonie als auch beim Datengeschäft – belasteten die Umsatzentwicklung. Ein deutlicher Anstieg der Netto-Kundenzuwächse im dritten und vierten Quartal 2016 lässt erste positive Effekte erkennen. Höhere Visitoren-Umsätze leisteten ebenfalls einen positiven Beitrag. Auch unsere Landesgesellschaft in der Slowakei musste Umsatzeinbußen hinnehmen, v. a. im Festnetz-Geschäft. Die Umsätze bei der Sprachtelefonie und im B2B/ICT-Geschäft entwickelten sich rückläufig. Die Umsatz-Anstiege im TV- und im Mobilfunk-Geschäft, insbesondere durch einen Anstieg bei den Datenumsätzen, konnten dies nur zum Teil kompensieren. Positive Effekte auf den organischen Segmentumsatz erzielten v. a. die Landesgesellschaften in Österreich, Kroatien, Griechenland und Polen und konnten somit die Rückgänge nahezu ausgleichen.

EBITDA, bereinigtes EBITDA

Unser operatives Segment Europa erzielte 2016 ein bereinigtes EBITDA von 4,1 Mrd. €; das sind 5,4 % weniger als 2015. Organisch betrachtet, d. h. ohne Berücksichtigung der Ausgliederung des Energie-Resale-Geschäfts in Ungarn zum 1. Januar 2016 sowie unter der Annahme konstanter Wechselkurse, sank das bereinigte EBITDA um 4,9 %. Lässt man die Geschäftsentwicklung in den Niederlanden außer Betracht, reduzierte sich das organische bereinigte EBITDA unseres operativen Segments Europa um 1,9 %. Somit konnten wir unseren erwarteten bereinigten EBITDA-Wert von 4,3 Mrd. € nicht ganz erreichen: Zum einen wirkten die insgesamt geringeren organischen Umsätze auf Segmentebene negativ auf das bereinigte EBITDA. Zum anderen wurde es belastet durch höhere direkte Kosten, u. a. durch höhere Interconnection-Kosten und durch gestiegene Marktinvestitionen. Dazu kamen Änderungen in der Gesetzgebung, wie bei Steuern und Abgaben, staatliche Sparprogramme z. B. in Griechenland, und Entscheidungen von Regulierungsbehörden.

Aus Länderperspektive ist das rückläufige bereinigte EBITDA v. a. zurückzuführen auf die Entwicklungen in unseren Landesgesellschaften in den Niederlanden, Polen und Rumänien sowie auf das griechische Mobilfunk-Geschäft. Dem gegenüber standen höhere bereinigte EBITDA-Beiträge v. a. aus den Landesgesellschaften in Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Kroatien sowie aus dem Festnetz-Geschäft in Griechenland.

Unser EBITDA reduzierte sich gegenüber 2015 um 3,5 % auf 4,0 Mrd. €, wobei zwei Effekte wirkten: Das EBITDA des Vorjahres war durch höhere negative Sondereinflüsse belastet. Gegenläufig wirkte 2016 der Rückgang des bereinigten EBITDA.

Operative Entwicklung in ausgewählten Ländern

Auf unserem Weg zum führenden europäischen Telekommunikationsanbieter verfolgen die meisten unserer Landesgesellschaften die Strategie, sich zu integrierten All-IP-Playern zu entwickeln: Sie wollen ihre Kunden mit dem besten Kundenerlebnis begeistern – und das unabhängig von ihrer jeweiligen Marktposition. Hierfür etablieren wir ein Produktionsmodell mit einer paneuropäischen voll IP-basierten Netzinfrastruktur und dem besten Netzzugang sowie optimierten Prozessen und Kundenschnittstellen. Die meisten unserer Gesellschaften agieren auf ihren jeweiligen Märkten bereits sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk. Nachfolgend stellen wir beispielhaft drei Landesgesellschaften detailliert vor:

Griechenland. In Griechenland lagen die Umsätze im Berichtsjahr mit 2,9 Mrd. € auf Vorjahresniveau. Dabei konnte die positive Umsatzentwicklung im Festnetz-Geschäft die Rückgänge im Mobilfunk-Geschäft kompensieren. Insbesondere das TV-Geschäft erwies sich weiterhin als stetiger Wachstumsmotor: Unsere innovativen TV-Dienste mit ihrer großen Programmvielfalt führten zu einem prozentualen Kundenzuwachs im zweistelligen Bereich. Daher stieg auch der TV-Umsatz um 31 % gegenüber dem Vorjahr an – trotz einer von der Regierung erhobenen Steuer auf Pay-TV. Zum Umsatzplus trug auch unser FMC-Produkt „CosmoteOne“ bei. Von der gestiegenen Anzahl der DSL-Anschlüsse profitierte auch unser Breitband-Geschäft. Unser Geschäftskundenbereich B2B/ICT blieb stabil auf Vorjahresniveau. Insgesamt konnten wir somit die negativen Effekte aus der Sprachtelefonie mehr als ausgleichen.

Die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage, der intensive Wettbewerb und die neue Steuergesetzgebung beeinflussten die Umsätze im Mobilfunk-Geschäft auch im Berichtsjahr negativ. Insbesondere die preis- und mengenbedingt rückläufigen Umsätze bei der Sprachtelefonie belasteten die Service-Umsätze. Ein höherer Kundenzuwachs konnte dies nur teilweise kompensieren. Steigende Umsätze im Geschäft mit mobilen Datendiensten, u. a. durch höhere Datenvolumen und gestiegene Visitoren-Umsätze, hatten einen positiven Effekt auf die Service-Umsätze. Der Umsatz aus dem Verkauf von mobilen Endgeräten entwickelte sich hingegen rückläufig.

Im Berichtsjahr lag das bereinigte EBITDA in Griechenland stabil bei 1,1 Mrd. €. Einsparungen bei den indirekten Kosten, v. a. durch geringere Personalkosten, konnten die leicht angestiegenen direkten Kosten mehr als ausgleichen.

Ungarn. In Ungarn reduzierte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 % auf 1,7 Mrd. €. Organisch, d. h. ohne Berücksichtigung der Ausgliederung des Energie-Resale-Geschäfts zum 1. Januar 2016 sowie unter der Annahme konstanter Wechselkurse, war die Umsatzentwicklung nahezu stabil.

Im Mobilfunk konnten wir mit deutlich höheren Umsätzen bei den Verkäufen von mobilen Endgeräten die leicht rückläufigen Service-Umsätze voll ausgleichen. Diese waren von gegenläufigen Effekten geprägt: Niedrigere Entgelte bei der Mobilfunk-Terminierung und bei den Roaming-Regulierungsentgelten trugen zu sinkenden Sprachumsätzen bei. Dem gegenüber standen höhere Umsätze bei den mobilen Datendiensten, die im Vergleich zu 2015 um 7,6 % zulegten. Auch unser schnelles Mobilfunknetz und dessen hohe Reichweite trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Das Festnetz-Geschäft war hingegen rückläufig. Gründe dafür waren geringere Umsätze im Geschäftskundenbereich B2B/ICT und bei den Sprachdiensten. Erfreulich entwickelten sich das TV- und das Breitband-Geschäft und konnten einen positiven Beitrag zu den Gesamtumsätzen leisten. Die Anzahl der Breitband-Anschlüsse erhöhte sich sukzessive, insbesondere auch durch den Ausbau von Glasfaser-Anschlüssen. Davon profitierte auch unser TV-Geschäft: Es überzeugte unsere Kunden mit seinen innovativen Diensten über alle Bildschirme hinweg und mit seiner Programmvielfalt. Unser FMC-Angebot „MagentaOne“ im Privatkunden- wie auch im Geschäftskundensegment trug ebenfalls dazu bei.

Das bereinigte EBITDA erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % und lag somit bei 540 Mio. €. Organisch betrachtet stieg es um 3,6 %; dazu beigetragen haben neben den stabilen Umsätzen geringere direkte Kosten sowie Einsparungen bei den indirekten Kosten.

Österreich. In Österreich erwirtschafteten wir 2016 einen Umsatz von 855 Mio. €, das sind 3,1 % mehr als im Vorjahr. Zurückzuführen ist dies v. a. auf höhere Umsätze beim mobilen Datengeschäft; die gestiegene Anzahl von Vertragskunden führte auch zu einer erhöhten Nutzung der Datendienste. Der Anteil der Datendienste am Gesamtumsatz betrug 28 %. Zudem wirkten gestiegene Visitoren-Umsätze positiv auf die Umsatzentwicklung. Insgesamt konnten diese positiven Umsatzeffekte die Umsatzrückgänge bei SMS-Diensten sowie aus dem Verkauf von mobilen Endgeräten mehr als ausgleichen. Die Umsätze bei der Sprachtelefonie lagen auf Vorjahresniveau.

Das bereinigte EBITDA 2016 lag auf Vorjahresniveau und betrug 258 Mio. €. Der höhere Umsatz konnte gestiegene Marktinvestitionen bei den direkten Kosten kompensieren. Die indirekten Kosten lagen über dem Niveau des Jahres 2015.

EBIT

In unserem operativen Segment Europa sank das EBIT 2016 um 51,4 % auf 0,7 Mrd. €. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die um 0,6 Mrd. € gestiegenen Abschreibungen – insbesondere aus den planmäßig durchgeführten Werthaltigkeitstests zum Jahresende resultieren Wertminderungen auf Goodwill und Sachanlagen von 0,6 Mrd. €, v. a. in den Niederlanden und Rumänien.

Cash Capex

2016 wies unser operatives Segment Europa einen Cash Capex von 2,8 Mrd. € aus. Dies entspricht einem Anstieg von 1,1 Mrd. €, der in erster Linie durch die im Berichtsjahr getätigten Erwerbe von Mobilfunk-Spektrum in Polen, der Tschechischen Republik und Montenegro sowie der Frequenzverlängerung in den Niederlanden resultiert.