Wesentliche Regulierungsentscheidungen

Unser Geschäft unterliegt in hohem Maße der nationalen und europäischen Regulierung; damit verbunden sind weitreichende Eingriffsbefugnisse in unsere Produkt- und Preisgestaltung. Auch 2017 wurde unser Festnetz- und Mobilfunk-Geschäft umfassend reguliert. Dabei handelte es sich in erster Linie um die Regulierung von Leistungen für Wholesale-Kunden und den entsprechenden Entgelten sowie um die Vergabe von Mobilfunk-Frequenzen.

REGULIERUNG

Konsultation der BNetzA zum FTTH/B-Ausbau. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) konsultierte vom 14. März 2017 bis zum 26. April 2017 in einem öffentlichen Verfahren Vorschläge, wie ein beschleunigter Ausbau von Glasfasernetzen (FTTH/B) mit Blick auf die Entgeltregulierung regulatorisch unterstützt werden kann. Alle Marktteilnehmer waren aufgefordert, zu dem Konsultationspapier Stellung zu nehmen: 17 Stellungnahmen gingen ein und wurden am 17. Mai 2017 veröffentlicht. Die BNetzA verweist bei der Veröffentlichung auf die noch bevorstehende Auswertung der zum Teil recht umfangreichen Stellungnahmen und hat zunächst keine öffentlichen Schlussfolgerungen gezogen.

Weiterer Vectoring-Ausbau beschlossen. Die BNetzA hat in einem Standardangebotsverfahren die konkreten Konditionen für Vectoring im Nahbereich überprüft. Am 9. August 2017 hat sie die Entscheidung in ihrem Amtsblatt veröffentlicht; damit sind nun auch die Fristen für die drei vorgesehenen Ausbautranchen im Nahbereich festgelegt. Parallel lief bei der BNetzA seit Ende März 2017 ein Entgeltgenehmigungsverfahren für die Festlegung der Entgelte für das TAL-Ersatzprodukt im Nahbereich, dessen Entscheidung ebenfalls am 9. August 2017 veröffentlicht wurde. Damit ist endgültig grünes Licht für unseren Vectoring-Ausbau im Nahbereich gegeben.

Regulierung von Terminierungsentgelten. Die BNetzA hat im Berichtsjahr die finalen Genehmigungen für die Festnetz- und Mobilfunk-Terminierungsentgelte erlassen – rückwirkend zum 1. Januar 2017 (Festnetz-Terminierungsentgelte) bzw. zum 1. Dezember 2016 (Mobilfunk-Terminierungsentgelte). Dabei gab es gegenüber den bereits 2016 vorläufig genehmigten Entgelten keine Änderungen. Die BNetzA war mit diesen Entgeltentscheidungen erstmals der Empfehlung der EU-Kommission gefolgt, Entgelte auf Basis des „Pure-LRIC-Kostenmaßstabs“ festzulegen. Der Rückgang der Entgelte betrug im Genehmigungszeitraum insgesamt über 30 % für die Mobilfunk- und sogar rund 58 % für die Festnetz-Terminierung.

International Roaming. Am 15. Juni 2017 ist die neue EU-Regulierung zur Abschaffung von Roaming-Aufschlägen (sog. „Roam like at Home“) in der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen in Kraft getreten. Ergänzend dazu hatten der Europäische Rat und das Europäische Parlament am 17. Mai 2017 veränderte Regelungen für Roaming-Vorleistungen verabschiedet; dabei wurden die regulierten Preisobergrenzen auf der Vorleistungsebene sehr deutlich abgesenkt. Kundenfreundliche „Roam like at Home“-Angebote hatten wir bereits im Vorfeld auf den Markt gebracht.

BNetzA-Entscheidung zu „StreamOn“. Die BNetzA hat am 15. Dezember 2017 Teile der MagentaMobil Zubuchoption „StreamOn“ untersagt. Laut BNetzA verstoßen zwei Teilaspekte gegen die EU-Verordnungen zur Netzneutralität und Roaming. Die Entscheidung gibt vor, dass wir ab dem 1. April 2018 alle StreamOn-Datenverkehre mit der maximal verfügbaren Bandbreite transportieren müssen und diese auch im Roaming innerhalb der EU nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet werden. Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass unser Angebot mit dem EU-Recht in Einklang steht und werden rechtlich gegen die Anordnung vorgehen.

BNetzA-Entscheidung zu Bitstrom-Entgelten. Am 30. November 2017 genehmigte die BNetzA vorläufig zum 1. Dezember 2017 die Entgelte, die wir Wholesale-Kunden für den Zugang zu unseren Breitband-Anschlüssen im Rahmen des sog. „Layer 2 Bitstrom Zugangs“ in Rechnung stellen dürfen. Wir hatten im Rahmen von Kontingentmodellen eine Erhöhung des monatlichen Entgelts beantragt; dies wurde nicht genehmigt. Die BNetzA wird die finalen Entgelte erst nach Abschluss von nationalen und EU-weiten Konsultationsverfahren rückwirkend festlegen.

FREQUENZVERGABE

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wesentlichen Frequenzvergaben durch Auktionen sowie Lizenzverlängerungen in Deutschland und bei unseren internationalen Beteiligungen. Daneben gibt es in verschiedenen Ländern Hinweise auf in Kürze erwartete Frequenzvergaben. Weitere Informationen zu den Frequenzvergaben finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancenmanagement“.

Wesentliche Frequenzvergaben
  Vergabestart Vergabeende Frequenzbereiche (MHz) Vergabeverfahren Erworbene Frequenzen (MHz) Frequenz-
investitionen
Albanien Q3 2018 Q4 2018 800 Sealed Bid a oder Auktion noch offen noch offen
Deutschland Q2 2018 Q4 2018 2 000 / 3 400 – 3 700 Auktion (SMRA b) erwartet noch offen noch offen
Griechenland Q4 2017 Q4 2017 1 800 Sealed Bid a 25 MHz 83,2 Mio. €
Mazedonien Q1 2018 Q4 2018 900 / 2 100 Lizenzverlängerung (erwartet) noch offen noch offen
Niederlande Q1 2019 Q2 2019 700 / 1 500 / 2 100 Auktion, Details noch offen noch offen noch offen
Österreich Q3 2018 Q4 2018 3 400 – 3 800 Auktion (CCA c) (erwartet) noch offen noch offen
Österreich Q3 2019 Q4 2019 700 / 1 500 / 2 100 Auktion, Details noch offen noch offen noch offen
Polen Q2 2017 Q2 2017 3 700 Sealed Bid Keine Frequenzen erworben
Polen Q2 2018 Q3 2018 1 500 noch offen noch offen noch offen
Rumänien Q2 2018 Q4 2018 700 / 800 / 1 500 / 2 600 / 3 500 Auktion, Details noch offen noch offen noch offen
Slowakei Q2 2017 Q2 2017 3 700 Auktion (SMRA b) 40 MHz für Bratislava 200 T€
Tschechische Republik Q2 2017 Q3 2017 3 700 Auktion (SMRA b) Keine Frequenzen erworben
Tschechische Republik Q3 2017 Q4 2017 900 / 1 800 Lizenzverlängerung (erwartet) Keine Frequenzen erworben
Tschechische Republik Q4 2018 Q2 2019 700 / 3 500 Auktion, Details noch offen noch offen noch offen
Ungarn Q3 2018 Q4 2018 700 / 1500 / 2 100 / 2 300 / 2 600 und 26 000 Details noch offen noch offen noch offen
USA Q3 2016 Q2 2017 600 Incentive Auction d Regionale Lizenzen; zumeist 2x20 MHz 7,99 Mrd.US-$
 
a Abgabe eines einzelnen Gebots in verschlossenem Briefumschlag, z. T. sequenziell, in mehreren Vergaben.
b Simultane elektronische Mehrrundenauktion mit aufsteigenden, parallelen Geboten für alle Bereiche.
c Combinatorial Clock Auction, dreistufige Mehrrundenauktion für Spektrum aus allen Frequenzbändern.
d Menge und Preise des zu handelnden Spektrums abhängig von der Abgabe des Spektrums durch Rundfunkanbieter.