Risiken und Chancen

Im Folgenden stellen wir alle wesentlichen Konzern-Risiken und -Chancen dar, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und/oder die Reputation der Deutschen Telekom sowie über die Ergebnisse der Tochtergesellschaften die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutschen Telekom AG beeinflussen könnten. Dabei beschreiben wir die Risiken überwiegend vor den ergriffenen Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Bruttobetrachtung). Sind Nettorisiken identifiziert, sind diese als solche gekennzeichnet. Lassen sich Risiken und Chancen eindeutig einem operativen Segment zuordnen, ist dies nachfolgend entsprechend dargestellt.

Um die Auswirkungen der Risiken besser und verständlicher zu erläutern, haben wir die einzelbewerteten Risiken den folgenden Kategorien zugeordnet:

Unternehmensrisiken
  Eintrittswahr-
scheinlichkeit
Risikoausmaß Risiko-
bedeutung
Veränderung
gegenüber Vorjahr
Branche, Wettbewerb und Strategie        
Konjunkturelle Risiken Deutschland gering gering gering
Konjunkturelle Risiken USA gering mittel gering
Konjunkturelle Risiken Europa gering mittel gering
Risiken aus Markt und Umfeld Deutschland mittel gering gering
Risiken aus Markt und Umfeld USA gering hoch mittel
Risiken aus Markt und Umfeld Europa mittel mittel mittel
Risiken aus Innovationen (Substitution) mittel mittel mittel
Risiken aus strategischer Transformation und Integration mittel mittel mittel
Regulierung Siehe dazu Regulierung      
Operative Risiken        
Personal Deutschland und Systemgeschäft mittel gering gering
Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb Deutschland sehr gering hoch mittel
Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb USA sehr gering sehr hoch mittel
Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb Europa sehr gering hoch gering
Risiken aus bestehender IT-Architektur USA mittel mittel mittel
Zukunftsfähigkeit der IT-Architektur USA mittel hoch mittel
Einkauf gering gering gering
Datenschutz und Datensicherheit hoch mittel mittel
Marke, Kommunikation und Reputation        
Marke und Reputation (mediale Berichterstattung) gering gering gering
Nachhaltigkeitsrisiken sehr gering gering gering
Gesundheit und Umwelt gering mittel gering
Rechts- und Kartellverfahren Siehe dazu Rechtsverfahren      
Finanzwirtschaftliche Risiken        
Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs- und Zinsrisiken gering gering gering
Steuerrisiken Siehe dazu Steuerrisiken      
Sonstige finanzwirtschaftliche Risiken Siehe dazu finanzwirtschaftliche Risiken      
 
⬈ verbessert unverändert ⬊ verschlechtert

RISIKEN UND CHANCEN AUS BRANCHE, WETTBEWERB UND STRATEGIE

Risiken und Chancen aus dem konjunkturellen Umfeld. Die positiven wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate haben gezeigt, dass die konjunkturellen Unwägbarkeiten weltweit und in den Ländern, in denen wir tätig sind, zurückgegangen sind. Konjunkturprognosen wurden von führenden Instituten und Organisationen nach oben korrigiert und rechnen mit mehrheitlich sehr positiven Wachstumsraten. Gleichzeitig zeigt die seit der Brexit-Entscheidung im Juni 2016 anhaltende wirtschaftspolitische Unsicherheit, dass die britische Volkswirtschaft und v. a. das britische Pfund geschwächt sind. Diese politische Situation birgt zukünftig Unsicherheiten für die Marktentwicklung in Großbritannien, an der wir u. a. durch unsere Finanzbeteiligung BT partizipieren.

Hauptrisiken für die künftige volkswirtschaftliche Entwicklung in den Ländern können sich ergeben aus politischen Unsicherheiten in Europa und den USA, einer weltweiten Verschärfung des Protektionismus bei Handel, Investitionen und der Beeinflussung von Wechselkursveränderungen, der Gefahr eines überraschenden Wachstumsrückgangs in China, geopolitischen Krisen und einem mittelfristig unerwartet starken weltweiten Zinsanstieg, der die positive Konjunkturentwicklung belasten könnte. Diesen Risiken stehen Chancen gegenüber insbesondere aus einer stärkeren als der erwarteten Investitionsdynamik bei anhaltend moderater Inflations- und Lohnentwicklung, sowie positiven Wachstumseffekten durch die US-Steuerreform, die sich sowohl auf die US-Volkswirtschaft, als auch die export-orientierten Volkswirtschaften auswirken kann. Die Risiken der Konjunkturentwicklung könnten sich in einigen unserer Märkte unterschiedlich bemerkbar machen: Eine erneute deutliche Eintrübung der Wirtschaft und ansteigende Unsicherheit könnten dazu führen, dass sich Privat- und Geschäftskunden beim Konsum zurückhalten. Daneben könnten auch staatliche Sparmaßnahmen negative Auswirkungen auf die Nachfrage nach Telekommunikationsdienstleistungen haben, etwa in Folge einer reduzierten Staatsnachfrage oder verringerter verfügbarer Privateinkommen.

Risiken aus Markt und Umfeld. Zu den wesentlichen Marktrisiken, denen wir ausgesetzt sind, zählt das stetig sinkende Preisniveau bei Sprach- und Datendiensten im Festnetz und im Mobilfunk. Die Hauptursachen dafür sind – neben regulierungsbedingten Preissenkungen – der harte Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche, die Kannibalisierungseffekte durch neue Produkte und Dienstleistungen und der technologische Fortschritt.

Mit anhaltendem Wettbewerbsdruck ist insbesondere im deutschen und europäischen Festnetz zu rechnen. Im Breitband-Markt beobachten wir, dass v. a. in Deutschland die Marktanteile der regionalen Netzbetreiber überproportional steigen; diese erhöhen ihre Marktabdeckung dadurch, dass sie ihre eigene Infrastruktur ausbauen. Unsere Wettbewerber verlängern in bestimmten Regionen ihr eigenes Glasfasernetz bis in die Haushalte, um sich auch dort von unserem Netz unabhängig zu machen. Im Neukundengeschäft kommt ein starker Preiswettbewerb mit hohen Anfangsrabatten hinzu.

Einen weiteren Preisrückgang erwarten wir auch in der mobilen Sprachtelefonie und bei mobilen Datendiensten. Dies könnte sich negativ auf unsere Service-Umsätze im Mobilfunk auswirken. Hauptgründe für den Preisrückgang sind u. a. preisaggressive Anbieter (MVNOs), die in Deutschland und in anderen europäischen Märkten expandieren. Reine e-SIM Smartphone-Angebote könnten die Preise in der mobilen Sprachtelefonie und bei den mobilen Datendiensten noch weiter sinken lassen. Zudem besteht nach wie vor das Risiko von unvorhergesehenen und preisaggressiven Maßnahmen kleinerer Wettbewerber.

Ein weiteres Wettbewerbsrisiko liegt darin, dass wir sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk verstärkt Konkurrenten gegenüberstehen, die nicht zur Telekommunikationsbranche im engeren Sinne zählen, aber vermehrt in die klassischen Telekommunikationsmärkte eindringen: Dies gilt v. a. für große Unternehmen aus den Branchen Internet und Unterhaltungselektronik. Für uns besteht daher das Risiko, dass Marktanteile und Margen weiter sinken und wir zunehmend den direkten Kundenkontakt verlieren.

Die Branche, in der T-Mobile US tätig ist, ist sehr wettbewerbsintensiv. Hier kann die Kundenfluktuation vor dem Hintergrund des auslaufenden Geschäftsmodells der Service-Verträge im Mobilfunk zunehmen und die Marktsättigung zu mehr Wettbewerb um Kunden führen. Der steigende Bedarf an Datendiensten wird eine erhöhte Nachfrage nach Netzkapazität zur Folge haben. Des Weiteren verschmelzen Branchen vor dem Hintergrund des Wettbewerbs zwischen Video-, Mobilfunk- und Breitband-Gesellschaften um die Bereitstellung von Inhalten. Gemeinschaftsunternehmen, Fusionen, Akquisitionen und strategische Allianzen führen zu immer stärkeren Wettbewerbern, die Verträge über exklusive Angebote von Endgeräten oder Inhalten schließen und T-Mobile US Roaming-Leistungen zu angemessenen Bedingungen verweigern könnten. Dies kann die Wettbewerbsposition und Wachstumschancen von T - Mobile US beeinträchtigen. Die Geschäftsstrategie und damit auch Pläne zur Netzoptimierung können darüber hinaus durch die Knappheit und Kosten zusätzlichen Spektrums sowie Vorschriften zur Nutzung von Spektrum belastet werden.

Unser operatives Segment Systemgeschäft steht ebenfalls vor Herausforderungen. So belasten ein beständig starker Wettbewerb sowie der anhaltende Preisrückgang das klassische ICT-Geschäft. Darüber hinaus führt der technische Wandel hin zu Cloud-Lösungen und Digitalisierung im IT-Geschäft zum Markteintritt neuer, kapitalstarker Wettbewerber. Im Telekommunikationsgeschäft ermöglicht die Einführung der IP-Technologie Preisreduzierungen, was ein Risiko von Umsatzrückgängen und Margenverfall bei T-Systems mit sich bringt.

Im Geschäftsjahr hat das operative Segment Group Development erstmals über Chancen- und Risiken berichtet. Die Einheiten
T-Mobile Netherlands, Deutsche Funkturm (DFMG) sowie Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP) und unsere Beteiligungen an BT und Ströer SE & Co. KGaA sind in diesem Segment beheimatet. Unser Ansatz einer ganzheitlichen, wertorientierten Steuerung zielt darauf ab, unseren Beteiligungen das nötige Maß an unternehmerischer Freiheit einzuräumen und so deren strategische Weiterentwicklung zu fördern. Ebenso bei Group Development angesiedelt sind die Konzernfunktionen Mergers & Acquisitions sowie Strategisches Portfolio-Management. Die wirtschaftliche Weiterentwicklung der in Group Development beinhalteten Einheiten umfasst sowohl Chancen als auch Risiken des operativen Geschäftsverlaufes.

Neue Verbraucherkreditregelungen in den Niederlanden. Der niederländische Oberste Gerichtshof (Hoge Raad der Nederlanden) hat letztinstanzlich festgestellt, dass Mobilfunk-Verträge, die mit einem kostenlosen oder preisreduzierten Endgerät gebündelt sind, womit der Endgerätepreis für den Kunden nicht ersichtlich ist, als Verbraucherkredit bzw. Ratenkauf zu betrachten sind. Diese Verträge unterliegen demnach dem niederländischen Verbraucherkreditrecht. In Konsequenz können Verträge, die diesen spezifischen Verbraucherkreditrechtsvorschriften nicht entsprechen, rückabgewickelt werden. Im Zuge dessen wurden gegen die T-Mobile Netherlands und den Wettbewerber KPN zwei individuelle Klagen zu Gunsten der Kläger entschieden; bei T-Mobile Netherlands wurde eine bilanzielle Risikovorsorge in angemessener Höhe getroffen. Um zukünftig dieser Rechtslage zu entsprechen, hat die T-Mobile Netherlands für 2017 die Lizenz zur Vergabe von Verbraucherkrediten beantragt und mit Gültigkeit ab dem 1. Januar 2017 erhalten.

Chancen aus dem Markt und Umfeld. Der Telekommunikations- und IT-Markt ist ein sehr dynamischer, hart umkämpfter Markt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen unser Handeln und wirken sich auf unsere Unternehmenskennzahlen aus. Grundsätzlich gehen wir von den Entwicklungen aus, wie wir sie im Abschnitt „Markterwartungen“ beschrieben haben. Siehe Kapitel „Prognose“.

Nachfolgend führen wir Risiken und Chancen auf, von denen wir uns Marktwachstum versprechen und die eine wesentliche Bedeutung für unsere zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können.

Risiken aus Innovationen (Substitution). Die Innovationszyklen werden immer kürzer. Dies stellt den Telekommunikationssektor vor die Herausforderung, neue Produkte und Dienstleistungen in immer kürzeren Zeitabständen hervorbringen zu müssen. Neue Technologien verdrängen bestehende Technologien, Produkte und Services teilweise oder manchmal sogar vollständig. Dies kann sowohl im Sprach- als auch im Datenverkehr zu geringeren Preisen und Umsätzen führen. Diese Substitutionsrisiken könnten unseren Umsatz und unser Ergebnis beeinflussen, v. a. in unseren operativen Segmenten Europa und USA. Dem Ausmaß der Substitutionsrisiken begegnen wir u. a. mit Bündeltarifen: So bieten wir Neu- und Bestandskunden integrierte Lösungen aus unserem Produkt-Portfolio an.

Chancen aus Innovationen. Neben den beschriebenen Risiken eröffnen die immer kürzer werdenden Innovationszyklen die Möglichkeit, die Digitalisierung unserer Gesellschaft voranzutreiben und unseren Privat- und Geschäftskunden mit unseren eigenen Innovationen schon heute die Antworten auf die Fragen von morgen zu geben. Daher sind unsere Aktivitäten rund um Innovation und Produktentwicklung entscheidend, wenn es darum geht, Chancen zu erkennen, zu nutzen und sie im zunehmenden Wettbewerb zu etablieren. Um dies sicherzustellen und der wachsenden Konvergenz von Netzwerk und IT Rechnung zu tragen, haben wir in unserem neuen Vorstandsbereich Technologie und Innovation die Funktionen Technologie, Innovation und IT zusammengeführt. Wie wir diese Innovationsarbeit gestalten, lesen Sie im Kapitel „Innovation und Produktentwicklungen“.

Risiken aus strategischer Transformation und Integration. Wir befinden uns in einem stetigen Prozess strategischer Anpassungen und Kostensenkungsinitiativen. Können wir diese Vorhaben nicht wie geplant umsetzen, sind wir bestimmten Risiken ausgesetzt. So könnte der Nutzen der Maßnahmen geringer sein als ursprünglich abgeschätzt, sie wirken sich später aus als angenommen oder ihre Wirkung könnte ganz ausbleiben. Jeder dieser Faktoren – allein oder in Kombination – könnte sich negativ auf unsere Geschäfts-, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

RISIKEN UND CHANCEN AUS REGULIERUNG

Im Folgenden beschreiben wir die wesentlichen regulatorischen Risiken und Chancen, die aus heutiger Sicht unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und unsere Reputation beeinflussen könnten.

Regulatorische Risiken ergeben sich aus telekommunikationsspezifischen, gesetzlichen Regelungen auf europäischer und nationaler Ebene sowie daraus abgeleiteten Regelungs- und Eingriffsbefugnissen nationaler Regulierungsbehörden, die unsere Produkt- und Preisgestaltungsmöglichkeiten einschränken. Regulatorische Chancen können durch Deregulierung entstehen. Regulatorische Eingriffe durch Regulierungsbehörden, die für uns nur bedingt vorherzusehen sind, können den bestehenden Preis- und Wettbewerbsdruck zusätzlich erhöhen. Zu befürchten ist, dass die Regulierung in Deutschland und in anderen europäischen Ländern die Entwicklung unseres Umsatzes und Ergebnisses auch mittel- bis langfristig negativ beeinflusst.

Eingriffsfelder nationaler Regulierungsbehörden

Nationale Regulierungsbehörden haben umfassende Eingriffsbefugnisse auf Basis von europäischen und nationalen Verordnungen und Gesetzen. Auf europäischer Ebene ist die am 27. Oktober 2015 verabschiedete EU-Verordnung zum Telekommunikationsbinnenmarkt hervorzuheben. Sie beinhaltet Regelungen zu International Roaming, Netzneutralität und Informationspflichten und schränken unsere Produktgestaltungsmöglichkeiten in erster Linie für Endkundenangebote ein. Leitlinien zur Umsetzung der Verordnung wurden durch das Gremium der Europäischen Regulierungsbehörden (GEREK) veröffentlicht. Risiken ergeben sich aus der Interpretation der Verordnung und der Leitlinien durch die jeweiligen nationalen Regulierungsbehörden. In Deutschland etwa hat die BNetzA gesetzlich festgelegt umfassende Möglichkeiten, Produktanpassungen zur Durchsetzung der Verordnung anzuordnen oder bei Feststellung eines Verstoßes Bußgelder zu erheben.

Unsere deutschen und internationalen Gesellschaften unterliegen weiterhin einer umfassenden Regulierung von Vorleistungsangeboten, die uns verpflichtet, unser Netz und unsere Dienste auch Wettbewerbern als Vorleistungen zur Verfügung zu stellen. Die entsprechenden Angebotskonditionen und Preise werden in Regulierungsverfahren von der nationalen Regulierungsbehörde regelmäßig geprüft oder festgesetzt. Wichtigste regulierte Vorleistungsprodukte sind Teilnehmeranschlussleitung, Bitstrom-Produkte, Mietleitungen, Terminierungsentgelte sowie damit verbundene Leistungen. Darüber hinaus gelten europäische und nationale verbraucherschutzrechtliche Regelungen. So ist zum 1. Juni 2017 in Deutschland die sog. „Transparenzverordnung“ in Kraft getreten. Diese zielt in erster Linie auf mehr Transparenz und höhere Kostenkontrolle für Verbraucher bei Telekommunikationsdiensten ab. In diesem Zusammenhang hat die BNetzA ein Messsystem eingeführt mit dem Verbraucher die verfügbaren Bandbreiten ihrer Festnetz- und Mobilfunk-Anschlüsse messen können.

Neben den Vorgaben des Telekommunikationsrechts unterliegen unsere Medienangebote auch besonderen Regeln des europäischen und nationalen Medienrechts; hierzu gehören im weiteren Sinne das Urheberrecht, Regelungen zur Verantwortlichkeit für Inhalte oder Vorgaben zur Gestaltung der Inhalte und Benutzeroberflächen von Medien-Verteilplattformen. Der Telekom Deutschland dürfte bei unveränderter Gesellschafterposition von Bund und KfW sowie Fortbestand der Rechtslage bzw. der bisherigen Auffassung der Medienaufsichtsbehörden, eine Zulassung zur Veranstaltung von Rundfunkprogrammen nicht erteilt werden.

Änderungen in der Regulierungspolitik und Gesetzgebung

EU-Rechtsrahmen für Telekommunikation. Am 14. September 2016 hat die EU-Kommission Gesetzgebungsvorschläge zur Novellierung des EU-Rechtsrahmens für Telekommunikation veröffentlicht, die derzeit zwischen Europäischem Parlament und Rat debattiert werden. Der Rechtsrahmen umfasst die zentralen EU-Regelungen für den Telekommunikationssektor: v. a. die Preis- und Zugangsregulierung, die Frequenzpolitik, sektorspezifische Verbraucherschutzregeln, die Vorschriften zum Universaldienst und den institutionellen Rahmen. Wir erwarten, dass die neuen Regeln Mitte 2018 verabschiedet werden. Danach werden die Vorschriften in nationales Recht umgesetzt; dies wird mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Der Ausgang dieses umfangreichen Gesetzgebungsverfahrens ist in vielen Punkten noch offen. Für sog. „Netze mit sehr hoher Kapazität“ sehen die derzeit diskutierten Entwürfe im Fall gemeinsamer Investitionen mit Wettbewerbern in Form von offenen Ko-Investment-Modellen die Möglichkeit einer geringeren Regulierung vor. Hiervon könnten insbesondere Glasfasernetze bis zum Gebäude (FTTB/H) profitieren. Offen sind die Bedingungen einer solchen möglichen Regulierungserleichterung und ob ggf. auch andere kommerzielle Zugangsvereinbarungen hiervon profitieren würden. Der neue Rechtsrahmen könnte andererseits zu mehr Verpflichtungen beim Zugang zu allen Netzen unabhängig von beträchtlicher Marktmacht führen (sog. „symmetrische Regulierung“). Im Bereich der Frequenzpolitik besteht die Chance, dass der neue EU-Rechtsrahmen durch mehr Harmonisierung, etwa durch eine Mindestlaufzeit für Lizenzen, mehr Rechtssicherheit bei der Frequenzvergabe schafft. Diese Verbesserungen werden durch die EU-Mitgliedsstaaten bislang allerdings abgelehnt. Beim Verbraucherschutz stehen Chancen für vollständig harmonisierte Verpflichtungen auf EU-Ebene, die eine zusätzliche, nationale Regulierung ausschließen würde, dem Risiko verschärfter Verpflichtungen in einzelnen Bereichen gegenüber. Insbesondere wird eine Preisregulierung von Auslandsgesprächen innerhalb der EU diskutiert, die zum Verbot von Aufschlägen für solche Gespräche über den national erhobenen Tarif hinausführen könnte.

Die Novelle des europäischen Rechtsrahmens für Telekommunikation ist eingebettet in ein Gesamtpaket neuer EU-Gesetzgebungen zum digitalen Telekommunikationsbinnenmarkt: Es sieht Anpassungen der Regelungen für Mediendienste vor – in erster Linie wegen der wachsenden Bedeutung von Internet-Angeboten – die neben die bislang im Fokus stehenden Rundfunkdienste treten (z. B. im Urheberrecht, Jugendmedienschutz). Auch national werden etwa zum deutschen Rundfunkstaatsvertrag konkrete Anpassungen an Digitalisierung und Konvergenz der Medien diskutiert.

Spektrumvergabe

Risiken könnten dadurch erwachsen, dass folgende Sachverhalte unseren geplanten Spektrumerwerb gefährden könnten: unpassende Auktionsregeln und Frequenznutzungsauflagen, überzogene Startpreisforderungen sowie unverhältnismäßig hohe, jährliche Frequenzgebühren. Als Chance sehen wir in erster Linie die Möglichkeit, dass sich Mobilfunknetz-Betreiber über die Frequenzvergaben mit ausreichendem und bezüglich ihrer Lage optimalem Spektrum ausstatten können. Somit wären wir für weiteres Wachstum und Innovationen gerüstet. Bei den anstehenden Vergaben geht es hauptsächlich um die Auktion von zusätzlichen Frequenzen in den Bereichen 0,7 GHz und 1,5 GHz und 3,5 GHz bzw. 3,7 GHz. Außerdem müssen Frequenzen, insbesondere im 2,1 GHz-Bereich, erneuert werden, die in einigen Ländern zwischen 2019 und 2021 auslaufen. Vergaben werden derzeit vorbereitet in Albanien, Deutschland, Mazedonien, Österreich, Polen, Rumänien, der Tschechischen Republik und Ungarn; durchgeführt werden sie voraussichtlich mehrheitlich zwischen der Jahresmitte 2018 und Mitte 2019. Zu laufenden und 2017 abgeschlossenen Frequenzvergaben verweisen wir auf das Kapitel „Wirtschaftliches Umfeld“.

OPERATIVE RISIKEN UND CHANCEN

Personal. Auch 2017 konnten wir den Personalumbau in unserem Konzern sozialverträglich gestalten und umsetzen, v. a. über Abfindungen, Altersteilzeit, Vorruhestand und die von Vivento Customer Services sowie Telekom Placement Services angebotenen Beschäftigungsperspektiven für Beamte und Angestellte, insbesondere im öffentlichen Sektor. Diesen Umbau setzen wir im kommenden Jahr fort. Falls sich die Maßnahmen nicht oder nicht wie geplant realisieren lassen (z. B. durch geringeres Interesse an den Abfindungen), könnte sich dies negativ auf unsere Finanzziele auswirken. Um dem Risiko entgegenzuwirken, dass durch die Abbauinstrumente Leistungsträger den Konzern verlassen, nutzen wir das Mitigationsinstrument der beiderseitigen Freiwilligkeit in jedem Einzelfall.

Auch das Rückkehrrecht von Beamten zur Deutschen Telekom birgt Risiken: Werden Konzerneinheiten, in denen Beamte beschäftigt sind, veräußert, ist es grundsätzlich möglich, dass diese weiterhin bei der veräußerten Konzerneinheit arbeiten. Dem muss der Beamte selbst zustimmen bzw. den Antrag dazu stellen. Allerdings besteht das Risiko, dass Beamte, z. B. nach dem Ende der Beurlaubung, von einer veräußerten Einheit zu uns zurückkehren, ohne dass es ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Ein solches externes Rückkehrrecht von außerhalb unseres Konzerns besteht derzeit für rund 1 658 Beamte (Stand: 31. Dezember 2017). Über wesentliche Rechtsverfahren im Zusammenhang mit Personal informieren wir Sie im Abschnitt „Rechtsverfahren“.

Risiken aus IT-/NT-Netzbetrieb. Wir verfügen über immer leistungsfähigere Informations-/Netztechnik-(IT-/NT-)Infrastruktur, die wir beständig ausbauen und modernisieren, um das beste Kundenerlebnis sicherzustellen und unsere Technologieführerschaft zu festigen. Ausfälle der aktuellen und zukünftigen technischen Infrastruktur können nicht vollständig ausgeschlossen werden und könnten im Einzelfall einen Umsatzausfall oder Kostensteigerungen nach sich ziehen; schließlich bilden unsere IT-/NT-Ressourcen und -Strukturen die wesentliche organisatorische und technische Plattform für unsere Geschäftstätigkeit. Die zunehmende Konvergenz von IT/NT birgt Risiken; um diesen zu begegnen, haben wir unsere Netz-, Innovations- und IT-Aufgaben im neuen Vorstandsressort Technologie und Innovation gebündelt.

Es können Risiken entstehen, die alle IT-/NT-Systeme und -Produkte mit Internet-Anbindung betreffen. So könnten Störungen zwischen neu entwickelten und bereits bestehenden IT-/NT-Systemen zu Unterbrechungen bei Geschäftsprozessen, Produkten und Services führen, wie z. B. bei Smartphones und „Entertain“. Um Ausfallrisiken, z. B. ausgelöst durch Naturkatastrophen oder Feuer, zu vermeiden, nutzen wir technische Frühwarnsysteme und Dopplungen von IT-/NT-Systemen. Das Computer Emergency Response Team (CERT) von T-Systems befasst sich mit der Sicherheit der Server unserer Großkunden. Beim Cloud Computing lagern alle Daten und Anwendungen in Rechenzentren. Unsere Rechenzentren sind sicherheitszertifiziert und erfüllen die strengen Datenschutzbestimmungen sowie die Regularien der EU. So sind alle Daten von Unternehmen und Privatpersonen vor fremdem Zugriff geschützt. Ständige Pflege und automatische Updates halten die Sicherheitsvorkehrungen stets auf dem aktuellsten Stand. Auf Basis eines konzernweit standardisierten Business Continuity Managements setzen wir zudem organisatorische und technische Maßnahmen ein, um Schäden zu verhindern bzw. deren Auswirkungen zu mindern. Versicherbare Risiken decken wir zudem im Rahmen unseres Versicherungsprogramms ab. 9

Chancen aus IT-/NT-Netzbetrieb. Die IP-Transformation (All IP) bietet eine Vielzahl von Chancen: Es entsteht ein logisches Netz, das eine Sprache spricht und technisch weitgehend unabhängig von den übertragenen Diensten funktioniert. Dies ermöglicht Effizienzsteigerungen, indem z. B. die Komplexität bei Wartung und Betrieb reduziert wird, dienstspezifische Altplattformen abgeschaltet werden sowie durch Energieeinsparungen. Zudem schafft All IP Wachstumspotenziale: kurz- und mittelfristig durch die Verbesserung vorhandener Dienste (z. B. bessere Sprachqualität, mehr Customer Self Service, flexiblere Konfigurationsmöglichkeiten), mittel- und langfristig als eine unverzichtbare Basis für neue Konvergenzprodukte für das „Internet of Things“ und für das beschleunigte Einführen neuer Angebote (time-to-market). 13

Nicht zuletzt fungiert das All IP-Netz als Fundament für die Virtualisierung von Funktionen und Diensten auf Basis einer Network Infrastructure Cloud und einer gemeinsamen, länderübergreifenden Produktion (Pan-Net). Auch hier ergeben sich Chancen für Effizienzsteigerungen und für Wachstum. „Einmal entwickeln und betreiben, aber in verschiedenen Ländern anbieten“ eröffnet neben Synergiepotenzialen die Chance, zukünftige Dienste schneller und kostengünstiger bereitzustellen.

5G wird die nächste Generation von Telekommunikationsnetzen. Wir engagieren uns hier nicht nur in vielen Gremien und Foren, sondern arbeiten zusammen mit Forschung und Industrie intensiv an der Entwicklung dieses zukünftigen Standards, der eine ganze Reihe von Herausforderungen von Telekommunikationsnetzen adressieren wird: unmittelbare technische Bedarfe wie eine deutliche Erhöhung von Kapazität, Bandbreite, Verfügbarkeit und geringere Latenzen. 9

Hinzu kommen fundamentale Herausforderungen wie z. B. umfangreiche Machine-to-Machine-Kommunikation im Internet der Dinge und der wachsende Bedarf mit Blick auf Zuverlässigkeit, Sicherheit und garantierte Ressourcenzuteilung in industriellen Anwendungsszenarien. Damit bietet 5G nicht nur die unmittelbare Chance, bei bestehenden Geschäftsmodellen stark steigende Anforderungen zukünftig kosteneffizient bewältigen zu können, sondern auch Chancen für weitere Geschäftsmodelle, indem man Netz-Fähigkeiten (z. B. Netzzugang, Sicherheit, Identität, Speicherort, Datenzwischenspeicherung, Echtzeitverarbeitung) an entsprechende Partner vermarktet. Bereits heute arbeiten wir an der Realisierung von ersten Anwendungsfällen zu Mobile Edge Computing, bei denen die Datenverarbeitung dezentral – am Rand des Netzes – erfolgt. 5G und Edge Computing bilden so gemeinsam mit anderen Technologien wie dem Schmalband Internet der Dinge (Narrowband Internet of Things, NB-IoT) oder künstlicher Intelligenz (KI) die Basis für die weitere Digitalisierung der Gesellschaft. 12

Die Nutzung großer Datenmengen (Big Data) kann aufgrund der höheren Transparenz Entscheidungsprozesse verbessern und beschleunigen. Möglich wird dies, weil von einer hypothesengestützten zu einer faktenbasierten Entscheidungsfindung übergegangen wird und z. B. Korrelationen erkannt werden können.

Unser operatives Segment Systemgeschäft besetzt innovative Geschäftsfelder im Umfeld der Digitalisierung von Geschäftsprozessen wie das Internet der Dinge und Cyber Security. Diese Geschäftsfelder könnten sich schneller als angenommen entwickeln. Als Vorreiter der Digitalisierung haben wir die Chance, mit verschiedenen Projekten im Gesundheitswesen und im Bereich Mobility Solutions die Marktentwicklung mitzugestalten und nicht nur an ihr teilzuhaben. In der Hochlaufphase dieser neuen, auf Maschinenkommunikation (M2M) und Big Data basierenden Geschäftsmodelle, ist unser partnerbasierter Ansatz sehr Erfolg versprechend, um unsere Kernkompetenzen in puncto Datenkommunikation, Cloud Computing und Cyber Security in verschiedenen Projekten einzubringen. Zudem verfügen wir über erste Referenzen in Marktbereichen des Internet der Dinge, wie z. B. Predictive Maintenance. 12

Als bisheriger Technologie- und Entwicklungspartner befinden wir uns in einer guten Wettbewerbsposition, was das Mautgeschäft in Deutschland betrifft. Zudem haben wir in weiteren europäischen Mautprojekten in Belgien und Österreich sowie durch die angestrebte Vermarktung eines europaweiten Mautsystems (Toll4Europe) wertvolle Referenzen erhalten, die uns helfen, uns vom Wettbewerb zu differenzieren.

Risiken aus der bestehenden IT-Architektur in den USA. Für die Bereitstellung und Unterstützung von Services und zum Teil für den Datenschutz ihrer Kunden stützt sich T-Mobile-US sowohl auf eigene Systeme und Netze als auch auf die Systeme und Netze anderer Anbieter und Zulieferer. Ein Ausfall der Systeme, Netze oder Infrastruktur der T-Mobile US oder eines Dritten kann
T-Mobile US an der zuverlässigen Bereitstellung ihres Services hindern oder die unberechtigte Nutzung oder Beeinträchtigung ihrer Netze und anderen Systeme zur Folge haben. Derartige Systemausfälle, Betriebsunterbrechungen aufgrund von Naturkatastrophen oder aus technischen Gründen und unberechtigte Nutzung oder Beeinträchtigung des Netzes bzw. anderer Systeme der T-Mobile US könnten erhebliche negative Auswirkungen auf den Ruf und die finanzielle Lage der Gesellschaft haben. Haftung für Informationsverlust sowie die Instandsetzung und Reparatur von Infrastruktur und Systemen könnten zu entsprechenden Kosten führen.

Zukunftsfähigkeit der IT-Architektur in den USA. Zur Sicherung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in der Branche mit Hilfe neuer und neu entstehender Technologien muss sich T - Mobile US auf zukünftige technologische Veränderungen einstellen, laufend in das eigene Netz investieren, die vorhandenen Angebote stetig erweitern und neue Angebote einführen, um den sich verändernden Anforderungen bestehender und potenzieller Kunden gerecht zu werden. Sollte T-Mobile US nicht in der Lage sein, die technologischen Entwicklungen zeitnah für sich zu nutzen, könnte dies zu einem Rückgang der Nachfrage nach ihren Leistungen oder zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung oder Weiterentwicklung ihrer Geschäftsstrategie führen. T-Mobile US baut derzeit ein neues Abrechnungssystem für einen Teil der Kunden auf, behält aber das Altsystem weiter bei. Die Realisierung des neuen Abrechnungssystems könnte zu größeren System- oder Betriebsunterbrechungen führen oder T-Mobile US könnte es nicht rechtzeitig fertig stellen und in Betrieb nehmen.

Chancen aus der IT-Architektur in den USA. T-Mobile US investiert in erheblichem Umfang in die IT-Infrastruktur. Sollte dies die Prozesse wesentlich verbessern, könnten die erzielten Einsparungen höher sein als ursprünglich angenommen.

Einkauf. Als Dienstleister sowie Betreiber und Anbieter von Telekommunikations- und IT-Produkten arbeiten wir mit unterschiedlichen Lieferanten für technische Komponenten zusammen. Zu diesen Komponenten zählen u. a. Soft- und Hardware, Übertragungs-, Vermittlungs- und Linientechnik sowie Endgeräte.

Lieferrisiken lassen sich nicht grundsätzlich ausschließen. So können Lieferengpässe, Preiserhöhungen, veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen oder Produktstrategien der Lieferanten sich negativ auf unsere Geschäftsprozesse und unser Ergebnis auswirken. Aus Abhängigkeiten von einzelnen Zulieferern bzw. dem Ausfall von einzelnen Lieferanten können Risiken erwachsen. Diesen begegnen wir mit organisatorischen, vertraglichen und einkaufsstrategischen Maßnahmen.

Datenschutz und Datensicherheit. Am 25. Mai 2018 kommt die Datenschutzgrundverordnung zur Anwendung, mit der in der EU höhere Datenschutzanforderungen eingeführt werden. Dies bringt für unseren Konzern keine grundsätzlichen Änderungen mit sich, da z. B. neue Verfahren wie das Privacy Impact Assessment zur Bewertung und Dokumentation von Risiken bei Datenverarbeitungen bei uns längst gang und gäbe sind. Dennoch haben wir die Einführung der neuen Datenschutzgrundverordnung zum Anlass genommen, den Datenschutz bei uns nochmals grundsätzlich im Rahmen eines Projekts unter die Lupe zu nehmen. Das Projekt unterteilt sich in drei Phasen: In der ersten Phase 2016 wurde der rechtliche Rahmen präzisiert und in den Binding Interpretations für unseren Konzern festgeschrieben. Die zweite Phase fand 2017 statt, in der in allen europäischen Konzerngesellschaften Umsetzungsprojekte eingerichtet und die IT-Systeme und -Prozesse in Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung überprüft wurden. 2018 werden wir in der 3. Phase Readiness Checks zur Kontrolle durchführen. So setzen wir den Datenschutz in unserem Konzern zukünftig einheitlich anhand gemeinsamer Vorgaben und Prozesse um, was zu mehr Effizienz führt, den Datenschutz in konzernübergreifenden Projekten fördert sowie die internationale Zusammenarbeit verbessert.

Die Datenschutzgrundverordnung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem echten europäischen Binnenmarkt, in dem für alle Teilnehmer die gleichen Regeln gelten. Die verabschiedeten Regeln sichern ein hohes Datenschutzniveau in Europa und ermöglichen gleichzeitig neue digitale Geschäftsmodelle. Damit ist die Grundforderung nach einem Level Playing Field für alle Marktteilnehmer in der EU erfüllt. Das neue Datenschutzrecht schließt zudem eine große Regulierungslücke in Bezug auf Dienstleister außerhalb der EU. Die Datenschutzgrundverordnung gilt zukünftig auch für nicht europäische Marktteilnehmer (z. B. Google, Facebook oder Apple), die sich mit ihren Angeboten an Kunden in der EU richten und verbessert so die Wettbewerbssituation. Um das mit der Datenschutz-Grundverordnung erreichte Level Playing Field zu bewahren, ist es von besonderer Bedeutung, dass die EU Mitgliedstaaten im Rahmen der ihnen verbliebenen Gestaltungsspielräume nationale Sonderregelungen zur Datenschutzgrundverordnung nur dort treffen, wo diese zwingend erforderlich sind. Der deutsche Gesetzgeber hat, bei der Neufassung des ab dem 25. Mai 2018 geltenden Bundesdatenschutzgesetzes, der an den ersten Entwürfen geäußerten Kritik teilweise Rechnung getragen und die Sonderregelungen für den nicht-öffentlichen Bereich reduziert. 16

Leider wurden auch Chancen vergeben: So ist es bedauerlich, dass Daten von Telekommunikationsanbietern bis zur Überarbeitung der e-Privacy-Richtlinie weiterhin einer gesonderten, schärferen Regelung unterliegen. Damit bleibt der Wettbewerbsnachteil für Telekommunikationsanbieter in Europa in Teilbereichen bestehen, was sich nach den bisher bekannten Neuregelungen auch nur partiell verbessern wird. Aufgrund der gegenüber der Datenschutzgrundverordnung deutlich restriktiveren Möglichkeiten der Datenverarbeitung für Telekommunikationsanbieter werden demnach Big Data-Anwendungen im Telekommunikationsbereich auch in Zukunft kein vergleichbares Potential entfalten können. Denn die Weiterverarbeitung von Metadaten ist nach dem derzeitigen Entwurf der geplanten e-Privacy-Verordnung nur nach Einwilligung des Kunden möglich. Nicht in der Datenschutzgrundverordnung vorgesehen sind kompatible Möglichkeiten der Weiterverarbeitung unter Verwendung von Pseudonymen. Damit entfallen verschiedene Dienstleistungsmodelle, die dem Verbraucher nützlich sein können, die aber mit anonymen Daten nicht umsetzbar sind: Dies können Angebote zur Parkplatzsuche, Services zur Unfallvermeidung, bedarfsgerechte TV-Programmgestaltung oder Telemonitoring-Dienste im Gesundheitsbereich sein.

Bei der IT-Sicherheit stehen wir vor vielen neuen Herausforderungen. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren der Fokus verschoben – weg von der Prävention, hin zur Analyse. Hier setzt unser Frühwarnsystem an: Es erkennt neue Quellen und Formen von Cyber-Angriffen, analysiert das Verhalten der Angreifer unter strenger Wahrung des Datenschutzes und identifiziert so neue Trends im Sicherheitsbereich. Neben den sog. „Honeypot-Systemen“, die Schwächen in IT-Systemen simulieren, umfasst unser Frühwarnsystem Melde- und Analyse-Tools für Spam-Mails, Viren und Trojaner. Die Informationen, die wir aus all diesen Systemen gewinnen, tauschen wir mit öffentlichen und privaten Stellen aus, um neue Angriffsmuster zu erkennen und neue Schutzsysteme zu entwickeln. 16

Cyber-Kriminalität und Industriespionage nehmen zu. Diesen Risiken begegnen wir mit umfangreichen Sicherheitskonzepten. Um mehr Transparenz zu schaffen und so den Bedrohungen besser entgegenwirken zu können, setzen wir verstärkt auf Partnerschaften, z. B. mit öffentlichen und privaten Organisationen. Mit dem „Security by Design“-Prinzip haben wir Sicherheit als festen Bestandteil in unseren Entwicklungsprozess für neue Produkte und Informationssysteme etabliert. Zusätzlich führen wir intensive und obligatorische digitale Sicherheitstests durch. 17

Wir streben weiterhin an, durch IT-Sicherheitslösungen unser Wachstum zu beschleunigen. Dazu haben wir sämtliche Sicherheitsabteilungen unter dem Dach von T-Systems zusammengefasst. Mit diesem Ende-zu-Ende-Sicherheitsportfolio wollen wir Marktanteile gewinnen und im Zuge der Megatrends Internet der Dinge und Industrie 4.0 mit neuen Sicherheitskonzepten punkten. Außerdem bauen wir unser Partner-Ökosystem im Bereich der Cyber-Sicherheit weiter aus. Zum Überblick über das Magenta Security Portfolio sowie aktuelle Informationen und Veranstaltungshinweise wie u. a. zum jährlichen Telekom Fachkongress Magenta Security informieren wir über security.telekom.com. Auf unserer Internet-Seite www.telekom.com/de/verantwortung/datenschutz-und-datensicherheit berichten wir fortlaufend über aktuelle Entwicklungen in puncto Datenschutz und Datensicherheit. Wie wir dieses strategische Handlungsfeld weiter gestalten, lesen Sie im Kapitel „Konzernstrategie“.

RISIKEN UND CHANCEN AUS MARKE, KOMMUNIKATION UND REPUTATION

Negative mediale Berichterstattung

Eine unvorhersehbare negative mediale Berichterstattung über unsere Produkte und Dienstleistungen oder unsere unternehmerische Tätigkeit und Verantwortung kann einen großen Einfluss auf die Reputation unseres Unternehmens und unser Marken-Image haben. Durch soziale Netzwerke kann es zu einer noch schnelleren und weiteren Verbreitung solcher Informationen und Meinungen kommen. Letztlich kann sich eine negative Berichterstattung auf unseren Umsatz und unseren Markenwert auswirken. Um dies zu vermeiden, sind wir in einem ständigen intensiven und konstruktiven Dialog v. a. mit unseren Kunden, den Medien und der Finanzwelt. Höchste Priorität hat für uns, die Interessen aller Stakeholder möglichst ausgewogen zu berücksichtigen und somit unserem Ruf gerecht zu werden, ein verlässlicher Partner zu sein.

Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen

Zu einem umfassenden Risiko- und Chancen-Management gehört für uns auch, Chancen und Risiken zu berücksichtigen, die aus ökologischen oder sozialen Aspekten resultieren bzw. aus der Führung unseres Unternehmens. Dazu binden wir alle relevanten Stakeholder aktiv und systematisch in den Prozess ein, aktuelle und potenzielle Risiken und Chancen zu ermitteln. Zudem engagieren wir uns in verschiedenen Arbeitsgruppen und Gremien. Das kontinuierliche Monitoring von ökologischen, sozialen und Governance-Themen geht einher mit der systematischen Ermittlung der Positionen unserer Stakeholder zu diesen Themen. Wichtige Tools dabei sind: unsere ganzjährige offene Online-Befragung für alle Stakeholder, unser zweimonatlicher NGO-Report, der die Presseveröffentlichungen der für uns relevanten NGOs systematisch auswertet, unsere Mitarbeit in Arbeitsgruppen und Gremien zahlreicher nationaler und internationaler Unternehmens- und Sozialverbände, wie z. B. GeSI, BID, Bitkom, Econsense und BAGSO, von uns organisierte Stakeholder-Dialogformate wie z. B. der diesjährige, unter dem Motto „The Impact of ICT on climate change – curse or blessing“ veranstaltete, ICT & Climate Stakeholder-Tag sowie unsere verschiedenen Publikationen, wie Pressespiegel und Newsletter. 17

Folgende Themen haben wir als die Wesentlichen unseres Nachhaltigkeitsmanagements identifiziert:

  • Reputation. Der Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen birgt für unsere Reputation sowohl Risiken als auch Chancen. Eine hohe Service-Qualität ist einer der wichtigsten Faktoren für eine bessere Kundenwahrnehmung. Um die Wichtigkeit des Themas Kundenzufriedenheit zu unterstreichen, ist die Kundenzufriedenheit in unserer Konzernsteuerung als nichtfinanzieller Leistungsindikator verankert. Transparenz und Reporting tragen dazu bei, das Vertrauen anderer externer Stakeholder in unseren Konzern zu fördern. Diesem Zweck dienen auch unsere Geschäfts- und CR-Berichte. Dagegen können Themen wie Geschäftspraktiken, Datenschutz oder Arbeitsstandards in der Lieferkette sowie der Umgang mit Menschenrechten auch Reputationsrisiken beinhalten: Finden sich unsere Marken, Produkte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit diesen Thematiken in einer negativen medialen Berichterstattung, kann das unserer Reputation großen Schaden zufügen. In unserem Nachhaltigkeitsmanagement überprüfen wir kontinuierlich solche möglichen Risiken und leiten gegebenenfalls Maßnahmen ein, um sie zu minimieren. Zudem ermitteln wir positive Nachhaltigkeitsbeiträge unserer Produkte und Dienstleistungen, um unsere Reputation entsprechend zu beeinflussen.
  • Klimaschutz. Im Rahmen unserer integrierten Klimastrategie befassen wir uns sowohl mit den Risiken als auch mit den Chancen, die der Klimaschutz für uns und unsere Stakeholder birgt. ICT-Produkte und -Dienstleistungen werden im Jahr 2030 das Potenzial haben, in anderen Branchen fast zehnmal so viel CO2-Emissionen einzusparen wie die ICT-Branche selbst verursacht (GeSI-Studie SMARTer2030). So besteht die Möglichkeit, 20 % der globalen CO2-Emissionen im Jahr 2030 einzusparen und bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Wachstum die Emissionen weltweit auf dem Niveau des Jahres 2015 zu halten. Damit verbunden ist ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 6,5 Billionen US-$, davon allein 2,0 Billionen US-$ für die ICT-Industrie. Ferner können durch ICT-Lösungen insgesamt 4,9 Billionen US-$ an Kosten eingespart werden. Konkret bedeutet dies z. B., dass das in der Zeit von 2012 bis 2020 kumulierte Einsparpotenzial durch Breitband für uns in Deutschland über 19 Mio. Tonnen CO2 beträgt. Zudem können in der Zeit von 2015 bis 2020 durch die ökonomischen Impulse des Breitband-Ausbaus kumuliert 162 000 neue Arbeitsplätze geschaffen und das BIP um 47 Mrd. € gesteigert werden. Diese Entwicklung begleiten wir, indem wir unser Produkt-Portfolio hinsichtlich Nachhaltigkeitsvorteilen bewerten. Zusätzlich wollen wir das Verhältnis aus Emissionen, die durch unsere Produkte und Dienste eingespart werden können, und Emissionen aus unserer eigenen gesamten Wertschöpfungskette kontinuierlich verbessern. 2016 haben wir so in Deutschland bereits 33 % mehr Emissionen eingespart als verursacht. Mehr Informationen hierzu enthält unser CR-Bericht 2017, der im April 2018 erscheint. 13

Unter den Risiken, die der Klimawandel mit sich bringt, sind bereits heute zunehmend extreme Wetterbedingungen erkennbar. Dies beeinflusst unsere Stakeholder unmittelbar, z. B. unsere Kunden, Zulieferer und Mitarbeiter. Einen Beitrag zur Vorbeugung können wir leisten, indem wir unsere eigenen CO2-Emissionen reduzieren. Auch aus diesem Grund haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere konzernweiten Emissionen – ohne Berücksichtigung unseres operativen Segments USA – bis 2020 im Vergleich zu 2008 um 20 % zu senken. Außerdem birgt der Klimaschutz auch finanzielle Risiken, sei es durch die Einführung einer Abgabe für CO2-Emissionen oder erhöhte Energiekosten. Um diesen Risiken entgegenzuwirken, messen wir u. a. unsere eigene Energieeffizienz und entwickeln Maßnahmen, um diese zu verbessern. Außerdem deckten 2016 vier unserer Landesgesellschaften (Magyar Telekom in Ungarn, OTE in Griechenland, T-Mobile Netherlands in den Niederlanden und Hrvatski Telekom in Kroatien) ihren Strombedarf zu 100 % bzw. zwei fast vollständig (T-Mobile Austria und T-Systems Netherlands) aus erneuerbaren Energien und konnten so die Klimaschutzrisiken reduzieren.

  • Lieferanten. Mehr Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette sehen wir als Chance – für unsere Reputation und unseren wirtschaftlichen Erfolg. Neben allgemeinen Risiken im Rahmen unserer globalen Beschaffungstätigkeiten können wir länder- und lieferantenspezifischen Risiken ausgesetzt sein. Dazu zählen z. B. der Einsatz von Kinderarbeit, die bewusste Inkaufnahme von Umweltschäden oder mangelhafte Arbeits- und Sicherheitsbedingungen vor Ort. Wir überprüfen unsere Lieferanten systematisch und minimieren so diese Risiken. Unsere Kooperationen mit Lieferanten, die internationale Nachhaltigkeitsstandards einhalten, sichern eine hohe Produktqualität sowie eine zuverlässige Beschaffung. Mit einem speziellen Entwicklungsprogramm helfen wir unseren Lieferanten dabei, Geschäftspraktiken einzuführen, die sowohl sozial und ökologisch verträglich als auch wirtschaftlich effizient sind. Das Programm zeigte auch im Berichtsjahr messbare Erfolge und punktet in dreifacher Hinsicht: Es hat positive Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten sowie deren Profitabilität und verdeutlicht die wirtschaftliche Relevanz von Nachhaltigkeit für beide Seiten – für unsere Lieferanten und für unseren Konzern. So senken z. B. bessere Arbeitsbedingungen bei unseren Lieferanten die Zahl der arbeitsbedingten Unfälle und die Fluktuationsrate. Dies wiederum sichert eine hohe Produktqualität und steigert die Produktivität – bei gleichzeitig niedrigeren Kosten für Rekrutierung und Training. Wir stärken also nicht nur die Profitabilität und CR-Performance bei unseren Lieferanten, sondern reduzieren auch deutlich identifizierte Risiken. 8 Siehe Kapitel „Corporate Responsibility und nichtfinanzielle Erklärung“.

Gesundheit und Umwelt

Der Mobilfunk bzw. die elektromagnetischen Felder, die der Mobilfunk nutzt, lösen immer wieder Bedenken in der Bevölkerung über mögliche Gesundheitsrisiken aus. Dazu gibt es eine anhaltende öffentliche, politische und wissenschaftliche Diskussion. Die Akzeptanzprobleme in der Öffentlichkeit betreffen dabei sowohl die Mobilfunknetze als auch den Einsatz mobiler Endgeräte wie Smartphones, Tablets und Laptops. Diese Diskussion hat ebenso Auswirkungen auf den Ausbau der Mobilfunk-Infrastruktur wie auf die Nutzung mobiler Endgeräte. Im Festnetz-Bereich betrifft dies den Absatz von herkömmlichen IP- bzw. DECT-Geräten (digitale schnurlose Telefone) sowie von Endgeräten mit WLAN-Technologie. Es besteht das Risiko regulatorischer Eingriffe, wie etwa die Senkung der Grenzwerte für elektromagnetische Felder oder die Umsetzung von Vorsorgemaßnahmen für den Mobilfunk, z. B. durch Veränderungen im Baurecht oder Kennzeichnungspflichten für Endgeräte.

Basierend auf dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand haben anerkannte Gremien, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Strahlenschutzkommission (ICNIRP), in den vergangenen Jahren wiederholt die geltenden Grenzwerte für den Mobilfunk überprüft und, bei Einhaltung dieser Werte, die sichere Nutzung der Mobilfunk-Technik bestätigt. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse prüfen die Fachgremien, aktuell die ICNIRP, die Grenzwert-Empfehlungen regelmäßig.

Wir sind davon überzeugt, dass die sichere Anwendung der Mobilfunk-Technik durch die Einhaltung der geltenden Grenzwerte sichergestellt wird. Dabei stützen wir uns auf die Bewertung der anerkannten Gremien. Basis unseres verantwortungsvollen Umgangs mit diesem Thema ist unsere konzernweite „EMF-Policy“: In dieser verpflichten wir uns – weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus – zu mehr Transparenz, Information, Partizipation und finanzieller Unterstützung der unabhängigen Mobilfunk-Forschung. Wir arbeiten daran, Unsicherheiten in der Bevölkerung durch eine sachliche, wissenschaftlich fundierte und transparente Informationspolitik abzubauen. So sehen wir uns auch weiterhin in der Pflicht, den vertrauensvollen und erfolgreichen Austausch mit Kommunen über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus zu pflegen. Dies gilt auch, nachdem die langjährige Zusammenarbeit mit Kommunen beim Mobilfunk-Ausbau 2013 gesetzlich verankert wurde; davor erfolgte die Zusammenarbeit auf Basis von freiwilligen Selbstverpflichtungen der Netzbetreiber.

RECHTSVERFAHREN

Wesentliche laufende Rechtsverfahren

Die Deutsche Telekom ist Partei in gerichtlichen und außergerichtlichen Verfahren mit Behörden, Wettbewerbern sowie anderen Beteiligten. Von besonderer Bedeutung sind aus unserer Sicht die nachfolgend aufgeführten Verfahren. Sofern in äußerst seltenen Fällen geforderte Angaben zur Bedeutung einzelner Rechts- und Kartellverfahren nicht gemacht werden, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Angaben das Ergebnis des jeweiligen Verfahrens ernsthaft beeinträchtigen können.

Wesentliche laufende Rechtsverfahren
 
Schiedsverfahren Toll Collect
Prospekthaftungsverfahren
Klagen von Telefonbuchpartnerverlagen
Klagen wegen Entgelten für die Mitbenutzung von Kabelkanalanlagen
Schadensersatzklage in Malaysia trotz einem früheren, anderslautenden rechtskräftigen Schiedsurteil
Patente und Lizenzen
  • Schiedsverfahren Toll Collect. Im Schiedsverfahren zwischen den Hauptgesellschaftern der Toll Collect (Daimler Financial Services AG und Deutsche Telekom AG) sowie der Konsortialgesellschaft Toll Collect GbR einerseits und der Bundesrepublik Deutschland andererseits über Streitigkeiten in Zusammenhang mit dem Mauterhebungssystem erhielt die Deutsche Telekom am 2. August 2005 die Klageschrift der Bundesrepublik Deutschland. Der Bund macht Ansprüche auf entgangene Mauteinnahmen in Höhe von ca. 3,33 Mrd. € zuzüglich Zinsen wegen Verspätung der Aufnahme des Wirkbetriebs sowie Vertragsstrafen in Höhe von ca. 1,65 Mrd. € zuzüglich Zinsen geltend. Die Summe aller Hauptforderungen des Bundes – einschließlich der Vertragsstrafenforderungen – beträgt damit ca. 4,98 Mrd. € zuzüglich Zinsen. Im Frühjahr 2017 machten die Hauptgesellschafter Gegenansprüche wegen der Pflichtverletzungen des Bundes hinsichtlich der Verzögerung des Maut-Starts geltend. Nach mündlichen Verhandlungen in 2014 aktualisierten wir die Einschätzung des Verfahrens und des auf die Deutsche Telekom entfallenden Risikoanteils und bildeten eine bilanzielle Risikovorsorge in angemessener Höhe. In den Folgejahren fanden weitere mündliche Verhandlungen statt, die keine Veranlassung dazu gaben, die 2014 getroffene bilanzielle Risikovorsorge anzupassen.
  • Prospekthaftungsverfahren (dritter Börsengang ‒ DT3). Hierbei handelt es sich um ca. 2 600 laufende Klagen von ca. 16 000 angeblichen Käufern von T-Aktien, die auf der Grundlage des Prospektes vom 26. Mai 2000 verkauft wurden. Die Kläger behaupten, dass einzelne Angaben in diesem Prospekt unrichtig oder unvollständig seien. Der Streitwert beläuft sich auf insgesamt ca. 80 Mio. € zuzüglich Zinsen. Die Klagen richten sich zum Teil auch gegen die KfW und/oder die Bundesrepublik Deutschland sowie teilweise auch gegen emissionsbegleitende Banken. Das Landgericht (LG) Frankfurt am Main hatte Vorlagebeschlüsse nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) zum Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main erlassen und die Ausgangsverfahren ausgesetzt. Am 16. Mai 2012 hatte das OLG Frankfurt am Main festgestellt, dass der Börsenprospekt der Deutschen Telekom AG keinen Fehler enthält. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in seiner Entscheidung vom 21. Oktober 2014 diese Entscheidung teilweise aufgehoben, einen Fehler im Börsenprospekt festgestellt und das Verfahren an das OLG Frankfurt am Main zurückverwiesen. Am 30. November 2016 stellte das OLG Frankfurt am Main in einem Musterentscheid fest, dass aus dem vom BGH festgestellten Fehler eine grundsätzliche Haftung der Deutschen Telekom AG resultieren könne; Einzelheiten seien aber in den Ausgangsverfahren zu klären. Sowohl die Deutsche Telekom AG als auch einzelne Musterkläger haben gegen diese Entscheidung Rechtsbeschwerde beim BGH eingelegt. Wir sind weiterhin der Auffassung, dass überwiegende Gründe gegen eine Schadensersatzpflicht der Deutschen Telekom AG sprechen. Im Konzern-Anhang wurde eine in angemessener Höhe gebildete Eventualverbindlichkeit angegeben. Im handelsrechtlichen Jahresabschluss der Deutschen Telekom AG wurde bilanzielle Risikovorsorge in angemessener Höhe gebildet.
  • Klagen von Telefonbuchpartnerverlagen. Mehrere Verlage, die gemeinsam mit der damaligen DeTeMedien GmbH (heute Deutsche Tele Medien GmbH), einer ehemals 100-prozentigen Tochter der Deutschen Telekom AG, in gemeinsamen Gesellschaften jeweils Teilnehmerverzeichnisse herausgeben und verlegen, reichten Ende 2013 Klagen gegen die DeTeMedien GmbH und/oder die Deutsche Telekom AG ein. Die Kläger fordern von der Deutsche Tele Medien GmbH und teilweise von der Deutschen Telekom AG als Gesamtschuldnerin neben der Deutschen Tele Medien GmbH Schadensersatz oder Rückzahlung. Die Kläger stützen ihre Forderungen auf vermeintlich überhöhte Kosten für die Überlassung von Teilnehmerdaten in den gemeinsamen Gesellschaften. Die bezifferten Forderungen der ursprünglich 81 Kläger betrugen Ende 2014 insgesamt rund 470 Mio. € zuzüglich Zinsen. Nachdem im Oktober 2015 mit einem Großteil der Verlage eine Vereinbarung über die Beilegung der Streitigkeiten geschlossen wurde und andere Klagen zwischenzeitlich rechtskräftig abgewiesen wurden, sind derzeit noch 13 Verfahren mit einer verbleibenden Klagesumme von ca. 99 Mio. € zuzüglich Zinsen rechtshängig. In zehn dieser Verfahren haben die Kläger Revision beim BGH eingelegt, nachdem die Klagen in der Berufungsinstanz zurückgewiesen wurden. Die übrigen drei Klagen sind ruhend gestellt. Fünf Verlage, deren Zivilklagen noch rechtshängig sind, verfolgen ihre Ansprüche seit Juni 2016 parallel durch verwaltungsgerichtliche Klagen gegen die BNetzA. Zwei dieser Klagen wurden erstinstanzlich abgewiesen.
  • Klagen wegen Entgelten für die Mitbenutzung von Kabelkanalanlagen. Im Jahr 2012 verklagte die Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH – nun Vodafone Kabel Deutschland GmbH (VKDG) – die Telekom Deutschland GmbH und forderte eine Reduzierung des jährlichen Entgelts für die Nutzungsrechte an Kabelkanalkapazitäten für die Zukunft sowie die teilweise Rückzahlung von in diesem Zusammenhang seit 2004 geleisteten Zahlungen. Die VKDG bezifferte ihre Ansprüche zuletzt mit ca. 540 Mio. € nebst ca. 11 Mio. € für vermeintlich erlangten Zinsnutzen, jeweils zuzüglich Zinsen. Ansprüche vor 2009 werden von der VKDG nicht mehr geltend gemacht. Nachdem bereits das LG Frankfurt am Main der Klage im Jahr 2013 nicht stattgegeben hatte, wies auch das OLG Frankfurt am Main die Berufung im Dezember 2014 ab. Mit Urteil vom 24. Januar 2017 hob der BGH das Berufungsurteil auf und verwies das Verfahren zur weiteren Verhandlung an das OLG Frankfurt am Main zurück. In einem ähnlich gelagerten Verfahren forderten die Unitymedia Hessen GmbH & Co. KG, die Unitymedia NRW GmbH und die Kabel BW GmbH im Januar 2013 von der Telekom Deutschland GmbH Unterlassung, mehr als ein jeweils genau beziffertes Entgelt für die Mitbenutzung von Kabelkanalanlagen von den Klägern zu verlangen. Die Kläger fordern Rückzahlung in Höhe von nunmehr ca. 570 Mio. € zuzüglich Zinsen. Die Klage wurde am 11. Oktober 2016 vom LG Köln erstinstanzlich abgewiesen. Gegen die Entscheidung haben die Kläger Berufung eingelegt. Die finanziellen Auswirkungen beider Verfahren können derzeit nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden.
  • Schadensersatzklage in Malaysia trotz einem früheren, anderslautenden rechtskräftigen Schiedsurteil. Die Celcom Malaysia Berhad (Celcom) und die Technology Resources Industries Berhad klagen vor den staatlichen Gerichten in Kuala Lumpur, Malaysia, gegen insgesamt elf Beklagte, darunter auch die DeTeAsia Holding GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Die Kläger verlangen Schadensersatz und Entschädigung in Höhe von 232 Mio. US-$ zuzüglich Zinsen. Diesen Betrag hatte die DeTeAsia Holding GmbH im Jahr 2005 aufgrund eines rechtskräftig zu ihren Gunsten ergangenen Schiedsurteils gegen die Celcom vollstreckt. Das erstinstanzliche Hauptverfahren hat im Januar 2018 begonnen. Die finanziellen Auswirkungen können wir derzeit noch nicht ausreichend verlässlich schätzen.
  • Patente und Lizenzen. Wie viele andere große Telekommunikations- und Internet-Anbieter sieht sich die Deutsche Telekom einer wachsenden Zahl von Streitfällen „zum Recht am geistigen Eigentum“ ausgesetzt. Für uns besteht das Risiko der Zahlung von Lizenzgebühren und/oder Schadensersatz; zudem sind wir dem Risiko einer Verurteilung zur Unterlassung ausgesetzt, z. B. für den Vertrieb eines Produkts oder für die Nutzung einer Technik.

Die Deutsche Telekom beabsichtigt im Übrigen, sich in jedem dieser Verfahren entschieden zu verteidigen bzw. ihre Ansprüche zu verfolgen.

Abgeschlossene Verfahren

  • Reduzierung des Unternehmensbeitrags für die Postbeamtenversorgung. Die Deutsche Telekom AG leistet gemäß ihrer Verpflichtung nach dem Postpersonalrechtsgesetz Zahlungen an die Postbeamtenversorgungskasse und hatte beim zuständigen Bundesministerium der Finanzen die Verminderung ihrer Zahlungsverpflichtungen beantragt. Die nach Antragsablehnung beim zuständigen Verwaltungsgericht Köln erhobene Klage wurde abgewiesen und die gegen diese Entscheidung eingelegte Berufung zurückgewiesen. Da die Deutsche Telekom AG auf die Einlegung eines weiteren Rechtsmittels verzichtet hat, ist das Verfahren nunmehr rechtskräftig beendet.

KARTELLVERFAHREN

Wie alle Unternehmen unterliegt auch unser Konzern den Vorschriften des Kartellrechts. Vor diesem Hintergrund haben wir gerade in den letzten Jahren unsere Compliance-Maßnahmen auch in diesem Bereich deutlich ausgebaut. Unser Compliance Management-System wurde zuletzt 2015 von unabhängigen Wirtschaftsprüfern in Bezug auf Kartellrecht gemäß IDW PS 980 als wirksam zertifiziert. Dennoch sieht sich die Deutsche Telekom bzw. ihre Beteiligungsgesellschaften von Zeit zu Zeit wettbewerbsrechtlichen Verfahren oder sich daraus ergebenden zivilrechtlichen Folgeklagen ausgesetzt. Im Folgenden beschreiben wir die wesentlichen Kartellverfahren und die daraus resultierenden Schadensersatzklagen.

Schadensersatzklagen gegen Slovak Telekom infolge der Bußgeldentscheidung der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission hat am 15. Oktober 2014 entschieden, dass Slovak Telekom ihre Marktmacht auf dem slowakischen Breitband-Markt missbraucht habe, und im Zuge dessen Bußgelder gegen Slovak Telekom und Deutsche Telekom verhängt. Die Bußgelder wurden im Januar 2015 beglichen. Slovak Telekom und Deutsche Telekom haben die Entscheidung der Europäischen Kommission am 29. Dezember 2014 vor dem Gericht der Europäischen Union angefochten. Im Anschluss an die Bußgeldentscheidung der Europäischen Kommission haben Wettbewerber Klage vor dem Zivilgericht in Bratislava gegen Slovak Telekom erhoben. Mit diesen Klagen begehren sie die Erstattung eines angeblichen Schadens, der sich aus dem von der Europäischen Kommission festgestellten Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch die Slovak Telekom ergeben haben soll. Derzeit sind noch drei Klagen in Höhe von insgesamt 174 Mio. € zuzüglich Zinsen anhängig. Die finanziellen Auswirkungen können wir derzeit nicht ausreichend verlässlich schätzen.

FINANZWIRTSCHAFTLICHE RISIKEN

Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs- und Zinsrisiken

Unser Konzern unterliegt im Hinblick auf seine Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und seine geplanten Transaktionen v. a. Liquiditäts- und Ausfallrisiken sowie dem Risiko der Veränderung von Währungskursen und Zinssätzen. Diese Risiken wollen wir begrenzen. Dazu setzen wir je nach Einschätzung der Risiken ausgewählte derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente ein. Grundsätzlich werden nur zahlungswirksame Risiken besichert. Daher werden derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung und niemals zu spekulativen Zwecken eingesetzt. Die Beurteilung der im Folgenden beschriebenen Risikofelder Liquiditäts-, Ausfall-, Währungs-und Zinsrisiken erfolgt in der Netto betrachtung nach Umsetzung der Risikobegrenzungsmaßnahmen. Zur Beurteilung siehe Tabelle.

Liquiditätsrisiken. Um die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns und der Deutschen Telekom AG jederzeit sicherzustellen, halten wir im Rahmen unseres Liquiditätsmanagements eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vor, die zu jedem Zeitpunkt die fälligen Bonds und langfristigen Darlehen für mindestens die nächsten 24 Monate abdecken soll. In der mittel- bis langfristigen Finanzierung nutzen wir hauptsächlich Anleihen in unterschiedlichen Währungen und Rechtsrahmen. In der Regel werden diese Instrumente über die Deutsche Telekom International Finance B. V. emittiert und als interne Kredite im Konzern weitergereicht.

Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung der Liquiditätsreserve im Verhältnis zu den Fälligkeiten. Zum Ende des Jahres 2017 und auch in den Quartalen zuvor wurde die Anforderung an die Liquiditätsreserve, mindestens die Fälligkeiten der nächsten 24 Monate abzudecken, eindeutig erfüllt.

Neben den ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten standen der Deutschen Telekom am 31. Dezember 2017 standardisierte bilaterale Kreditlinien mit 22 Banken mit einem aggregierten Gesamtvolumen von 12,9 Mrd. € zur Verfügung. Zum 31. Dezember 2017 waren diese Banklinien in Höhe von 0,2 Mrd. € in Anspruch genommen. Gemäß den Kreditverträgen sind die Konditionen abhängig von unserem Rating. Die bilateralen Kreditverträge haben eine ursprüngliche Laufzeit von 36 Monaten und können jeweils nach zwölf Monaten um weitere zwölf Monate auf 36 Monate verlängert werden. Unser Zugang zu den internationalen Fremdkapitalmärkten ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet.

Grafik: Entwicklung Liquiditätsreserve, Fälligkeiten 2016/2017

Ausfallrisiken. Bei unserem operativen Geschäft und bei bestimmten Finanzierungsaktivitäten sind wir einem Ausfallrisiko ausgesetzt, d. h. dem Risiko, dass die Gegenpartei ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllt. Um das Ausfallrisiko auf ein Minimum zu begrenzen, schließen wir im Finanzierungsbereich Geschäfte grundsätzlich nur mit Kontrahenten ab, deren Kredit-Rating mindestens BBB+/Baa1 ist; damit verbunden ist ein laufendes Bonitäts-Management-System. Darüber hinaus haben wir für unsere derivativen Geschäfte Collateral-Verträge abgeschlossen. Diese stellen sicher, dass wir – auf täglicher Basis – in Höhe der Forderungssalden gegenüber unseren Kontraktbanken Ausgleichszahlungen erhalten und umgekehrt; im Falle von Verbindlichkeitssalden, Ausgleichszahlungen leisten. Für den Insolvenzfall legen die Collateral-Verträge fest, dass sämtliche bestehende Kontrakte gegeneinander aufgerechnet werden und letztlich nur eine Forderung bzw. Verbindlichkeit in Höhe des Saldos verbleibt. Bereichsbezogen, also dezentral, überwachen wir kontinuierlich im operativen Geschäft die Außenstände. Einer gesonderten Bonitätsüberwachung unterliegt unser Geschäft mit Großkunden, insbesondere mit internationalen Carriern.

Währungsrisiken. Die Währungskursrisiken resultieren aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Risiken aus Fremdwährungsschwankungen werden gesichert, soweit sie zahlungswirksam sind. Grundsätzlich ungesichert bleiben jedoch Fremdwährungsrisiken, die den Cashflow unseres Konzerns nicht beeinflussen, z. B. die Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ausländischer Unternehmenseinheiten in die Konzern-Berichterstattungswährung resultieren.

Zinsrisiken. Unsere Zinsrisiken resultieren v. a. aus verzinslichen Verbindlichkeiten, in erster Linie in der Eurozone und in den USA. Die Zinsrisiken steuern wir im Rahmen unseres Zins-Managements. Hierbei wird die maximal zulässige negative Abweichung vom geplanten Zinsergebnis definiert: das sogenannte „Risiko-Budget“. Um die Einhaltung des Risiko-Budgets zu gewährleisten, steuern wir die Zusammensetzung des Verbindlichkeiten-Portfolios (Verhältnis von fix-/variabel-verzinslichen Schuldtiteln und durchschnittlicher Zinsbindung des Portfolios) sowohl über die Begebung originärer Finanzinstrumente sowie bei Bedarf zusätzlich durch den Einsatz von derivativen Instrumenten. Es erfolgt ein regelmäßiges Reporting an Vorstand und Aufsichtsrat. Weitergehende Ausführungen finden Sie unter Angabe 37 „Finanzinstrumente und Risiko-Management“ im Konzern-Anhang.

Steuerrisiken

In zahlreichen Ländern unterliegen wir den jeweils geltenden steuerlichen Rechtsvorschriften. Risiken können sich ergeben aus Änderungen der lokalen Steuergesetze bzw. der Rechtsprechung und unterschiedlicher Auslegung von existierenden Vorschriften. Sie können sich sowohl auf unsere Steueraufwendungen und -erträge als auch auf unsere Steuerforderungen und
-verbindlichkeiten auswirken.

Sonstige finanzwirtschaftliche Risiken

Im Folgenden beschreiben wir die sonstigen finanzwirtschaftlichen Risiken, die für uns aktuell unwesentlich bzw. nach heutigem Kenntnisstand nicht einschätzbar sind.

Rating-Risiko. Zum 31. Dezember 2017 bewertete die Rating-Agentur Moody’s die Deutsche Telekom mit Baa1, Fitch und Standard & Poor’s mit BBB+. Der Ausblick ist bei allen drei Agenturen stabil. Ein niedrigeres Rating hätte höhere Zinsen bei einem Teil der von uns emittierten Anleihen zur Folge.

Aktienverkäufe des Bundes bzw. der KfW Bankengruppe. Zum 31. Dezember 2017 hielt der Bund zusammen mit der KfW Bankengruppe rund 31,9 % an der Deutschen Telekom AG. Es ist nicht auszuschließen, dass der Bund seine Privatisierungspolitik fortführt und sich von weiteren Beteiligungen kapitalmarktgerecht und unter Einbeziehung der KfW Bankengruppe trennt. Für uns besteht das Risiko, dass die Veräußerung von Anteilen durch den Bund oder die KfW Bankengruppe in größerem Umfang bzw. durch entsprechende Spekulationen am Markt den Kurs der T-Aktie negativ beeinflusst.

Unsere CR-Strategie kommt der langfristigen Wertentwicklung unseres Unternehmens zugute. Dies trägt entsprechend positiv dazu bei, Geschäftsrisiken zu reduzieren. Langfristig orientierte Investoren honorieren diesen Ansatz. Auf den Kapitalmärkten spiegelt sich dies u. a. in dem Anteil der T-Aktien wider, welche von Investoren gehalten werden, die bei ihren Investment-Entscheidungen zumindest teilweise Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Zum 30. September 2017 waren rund 18 % der T - Aktien im Besitz von solchen SRI-Investoren (Socially Responsible Investment) und knapp 3 % wurden von Investoren gehalten, die ihre Fonds vorrangig unter SRI-Gesichtspunkten managen.

Werthaltigkeit des Vermögens der Deutschen Telekom AG. Der Wert des Vermögens der Deutschen Telekom AG und ihrer Tochterunternehmen wird regelmäßig überprüft. Flankierend zu den regelmäßigen jährlichen Bewertungen sind in bestimmten Fällen zusätzliche Werthaltigkeitstests durchzuführen, z. B. dann, wenn infolge von Änderungen im Wirtschafts-, Regulierungs-, Geschäfts- oder Politikumfeld zu vermuten ist, dass sich der Wert von Goodwill, immateriellen Vermögenswerten, Gegenständen des Sachanlagevermögens, Beteiligungen an at equity bilanzierten Unternehmen oder sonstigen finanziellen Vermögenswerten vermindert haben könnte. Eine ausführliche Darstellung finden Sie im Kapitel „Grundlagen und Methoden – Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten“ im Konzern-Anhang. Ergebnis solcher Werthaltigkeitstests können entsprechende Wertminderungen sein, die aber nicht zu Auszahlungen führen. Unser Ergebnis kann hierdurch in erheblichem Umfang gemindert werden; dies könnte den Kurs der T-Aktie belasten.