Markterwartungen

DEUTSCHLAND

Nachdem der Markt für Telekommunikationsdienstleistungen in Deutschland 2017 rückläufig blieb – gegenüber 2016 wies er ein Minus von 0,3 % aus –, dürfte er sich 2018 stabilisieren (Quelle: EITO, European Information Technology Observatory). Zurückzuführen ist dies auf mehrere Gründe: Zum einen dürfte sich der regulierungsbedingte Umsatzrückgang abschwächen, zum anderen ist davon auszugehen, dass die Negativtendenzen in der klassischen Festnetztelefonie durch die wachsende Nachfrage nach mobilem Datenvolumen sowie nach schnellerer Konnektivität im Privat- und Geschäftskundenbereich kompensiert werden. Für den weiter gefassten ICT-Markt, der neben der Telekommunikation auch IT-Dienste mit einschließt, prognostiziert EITO für 2018 ein Plus von 1,7 %. Diese Prognose stützt sich in erster Linie auf das Wachstum des IT-Markts, welches derzeit bei 3,0 % liegt und v. a. auf die hohe Nachfrage in zwei Bereichen zurückzuführen ist: Dienstleistungen für Geschäftskunden (z. B. Outsourcing, Projektgeschäft, Beratung) und Software-gestützte Dienstleistungen (Virtualisierung und Cloud-Geschäft, z. B. in Form von Software as a Service, Plattform as a Service oder Infrastruktur as a Service).

Für unsere Positionierung im Wettbewerb spielen im Privatkundenbereich innovative, integrierte Produkte sowie attraktive Zusatzdienste wie TV- und Musik-Optionen oder Smart Home eine immer größere Rolle. Bei den Geschäftskunden werden Cloud Services, Security-Anwendungen sowie Lösungen für Industrie 4.0 zunehmend wichtiger. Zudem differenzieren wir uns von anderen Anbietern durch die verfügbaren Bandbreiten im Down- und Upload, das in den Tarifen enthaltene mobile Datenvolumen sowie Tarifinnovationen.

Der Mobilfunk-Markt in Deutschland wird von drei Anbietern mit eigener Netzinfrastruktur geprägt, die mit der 4G/LTE-Technologie einen Großteil der Bevölkerung mit mobilem Hochgeschwindigkeits-Internet versorgen. Im Unterschied dazu ist der Markt für Festnetz-Breitband durch eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Infrastrukturen gekennzeichnet – vom überregionalen Anbieter bis hin zum regionalen Versorger. Wir gehen davon aus, dass der Wettbewerb von Seiten der Kabelnetzbetreiber intensiv bleibt und die Zahl der Anbieter mit eigenem DSL- oder Glasfasernetz zunehmen wird.

USA

Der US-amerikanische Mobilfunk-Markt ist weiterhin von intensivem Wettbewerb zwischen den bedeutendsten Mobilfunk-Anbietern gekennzeichnet. Entscheidende Faktoren für den Wettbewerb auf dem US-amerikanischen Mobilfunk-Markt sind u. a. dynamische Preisanpassungen, Marktsättigung im Bereich Sprache, Service- und Produktangebote, Kundenerlebnis, Netzqualität, Entwicklung und Einsatz von Technologien, Verfügbarkeit von Spektrumlizenzen sowie regulatorische Veränderungen. Besondere Kennzeichen des Postpaid-Mobilfunk-Markts in den USA sind Finanzierungsoptionen für Endgeräte, z. B. bei T-Mobile US die Möglichkeit der Ratenzahlung oder das Mieten von Endgeräten im Rahmen von „JUMP! On Demand“, sodass die Kunden die Möglichkeit haben, sich nur für einen Mobilfunk-Dienst zu entscheiden, ohne gleichzeitig ein Endgerät erwerben zu müssen. Trotz sehr hoher Wettbewerbsintensität sind Datendienste und die Verfügbarkeit von Flatrate-Datentarifen nach wie vor ein Wachstumstreiber, was weitere Netzinvestitionen der großen Mobilfunk-Betreiber auf dem US-amerikanischen Mobilfunk-Markt begünstigt.

EUROPA

Der positive Trend, der 2017 in den traditionellen Kommunikationsmärkten unseres operativen Segments Europa zu verzeichnen war, wird sich in den nächsten beiden Jahren fortsetzen. Analysten haben ihre Prognosen entsprechend korrigiert: Analysys Mason etwa erwartet nun insgesamt stabile Märkte für 2018 und 2019 und rechnet dabei innerhalb des Festnetz-Geschäfts in den Breitband- und Pay-TV-Märkten mit einem jährlichen Wachstum von je 2 %, während die Sprachdienste weiter an Bedeutung verlieren und um ca. 7 % p. a. schrumpfen dürften. In den Mobilfunk-Märkten werden die Datendienste voraussichtlich um ca. 5 bis 6 % pro Jahr zulegen – angetrieben durch das massive Wachstum des Datenverkehrs, v. a. durch die Nutzung mobiler Videodienste. Laut der Analysen von Ovum werden schon 2019 in Osteuropa über 60 %, in Westeuropa fast 80 % des Datenverkehrs in Mobilfunk-Netzen auf die mobilen Videodienste entfallen. Die Bedeutung klassischer Sprachdienste hingegen nimmt auch im Mobilfunk weiter ab: Analysten prognostizieren hier einen Rückgang von ca. 5 % p. a. Der Trend zu konvergenten Angeboten aus Fest- und Mobilfunk-Diensten (FMC) ist auch in unserem operativen Segment Europa ungebrochen. Wir erwarten, dass bereits 2019 über 30 % aller Breitband-Anschlüsse Teil eines FMC-Angebots sind.

Laut Oxford Economics soll das reale BIP auch 2018 und 2019 in all unseren Ländern zwischen 2 und 4 % p. a. ansteigen. Diese positiven konjunkturellen Rahmenbedingen werden sich insbesondere auf die IT-Märkte in unserem operativen Segment Europa auswirken. Für die Länder Zentral- und Osteuropas prognostiziert EITO für 2018 ein Wachstum von 3 %.

SYSTEMGESCHÄFT

Mit der anhaltenden Verbesserung der Weltwirtschaft sollte auch das Wachstum im ICT-Markt in den kommenden beiden Jahren weiter anziehen. Dabei wird der Markt weiterhin durch andauernden Kostendruck und scharfen Wettbewerb geprägt sein. Gleichzeitig erwarten wir, dass im Zuge der Digitalisierung auch die Nachfrage nach Lösungen aus den Bereichen Cloud Services, Big Data, intelligente Netzdienstleistungen, wie Industrie 4.0, Internet der Dinge, M2M sowie Mobilisierung von Geschäftsprozessen, aber auch ICT-Sicherheit (Cyber Security) wachsen wird.

Nach unserer Einschätzung werden sich die ICT-Märkte in den beiden wesentlichen Marktsegmenten unterschiedlich entwickeln:

  • Telekommunikation: Der hart umkämpfte Telekommunikationsfestnetzmarkt für große Geschäftskunden bleibt herausfordernd. Innovativer Wandel, ein intensiver Wettbewerb, stetiger Preisverfall sowie Eingriffe der staatlichen Regulierungsbehörden werden den Gesamtumsatz im Markt voraussichtlich sinken lassen, auch wenn das Geschäft mit mobilen Datendiensten oder dem Internet der Dinge in den nächsten Jahren weiter wachsen wird.
  • IT-Dienstleistungen: Das deutliche Wachstum des Markts für IT-Dienstleistungen im Berichtsjahr dürfte sich auch 2018 und 2019 fortsetzen. Zugleich ist dieser Markt einem starken Wandel unterworfen, u. a. infolge fortschreitender Standardisierung und Automatisierung, der Nachfrage nach intelligenten Dienstleistungen sowie Veränderungen im Outsourcing-Geschäft durch Cloud Services. Hinzu kommen neue Herausforderungen durch die Digitalisierung, die immer wichtigere ICT-Sicherheit (Cyber Security), Big Data und die wachsende Mobilität. Das traditionelle IT-Geschäft dürfte aufgrund des Preiswettbewerbs zurückgehen, während Cloud Services, Mobilität und ICT-Sicherheit (Cyber Security) zweistellige Wachstumsraten erreichen können. Angesichts dessen planen wir, weiterhin verstärkt in Wachstumsmärkte zu investieren – insbesondere in Digitalisierung, Cloud Services, Cyber Security und intelligente Netzlösungen für die Gesundheitsbranche, den öffentlichen Bereich (Smart City) oder die Automobilindustrie.

GROUP DEVELOPMENT

Die Entwicklung von unserem operativen Segment Group Development wird vor allem durch unsere Gesellschaften T-Mobile Netherlands und Deutsche Funkturm (DFMG) geprägt.

  • Der hohe Preis- und Wettbewerbsdruck im niederländischen Mobilfunk-Markt wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Ein wesentlicher Trend, der hierzu beiträgt, ist die zunehmende Bündelung von Festnetz- und Mobilfunk-Produkten in konvergente Angebote (FMC). Darüber hinaus werden das ausgeprägte Discount-Segment aus Zweitmarken von Mobilfunkanbietern sowie MVNOs den Wettbewerb weiter beleben.
  • Die DFMG ist mit rund 28 000 Standorten der größte Anbieter von passiver Funkinfrastruktur für den Mobil- und Rundfunk in Deutschland. In den kommenden Jahren ist mit einer stetig steigenden Nachfrage nach Mobilfunk-Standorten zu rechnen. Gründe dafür sind zum einem, dass die Netzanbieter Abdeckungslücken schließen wollen, zum anderen werden die Mobilfunknetze weiter verdichtet, um die wachsende Nachfrage nach Mobilfunk-Datendiensten zu decken.