Gesamtaussage des Vorstands zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2017

Bonn, den 13. Februar 2018

2017 haben wir erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen. Wir konnten auch dieses Jahr unsere wichtigsten Unternehmensziele erreichen. Unser Konzernumsatz ist um 2,5 % auf 74,9 Mrd. € gestiegen. Dabei wachsen wir gegenüber dem Vorjahr in unserem Heimatmarkt Deutschland sowie im operativen Segment Europa und weiterhin stark in den USA. Treiber der Umsatzentwicklung war der starke Kundenzuwachs sowohl im Mobilfunk als auch im Breitband-Geschäft. Während wir in den USA mit unserer „Un-carrier“-Strategie weiterhin Marktanteile im Mobilfunk gewannen, beruhte der Erfolg in Deutschland und Europa insbesondere auf der erfolgreichen Vermarktung konvergenter Produkte. Um unsere Wettbewerbsfähigkeit in Europa stetig weiter zu verbessern, wollen wir auch unsere Tochtergesellschaften in Österreich und den Niederlanden hin zu konvergenten Anbietern entwickeln. Daher haben wir Ende 2017 Verträge zum Erwerb der Festnetzanbieter UPC Austria sowie Tele2 Netherlands unterzeichnet.

Unser bereinigtes EBITDA stieg um 3,8 % auf 22,2 Mrd. €. Unser Free Cashflow (vor Ausschüttung und Investitionen in Spektrum) betrug wie prognostiziert 5,5 Mrd. €; gegenüber dem Vorjahr erzielten wir ein Wachstum von rund 11,3 %.

Im Berichtsjahr steigerten wir unser Betriebsergebnis (EBIT) auf 9,4 Mrd. € und lagen damit über unserer Erwartungshaltung. Hauptgrund dafür ist die gute operative Entwicklung, getrieben durch das Umsatzwachstum sowie eine weiter verbesserte Kosteneffizienz. Zusätzlich wirkten in diesem Geschäftsjahr einige Sondereinflüsse auf unser Betriebsergebnis, davon positiv die Wertaufholung bei Spektrum-Lizenzen von T-Mobile US und die Unternehmensverkäufe der Strato und der Scout24 AG. Gegenläufig haben wir im Vergleich zu 2016 höhere Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (einschließlich Goodwill) und Sachanlagen infolge unseres hohen Investitionsvolumens für den Auf- und Ausbau von Mobilfunknetzen und Festnetz-Infrastruktur sowie für die zukunftsweisende Umstellung auf das IP-Protokoll im Rahmen unserer integrierten Netzstrategie erfasst. Der Konzernüberschuss erhöhte sich um knapp 30 % auf 3,5 Mrd. €. Zurückzuführen ist dies auf eine verbesserte operative Entwicklung sowie die Absenkung des US-Bundessteuersatzes, die zu einem zahlungsunwirksamen latenten Steuerertrag bei T-Mobile US führte. Unseren Anteil an BT mussten wir auch in 2017 – aktien- und währungskursbedingt – wertmindern. Darüber hinaus war das Finanzergebnis durch negative Bewertungseffekte aus der Ausübung und Bewertung eingebetteter Derivate bei T-Mobile US – im Wesentlichem im Zusammenhang mit der vorzeitigen Ablösung konzernexterner Finanzverbindlichkeiten – belastet. Unser ROCE verbesserte sich im Vergleich zu 2016 im Wesentlichen aufgrund der positiven Sondereinflüsse leicht.

Unsere Netto-Finanzverbindlichkeiten stiegen von 50,0 Mrd. € auf 50,8 Mrd. €, insbesondere durch den Erwerb von Mobilfunk-Spektrum sowie gegenüber dem Vorjahr nochmals erhöhte Investitionen in den Netzausbau und die Netzmodernisierung in den USA, Deutschland und Europa.

Wie geplant halten wir an unserer Ausschüttungsstrategie fest und schlagen der Hauptversammlung – vorbehaltlich der notwendigen Gremienbeschlüsse und weiterer gesetzlicher Voraussetzungen – eine Dividende von 0,65 € je dividendenberechtigte Aktie vor. Unser Versprechen – gegeben auf unserem Kapitalmarkttag im Februar 2015 –, unsere Aktionäre am relativen Wachstum des Free Cashflows zu beteiligen, setzen wir damit abermals um.

Die Rahmenbedingungen, insbesondere auf den europäischen Telekommunikationsmärkten, bleiben herausfordernd: steigender Wettbewerbsdruck, hohe regulatorische Anforderungen – der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologien wächst jedoch. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, investieren wir weiter intensiv in die Basis unseres Erfolgs: in unsere Netzinfrastruktur. 2017 haben wir Investitionen (vor Spektrum) in Höhe von 12,1 Mrd. € getätigt; damit liegen wir deutlich über Vorjahresniveau. Unser Fokus lag im Festnetz-Bereich auf Investitionen in den Glasfaser-Ausbau, in IP-TV sowie in die weitere Umstellung auf ein IP-basiertes Netz. Im Mobilfunk haben wir in LTE investiert, die Netzabdeckung erhöht und die Kapazitäten dem steigenden Bedarf an schnellen Datenübertragungen angepasst. Einschließlich der Ausgaben für Mobilfunk-Spektrum waren es sogar 19,5 Mrd. €. Darin enthalten sind 7,2 Mrd. € für den Erwerb von wertvollen Funkfrequenzen im Rahmen der für T-Mobile US so erfolgreichen Spektrumauktion in den USA. Trotz dieses hohen Investitionsniveaus verfügten wir auch 2017 über ein solides Rating und einen jederzeit ungehinderten Zugang zum Kapitalmarkt.

Vor diesem Hintergrund bekräftigen wir unsere seit 2014 geltende strategische Grundausrichtung, führender europäischer Telekommunikationsanbieter sein zu wollen. Mit diesem Ziel vor Augen haben wir auch 2017 konsequent an modernsten Netzen, Produkten und Dienstleitungen gearbeitet, die unseren Kunden einen einfachen und komfortablen Zugang zur digitalen Welt ermöglichen. Damit schaffen wir weiterhin gute Voraussetzungen, treibende Kraft für ein modernes und wettbewerbsfähiges digitales Europa zu sein.