Aspekt 3: Sozialbelange

Im Zuge der Digitalisierung finden wir auf viele aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen neue Antworten. Weil der digitale Wandel Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hat, ist der Zugang zu modernen Informationstechnologien ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe an der Informations- und Wissensgesellschaft. Als Telekommunikationsunternehmen tragen wir Verantwortung dafür, möglichst vielen Menschen diesen Zugang zu ermöglichen und einen kompetenten Umgang mit ICT zu fördern. Dabei steht die Sicherheit der Daten unserer Kunden an erster Stelle. Richtig eingesetzt kann ICT zudem einen Beitrag leisten zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur Erreichung der SDG-Ziele.

GESELLSCHAFTLICH NÜTZLICHE ANWENDUNGEN VON ICT-PRODUKTEN

Eine der größten Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, ist der Klimawandel. Wir wollen dazu beitragen, die globale Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, und arbeiten daher systematisch an der Reduzierung unseres eigenen CO2-Fußabdrucks. Einen weitaus größeren Beitrag können wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen leisten: Laut der GeSI-Studie SMARTer2030 haben ICT-Produkte das Potenzial, im Jahr 2030 in anderen Branchen beinahe zehnmal so viel CO2-Emissionen einzusparen wie die ICT-Branche selbst verursacht. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancen-Management“. Mit unseren Produkten, Dienstleistungen und Aktivitäten können wir uns darüber hinaus an der Bewältigung vieler weiterer ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen beteiligen – dies zeigt ein Abgleich mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen. So können ICT-Lösungen u. a. dabei helfen, in der Landwirtschaft den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren und Ernteerträge zu erhöhen, Städte in puncto Nachhaltigkeit fit für die Zukunft zu machen, Stromversorgungsnetze zu stabilisieren oder den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung zu verbessern. 12 Diese Anwendungsgebiete bergen für uns Marktchancen. Für die Bewertung der in dieser nfE beschriebenen Konzepte ist es wichtig, auch den Blick auf die Chancen durch die Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung zu richten. Wir greifen dieses Thema deshalb hier auf, auch wenn es sich dabei nicht um ein vollumfängliches Konzept im Sinne des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz handelt. Die Entwicklung von neuen Produkten und Lösungen liegt in der Verantwortung der einzelnen Landesgesellschaften.

Wie groß die Nachhaltigkeitsvorteile ausgewählter Produkte sind, bewerten wir seit 2014. Diese Vorteile liegen z. B. in der Gesundheitsversorgung: In Griechenland verbindet seit 2016 ein Telemedizinnetz die Gesundheitszentren auf den Ägäischen Inseln mit dem Festland. Weil Untersuchungen per Livestream direkt in Krankenhäuser in Piräus übertragen werden können, müssen aufwendige Krankentransporte von den Inseln aufs Festland nur noch durchgeführt werden, wenn eine Behandlung im Krankenhaus tatsächlich erforderlich ist. 3 In Südafrika hilft ein smarter Wasserzähler von T-Systems South Africa, den Verbrauch der knappen Ressource Wasser zu reduzieren: Er hilft, den Konsum der privaten Haushalte zu optimieren und verdeckte Lecks in Leitungen aufzuspüren. 6 ICT kann sogar helfen, Krankheiten besser zu verstehen und ihre Behandlung zu verbessern – wie unser Handyspiel „Sea Hero Quest“, das bei der Erforschung von Demenz hilft. Insgesamt haben wir bislang 22 unserer Produktgruppen detailliert auf ihren Nachhaltigkeitsbeitrag untersucht. Mit Hilfe des ESG KPIs „Anteil Umsatz mit Nachhaltigkeitsbezug“ ermitteln wir, wie viel Umsatz (exklusive T-Mobile US) wir mit diesen Produkten erzielen, im Berichtsjahr belief sich der Anteil auf ca. 40 %. Ausführliche Informationen, auch zur Methodik unserer Analyse, finden sich im CR-Bericht.

Darüber hinaus errechnen wir ebenfalls die positiven CO2-Effekte, die auf Kundenseite durch die Nutzung unserer Produkte ermöglicht werden. Diese Zahl setzen wir in Bezug zu unseren eigenen CO2-Emissionen: Mit diesem „Enablement Factor“ messen wir unsere Gesamtleistung im Klimaschutz. Demnach lagen 2017 in Deutschland die bei unseren Kunden ermöglichten positiven CO2-Effekte um 71 % höher als unsere eigenen CO2-Emissionen (Enablement Factor von 1,71 zu 1). 13

Nachhaltige Produkte sind für uns auch ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Um unseren Kunden diese Nachhaltigkeitsvorteile zu signalisieren, wollen wir unsere Produkte mit anerkannten Umweltzeichen wie dem Blauen Engel auszeichnen lassen. So sind ein Großteil der Festnetz-Geräte der Telekom Deutschland mit dem Blauen Engel zertifiziert. Die strengen Anforderungen der Umweltzeichen liefern uns nicht nur Anhaltspunkte für weitere Verbesserungen an unseren Produkten, sondern sind uns auch ein Ansporn.

ZUGANG UND TEILHABE AN DER WISSENSGESELLSCHAFT

Überall auf der Welt ist der Zugang zu modernen Informationstechnologien Voraussetzung für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe an der Informations- und Wissensgesellschaft. Deshalb bauen wir unsere Infrastruktur zügig weiter aus und erhöhen mit neuen, sicheren Technologien die Übertragungsgeschwindigkeiten. Zugleich mindern wir mit unseren gesellschaftlichen Initiativen mögliche Hürden für die ICT-Nutzung. Die Gestaltung der Digitalen Verantwortung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Vorstand der Deutschen Telekom AG bringt sich aktiv in diese Diskussion ein.

Die Nachfrage nach schnelleren, flächendeckend verfügbaren Datendiensten wächst stetig. Jedes Jahr investieren wir allein in Deutschland rund 5 Mrd. € in den Ausbau unserer Netzinfrastruktur und sind damit in diesem Bereich seit Jahren der größte Investor. Für nähere Informationen zu unseren Investitionen verweisen wir auf die „Gesamtaussage des Vorstands zur Geschäftsentwicklung im Jahr 2017“. Richtschnur für den Ausbau sind die Ziele unserer europaweiten integrierten Netzstrategie: Mit ihr helfen wir, die Netzausbauziele der EU-Kommission sowie die Digitale Agenda und die BreitbandStrategie der Bundesregierung zu erreichen. Dabei ruht unsere Strategie auf vier Säulen: LTE, Glasfaser, VDSL-Vectoring und Hybrid; u. a. sieht sie den Ausbau unserer Mobilfunknetze mit der 4G/LTE-Technologie vor, die eine größere Netzabdeckung mit schneller mobiler Breitband-Anbindung ermöglicht. 2017 versorgten wir in Deutschland bereits 94 % der Bevölkerung mit LTE.Für den Breitband-Ausbau haben wir in Deutschland Ende 2017 ca. 46 % der Haushalte über Glasfaser mit schnellem Internet mit mindestens 50 Mbit/s versorgt. Neben der Vectoring-Technologie setzen wir andere innovative Produkte ein: So kombiniert z. B. unser Hybrid-Router Übertragungsbandbreiten von Festnetz und Mobilfunk und ermöglicht so, v. a. in ländlichen Gebieten, deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Zu unseren Ausbauzielen verweisen wir auf die Informationen im Kapitel „Konzernstrategie“   9

Grundsätzlich gilt, dass wir unsere Netzinfrastruktur und unsere Produkte so effizient, umwelt- und gesundheitsverträglich wie möglich gestalten wollen. Daher haben wir uns zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Mobilfunk und Gesundheit verpflichtet. Eine übergeordnete Rolle spielt seit 2004 unsere konzernweit gültige EMF-Policy (EMF = Elektromagnetische Felder): Sie umfasst einheitliche Mindestanforderungen für Mobilfunk und Gesundheit, die weit über die jeweiligen nationalen, gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Detailliertere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancen-Management“.   3

Damit alle Menschen gleichberechtigt an der Wissens- und Informationsgesellschaft teilhaben können, ist allerdings nicht allein der technische Zugang entscheidend – es ist außerdem wichtig, dass sie die digitalen Medien sicher, kompetent und eigenverantwortlich nutzen können. Dabei hat das Thema zunehmend nicht nur eine private Dimension – nämlich den Schutz persönlicher Daten –, sondern auch eine gesellschaftliche und politische. Falschinformationen und Hassbeiträge wirken sich auf die Meinungsbildung aus und können sogar Wahlen beeinflussen. Wir setzen uns deshalb für mehr Medienkompetenz in breiten Teilen der Gesellschaft ein. Die Steuerung des Themas auf Konzernebene liegt bei Group Corporate Responsibility. Die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung von Projekten zu Medienkompetenz liegt bei den einzelnen Landesgesellschaften. So können auch regionale Rahmenbedingungen besser berücksichtigt werden. Unsere Initiativen in Deutschland bündeln wir auf der Webseite „Medien, aber sicher!“ (www.medienabersicher.de). Mit der mehrfach ausgezeichneten Initiative „Teachtoday“ (www.teachtoday.de) fördern wir z. B. den sicheren und kompetenten Umgang von Kindern und Jugendlichen mit der digitalen Welt. Viele unserer Landesgesellschaften engagieren sich ebenfalls für mehr Medienkompetenz: So gibt es z. B. bei Telekom Romania seit 2011 Programmier-Workshops für Kinder und Jugendliche. Auch die Deutsche Telekom Stiftung setzt sich als eine der großen Unternehmensstiftungen in Deutschland dafür ein, die Bildung im Bereich digitales Lehren und Lernen zu verbessern. Weil nicht nur Kinder Begleitung auf ihrem Weg in die digitale Welt brauchen, bieten wir Informationen und Material für alle Altersklassen und Nutzergruppen an. 4

Datensicherheit ist ein weiterer Schwerpunkt unseres Engagements. In unserem Online-Ratgeber www.sicherdigital.de, der auf Deutsch angeboten wird, und im App-Magazin „We care“, das auch auf Englisch zur Verfügung steht, bieten wir praxisnahe Ratschläge zum sicheren Umgang mit digitalen Medien. Die Fähigkeit, glaubhafte Informationen von bewusster Irreführung zu unterscheiden, ist aus unserer Sicht ein entscheidender Aspekt von Medienkompetenz. Deshalb haben wir im Juli 2017 unsere Beschäftigten in Bonn erstmals zur Veranstaltung „1001 Wahrheit – Aktionstag zu Meinungsbildung und Vertrauen im Netz“ eingeladen. In Workshops, Gesprächs- und Diskussionsrunden vermittelten wir u. a. spannende Einsichten und praktische Hilfen rund um das Thema „Fake News“. Detailinformationen finden Sie in unserem CR-Bericht 2017.

Die Wirkung unseres gesellschaftlichen Engagements messen wir konzernweit mit einem Set aus drei ESG KPIs. Der ESG KPI „Community Investment“ bildet dabei unser finanziell, personell und in Sachmitteln geleistetes gesellschaftliches Engagement ab: eine Summe von 57 Mio. €.

Der ESG KPI „Beneficiaries“ gibt die Anzahl der Engagierten sowie die Zahl der erreichten Menschen an: Im Berichtsjahr waren es 19 Mio. Der ESG KPI „Medienkompetenz“ ermittelt innerhalb unseres gesellschaftlichen Engagements den Anteil der Zielgruppe, den wir mit Medienkompetenz-Maßnahmen erreichen. Mit einem Wert von 41 % liegt er leicht über dem Vorjahr von 40 %. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 einen Wert von 45 % zu erreichen. Die ESG KPI-Werte für den Konzern Deutsche Telekom in Deutschland liegen bei 32 Mio. € (Community Investment), 18 Mio. erreichte Menschen (Beneficiaries) sowie 44 % (Medienkompetenz).

Ein weiterer Baustein, um eine vielfältige Gesellschaft zu fördern, ist unser Engagement für Flüchtlinge. Nachdem wir uns 2015 mit Blick auf die großen Flüchtlingszahlen zunächst auf umfassende Ersthilfemaßnahmen konzentriert hatten, liegt unser Schwerpunkt nun auf der Integration in den Arbeitsmarkt. Nach aktuellen Erkenntnissen verfügen ca. 86 % der geflüchteten Menschen nicht über eine formale, in Deutschland anerkannte berufliche Qualifikation. Deshalb haben wir 2016 gemeinsam mit Henkel, der Deutschen Post / DHL Group und der Bundesagentur für Arbeit die Initiative „Praktikum PLUS Direkteinstieg“ ins Leben gerufen. Für einen unbürokratischen Zugang zu einem Praktikum führen wir zudem spezielle Bewerbertage durch. Mit Recruiting-Maßnahmen, Kommunikation über soziale Medien und ehrenamtlich Engagierten konnten wir die Zahl der Bewerbungen von Flüchtlingen erhöhen und das Verhältnis von Bewerbern zum Angebot von rund 2:1 auf 5:1 steigern. 2017 arbeiteten bei uns insgesamt rund 340 Flüchtlinge in unterschiedlichen Angeboten wie Praktikum, Ausbildung, „Praktikum PLUS Direkteinstieg“ oder Direkteinstieg. Ihnen haben wir einen Einstieg in die deutsche Arbeitswelt ermöglicht. 4

DATENSCHUTZ UND DATENSICHERHEIT

Im Zuge der Digitalisierung entstehen auch neue Bedrohungen, etwa Hacker-Angriffe auf sensible Daten von Privatpersonen oder Unternehmen. Doch nur dann, wenn Menschen Vertrauen in die Sicherheit ihrer persönlichen Daten haben, werden sie neue ICT-Lösungen tatsächlich nutzen – und nur dann können diese Lösungen auch ihr Potenzial für eine nachhaltigere Entwicklung entfalten. Gerade als ICT-Unternehmen ist das Vertrauen unserer Kunden immens wichtig für unseren Geschäftserfolg, deshalb sind der Schutz und die Sicherheit ihrer Daten für uns von besonders großer Bedeutung. Detaillierte Informationen hierzu enthält das Kapitel „Risiko- und Chancen-Management“. 16

Seit 2008 gibt es bei uns ein eigenes Vorstandsressort für Datenschutz, Recht und Compliance sowie den Bereich Konzerndatenschutz (Group Privacy). Der Vorstand wird seit 2009 von einem unabhängigen Datenschutzbeirat beraten, der mit namhaften Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und unabhängigen Organisationen besetzt ist. Außerdem haben wir unser datenschutzbezogenes Compliance Management-System im September 2014 als erstes DAX-Unternehmen nach dem IDW PS 980 Standard prüfen und zertifizieren lassen. Es beschreibt die Maßnahmen, Prozesse und Audits, mit denen wir die Einhaltung von Gesetzen, Regelungen und Selbstverpflichtungen zum Datenschutz im Konzern sicherstellen.

Datenschutz und Datensicherheit unterliegen den Konzernrichtlinien Datenschutz („Binding Corporate Rules Privacy“) und Sicherheit: Erstere regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, in einem ergänzenden Dokument, „Binding Interpretations“, sind konkrete Empfehlungen und Best Practice-Beispiele zur Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung festgehalten; sie kommt im Mai 2018 zur Anwendung. Die zweite Konzernrichtlinie enthält die wesentlichen sicherheitsrelevanten Grundsätze des Konzerns, die sich an der internationalen Norm ISO 27001 orientieren. So gewährleisten wir ein adäquat hohes und konsistentes Sicherheits- und Datenschutzniveau innerhalb unseres gesamten Konzerns.

Seit 2014 geben wir einen jährlichen Transparenzbericht für Deutschland heraus, in dem wir Art und Umfang unserer Auskünfte an Sicherheitsbehörden offenlegen und unserer gesetzlichen Verpflichtung als Telekommunikationsunternehmen nachkommen. Einen solchen Transparenzbericht veröffentlichen seit 2016 auch unsere Landesgesellschaften.

Um für noch mehr Datenschutz und Datensicherheit in unserem Konzern zu sorgen, werden unsere Unternehmensbereiche regelmäßig durch externe und interne Fachleute auditiert und zertifiziert. Hierzu zählen regelmäßige konzernweite interne Security Checks genauso wie die Überprüfung der einzelnen Konzerneinheiten im Rahmen des sog. „Security Maturity Reporting“. Er hilft uns, den Reifegrad des Sicherheits-Status-quo in unserem Konzern auf Basis einer Selbstbewertung zu evaluieren.

In zwei Umfragen – Konzerndatenschutz-Audit (KDSA) und Online Awareness-Umfrage (OAU) – messen wir jährlich stichprobenartig, wie es um das Datenschutz- und Sicherheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter steht. Im KDSA befragen wir 50 000 Telekom-Beschäftigte zu den Themen Datenschutz und Datensicherheit. Auf Basis der Ergebnisse wird u. a. die „Datenschutz-Award-Kennzahl“ berechnet, die das Datenschutzniveau in den Einheiten auf einer Skala von 0 bis 100 % misst. Sie wird aus den Antworten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrem Denken, Handeln und Wissen in Bezug auf Datenschutz berechnet. Die Datenschutz-Award-Kennzahl liegt 2017 bei 75 % (exklusive T-Mobile US, Vorjahr 70 %). Die Online Awareness-Umfrage, die wir seit 2005 durchführen, befragt rund 40 000 Beschäftigte und liefert Kennzahlen zum Sicherheitsbewusstsein. Mit wissenschaftlicher Begleitung berechnen wir auf Basis der Ergebnisse den Security Awareness-Index (S.A.I.). Er erreichte 2017 78,4 (exklusive T-Mobile US, Vorjahr 78,2) von maximal 100 Punkten und liegt damit höher als bei allen anderen Unternehmen im Benchmark. Für die Deutsche Telekom in Deutschland liegt der aktuelle Wert des S.A.I. bei 79,8. Darüber hinaus lassen wir unsere Prozesse, Management-Systeme sowie Produkte und Dienste durch externe unabhängige Stellen wie den TÜV, die DEKRA oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zertifizieren. Dass die IT-Systeme der Telekom Deutschland sicher sind, wurde 2017 erneut vom TÜV Nord bestätigt.

Telekommunikationsunternehmen müssen ihre Mitarbeiter zu Beginn des Arbeitsverhältnisses in puncto Datenschutzrecht schulen. Über diese gesetzliche Anforderung gehen wir hinaus: Wir schulen unsere Mitarbeiter in Deutschland alle zwei Jahre und verpflichten sie auf das Daten- und Fernmeldegeheimnis. Für unsere internationalen Gesellschaften haben wir ebenfalls entsprechende Vorgaben implementiert. Wo ein höheres Risiko für Datenmissbrauch besteht – im Kunden- wie im Personalbereich – führen wir zudem Schulungen durch: Online-Trainings zum Selbststudium, Datenschutzvorträge sowie Präsenzveranstaltungen zu speziellen Themen wie „Datenschutz in Callcentern“. So soll sichergestellt werden, dass alle Beschäftigten die Datenschutzbestimmungen verinnerlichen.

Zum 1. Januar 2017 haben wir „Telekom Security“ gegründet. Die Geschäftseinheit bearbeitet Themen der internen Sicherheit und entwickelt Sicherheitslösungen für Privat- und Geschäftskunden. So sind wir in der Lage, unseren Kunden Security-Lösungen über die gesamte Wertschöpfung anzubieten: von der Produktentwicklung über sichere und leistungsfähige Netze, Hochsicherheits-Rechenzentren bis zu Anwendungen und individueller Beratung. Im Oktober 2017 haben wir zudem unser neues „Cyber Defense und Security Operation Center“ eröffnet: Das Abwehrzentrum ist eines der größten und modernsten in Europa. Rund 200 Experten überwachen dort rund um die Uhr unsere Systeme und die unserer Kunden.

Wir reagieren auf neu entstehende Bedrohungen und entwickeln fortwährend zur Abwehr von Angriffen innovative Verfahren. Seit 2016 bieten wir z. B. mit dem „Drohnenschutzschild“ für Geschäftskunden mit kritischen Infrastrukturen wie Rechenzentren, Stadien oder Behörden eine Lösung zum Schutz vor der wachsenden Gefahr durch private Drohnen. Auf diese Problematik haben wir gemeinsam mit der Deutschen Flugsicherung auf dem „Drone Detection Day“ 2017 im hessischen Langen aufmerksam gemacht. Im Juni 2017 haben wir außerdem bereits zum zweiten Mal Partner und Kunden eingeladen, auf dem Telekom-Security-Fachkongress in München neue sicherheitsrelevante Trends und Lösungen kennenzulernen. Informationen zum Thema Sicherheit erhalten unsere Privat- und Geschäftskunden seit 2017 zudem auf unserem neuen Webportal (https://security.telekom.com/).

Weltweit arbeiten wir mit Forschungseinrichtungen, Industriepartnern, Initiativen, Standardisierungsgremien, öffentlichen Institutionen und anderen Internet-Dienstleistern zusammen – mit dem Ziel, gemeinsam der Cyber-Kriminalität entgegenzutreten und die Sicherheit im Internet zu erhöhen. So kooperieren wir bundesweit z. B. mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik und auf EU-Ebene mit der Europäischen Agentur für Netzwerk- und Informationssicherheit. 17

Bereits bei der Entwicklung unserer Produkte und Dienste spielen Datenschutz- und Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Unsere Systeme überprüfen wir bei jedem Entwicklungsschritt auf ihre Sicherheit: Dabei nutzen wir das „Privacy and Security Assessment“-Verfahren für neu entwickelte und für bestehende Systeme, die technisch oder in der Art der Datenverarbeitung angepasst werden. Außerdem dokumentieren wir in einem standardisierten Verfahren den Datenschutz- und Datensicherheitsstatus unserer Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus.

Auch Jugendschutzkriterien fließen in die Entwicklung unserer Dienste und Produkte ein. In Deutschland konsultieren wir bei jugendschutzrelevanten Angeboten unsere Jugendschutzbeauftragte, die Beschränkungen oder Änderungen vorschlagen kann. 2014 haben wir zudem in jeder europäischen Landesgesellschaft für jugendschutzrelevante Themen einen Child Safety Officer (CSO) ernannt: Der CSO ist zentraler Ansprechpartner für die jeweiligen gesellschaftlichen Akteure und nimmt intern eine Schlüsselrolle bei der Koordinierung jugendschutzrelevanter Themen ein. Da der Jugendmedienschutz eine branchenübergreifende Herausforderung ist, kooperieren wir mit verschiedenen Jugendschutzorganisationen und beteiligen uns an Allianzen, wie der „CEO Alliance to better protect minors online“, die sich zum Ziel gesetzt hat, das Internet zu einem sichereren Ort für Kinder und Jugendliche zu machen. 17