Aspekt 1: Umweltbelange

„Wir übernehmen Verantwortung für eine klimafreundliche Gesellschaft“ – so lautet ein Handlungsfeld unserer CR-Strategie. Damit verpflichten wir uns nicht nur, mögliche negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf das Klima zu minimieren, sondern wir wollen darüber hinaus auch die Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung nutzen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in diesem Kapitel unter der Überschrift „Gesellschaftlich nützliche Anwendungen von ICT-Produkten“. Bei anderen Themen unseres ganzheitlichen Umwelt-Managements, wie z. B. Wasser oder Abfall, die auf dem internationalen Standard ISO 14001 basieren, sind die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit vergleichsweise gering. Daher sind sie nicht Bestandteil dieser nfE, sondern Thema in unserem CR-Bericht.

DER KLIMAWANDEL UND SEINE AUSWIRKUNGEN

Die Nachfrage nach schnelleren, flächendeckend verfügbaren Datendiensten steigt rasant. Deshalb bauen wir unsere Infrastruktur weiter aus und erhöhen die Geschwindigkeit der Datenübertragung. Mit unseren Investitionen in den Netzausbau gehören wir zu den größten Investoren der Branche. Der Betrieb unseres Netzes verbraucht Energie. Steigende Energieverbräuche sind nicht nur mit höheren Kosten verbunden, sondern können auch zu einem Anstieg der CO2-Emissionen führen und so den Klimawandel wie auch seine Folgen beschleunigen. Deshalb müssen wir dafür Sorge tragen, dass unser Energieverbrauch in geringerem Maße wächst als die transportierten Datenmengen – und zugleich die Nutzung erneuerbarer Energien vorantreiben, um den Energieverbrauch von CO2-Emissionen zu entkoppeln. Wir sind auch gefordert, die Möglichkeiten der Digitalisierung auszuschöpfen: auch sie kann einen Beitrag dazu leisten, Energie zu sparen und damit den Klimawandel zu bremsen. Weitere Informationen zu den Chancen und Risiken im Bereich Klimaschutz finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancen-Management“.

Unsere integrierte Klimastrategie beinhaltet vier Aspekte des Klimaschutzes: „CO2-Emissionen“, „Erneuerbare Energien“, „Energieeffizienz“ und „Nachhaltige Produkte“. Die konzernweite Klimastrategie wird als Querschnittsthema auf Ebene der Landesgesellschaften dezentral umgesetzt. Bereits 2013 hat unser Vorstand ein Klimaziel beschlossen: Wir wollen den Ausstoß von CO2-Emissionen unseres Konzerns bis zum Jahr 2020 (gegenüber 2008, ohne T-Mobile US) um 20 % reduzieren. Dazu haben sich 40 Geschäftseinheiten in 29 Ländern verpflichtet. Zur Zielerreichung tragen die Landesgesellschaften in unterschiedlichem Maße und Umfang bei, schließlich entwickeln sich die Märkte vor Ort unterschiedlich. In einem Bericht informiert Group Corporate Responsibility den Vorstand jedes Jahr über den Status quo. Wir konnten den Ausstoß der Emissionen (ohne T-Mobile US) in den vergangenen Jahren bereits leicht reduzieren. An unserem ehrgeizigen Klimaziel halten wir trotz der Herausforderungen durch den rasant wachsenden Datenverkehr und dem damit verbundenen fortlaufenden Netzausbau fest und untersuchen mögliche zusätzlich notwendige Maßnahmen zur Zielerreichung, z. B. die Stärkung des Anteils erneuerbarer Energien.

Um unser Klimaziel zu erreichen, konzentrieren wir uns auf Bereiche mit besonders hohem Energieverbrauch, v. a. auf unsere Netze und Rechenzentren. So stellen wir z. B. unsere Netzinfrastruktur auf IP-Technologie um; sie ist nicht nur leistungsstärker, sondern verbraucht auch weniger Strom als bestehende Technologien. Ende 2017 hatten wir in Deutschland 69% unserer Anschlüsse – ca. 17,3 Mio. ‒ auf IP umgestellt. Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Geschäftsentwicklung der operativen Segmente“. Wir bündeln den Datenverkehr in wenigen, besonders effizienten Rechenzentren. Indikator für die Effizienzsteigerung ist der sog. „PUE-Wert“. Wir berechnen diesen Wert nach der Methode der „Green Grid Association“. Diese verlangt, dass sämtliche Energieverbräuche der Rechenzentren, und nicht nur die zum Betrieb der Server, in die Berechnung einfließen. Zwischen 2008 und 2017 haben wir den durchschnittlichen PUE-Wert deutscher Rechenzentren von T-Systems von 1,85 auf 1,54 gesenkt. In Biere in Sachsen-Anhalt betreiben wir ein sehr effizientes Rechenzentrum. Es hat auch die anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierung LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) in Gold erhalten. Durch die Verlagerung der Daten von bestehenden Rechenzentren nach Biere konnten wir bis Ende 2017 bereits einen PUE-Wert von 1,43 erreichen. Im Laufe des Jahres 2018 werden weitere Server nach Biere migriert, die weiter steigende Auslastung kann den PUE weiter verbessern.

Um CO2 zu reduzieren, erhöhen wir den Anteil erneuerbarer Energien, sowohl durch Direktbezug als auch durch den Erwerb von Zertifikaten für Strom aus erneuerbaren Energien. Dazu kommt, dass wir, wo möglich und sinnvoll, in eigene Anlagen investieren ‒
z. B. in den Bau von Blockheizkraftwerken oder die Installation von Photovoltaikanlagen. Auch das Management unserer Fahrzeugflotte in Deutschland richten wir klimaschonend aus und erproben alternative Antriebskonzepte.

Die Wirksamkeit unserer Klimaschutzmaßnahmen messen wir mit verschiedenen Kennzahlen. Seit 2016 erfassen wir zwei neue KPIs: „Energy Intensity“ und „Carbon Intensity“. Sie lösen die KPIs „Energieverbrauch“ und „CO2-Emissionen“ ab. Die beiden neuen ESG KPIs setzen unseren Energieverbrauch bzw. unsere CO2-Emissionen ins Verhältnis zum transportierten Datenvolumen und beschreiben damit die konkrete Entwicklung der Energie- und Emissionseffizienz unseres Netzes. Die KPI-Werte für die Deutsche Telekom in Deutschland sind in den nachfolgenden Grafiken für das Jahr 2016 dargestellt. Das Ergebnis liegt bei 146 für den KPI „Energy Intensity“ sowie bei 61 für den KPI „Carbon Intensity“. Im Verlauf des Jahres 2017 haben wir die Abdeckung dieser KPIs auf den Konzern ausgeweitet und konnten bereits unterjährig eine positive Entwicklung beobachten. Die Werte der KPIs für das Berichtsjahr 2017 werden wir im CR-Bericht veröffentlichen. Der KPI „Erneuerbare Energien“ weist den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch aus; er lag 2016 konzernweit bei 33 %. Bei der Berechnung werden Direktbezug erneuerbarer Energien, Guarantees of Origin, RECS Zertifikate, Eigenerzeugung sowie auch der Anteil erneuerbarer Energien am Landesmix mit einbezogen. Auch für diesen KPI veröffentlichen wir im April 2018 in unserem CR-Bericht den Wert für 2017. Mit dem ESG KPI „Enablement Factor“ berechnen wir die positiven CO2-Effekte, die auf Kundenseite durch die Nutzung unserer Produkte entstehen.Weitere Informationen hierzu finden Sie in diesem Kapitel unter der Überschrift „Gesellschaftlich nützliche Anwendungen von ICT-Produkten“.

Grafik: ESG KPI „Energieverbrauch“
Grafik: ESG KPI „Carbon Intensity“

Unsere CO2-Emissionen berechnen wir auf Basis des international anerkannten GHG-Protokolls. So können wir auf Unternehmens- und Produktebene Maßnahmen ergreifen, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Der Standard unterscheidet drei Kategorien von CO2-Emissionen (Scope 1, 2 und 3). Im Rahmen des CDP berichten wir jedes Jahr im Juni konzernweit unsere Scope 1- und Scope 2-Emissionen sowie Scope 3-Emissionen aus unserer Geschäftstätigkeit in Deutschland und aus fast allen europäischen Tochtergesellschaften.

Die folgende Grafik visualisiert die Emissionen der unterschiedlichen Scopes aus unserer Geschäftstätigkeit in Deutschland, dargestellt in CO2-Äquivalenten (CO2e).

Grafik: ESG KPI „CO2-Emissionen“

Wir sind uns bewusst, dass es – um den Klimawandel wirksam einzudämmen – eine starke Initiative und die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure braucht. Deshalb engagieren wir uns in vielen nationalen wie internationalen Zusammenschlüssen und Organisationen; zu nennen ist hier v. a. GeSI: Als Unternehmensverband folgt sie der Vision, die Gesellschaft mithilfe von ICT-Lösungen klimaschonender und nachhaltiger zu gestalten. Außerdem wollen wir den gesellschaftlichen Dialog zu den Chancen, die die Digitalisierung für den Klimaschutz bietet, fördern: Unter dem Motto „The Impact of ICT on climate change – curse or blessing“ haben wir im November 2017 anlässlich der 23ten Weltklimakonferenz in Bonn zahlreiche Stakeholder zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Auch in unserer Lieferkette arbeiten wir systematisch und mit Erfolg an Verbesserungen im Klimaschutz. Seit 2016 wird im „Supplier Engagement“-Rating des CDP bewertet, wie gut es Unternehmen gelingt, das Thema Klimaschutz in ihre Lieferkette zu integrieren. An dem Rating teilgenommen haben mehr als 3 300 Unternehmen; 2016 gelang es lediglich 29 Unternehmen, sich für das „Supplier Engagement Leader Board“ zu qualifizieren, eines davon war die Deutsche Telekom. 17