Veröffentlichte, aber noch nicht anzuwendende Standards, Interpretationen und Änderungen

 
Verlautbarung Titel Anwendungs-pflicht der Deutschen Telekom ab Änderungen Voraussichtliche Auswirkungen auf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. Cashflows der Deutschen Telekom
In EU-Recht übernommene IFRS      
Amendments to IFRS 4 Applying IFRS 9 Financial Instruments with IFRS 4 Insurance Contracts 01.01.2018 Unternehmen, die unter den Anwendungsbereich von IFRS 4 fallen und für die das Versicherungsgeschäft die vorherrschende Aktivität ist, dürfen übergangsweise auf die Anwendung des IFRS 9 bis zum Inkrafttreten des neuen Standards für Versicherungsverträge verzichten und unterliegen insoweit den Regelungen des IAS 39. Andere Unternehmen, die unter den Anwendungsbereich des IFRS 4 fallen, dürfen bei bestimmten finanziellen Vermögenswerten Unterschiede der nach IFRS 9 zu erfassenden Wertschwankungen und wie diese nach IAS 39 zu erfassen wären im sonstigen Gesamtergebnis anstatt in der GuV erfassen. Keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRS 9 Financial Instruments 01.01.2018 IFRS 9 führt neue Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Finanzinstrumente ein und ersetzt IAS 39. Die Details der Auswirkungen aus IFRS 9 werden im Anschluss an diese Tabelle erläutert.
IFRS 15 Revenue from Contracts with Customers 01.01.2018 Der Standard sieht ein einheitliches prinzipienbasiertes fünfstufiges Modell für die Erlösermittlung und -erfassung vor, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Er ersetzt insbesondere IAS 18 „Revenue“ und IAS 11 „Construction Contracts“. Bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 hat ein Unternehmen den Standard vollständig für die laufende Berichtsperiode anzuwenden. Im Hinblick auf frühere Berichtsperioden werden in den Übergangsvorschriften zwei Optionen gewährt: die vollständige Anwendung von IFRS 15 auf frühere Berichtsperioden (mit be- stimmten begrenzten praktischen Vereinfachungen) oder die Beibehaltung der früheren Beträge, die nach den zuvor gelten- den Standards berichtet wurden, und Erfassung der kumulierten Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 15 auf alle Verträge, die zu Beginn der Berichtsperiode noch nicht erfüllt waren, als Anpassung des Anfangssaldos des Eigenkapitals zum Zeitpunkt der Erstanwendung (Beginn der laufenden Berichtsperiode). Der Standard hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutschen Telekom. Die Details der Auswirkungen werden im Anschluss an diese Tabelle erläutert.
Amendments to IFRS 15 Effective Date of IFRS 15 01.01.2018 Verpflichtende Anwendung von IFRS 15 für ab dem 1. Januar 2018 beginnende jährliche Berichtsperioden. Die Details der Auswirkungen aus IFRS 15 werden im Anschluss an diese Tabelle erläutert.
Amendments to IFRS 15 Clarifications to IFRS 15 01.01.2018 Klarstellungen adressieren folgende Themen zum IFRS 15: Identifizierung von Leistungsverpflichtungen (wann ein zugesagtes Gut oder eine zugesagte Dienstleistung gegenüber anderen Zusagen im Vertragskontext einzeln abgrenzbar sind); Abgrenzung der Prinzipal-Agenten-Verhältnisse, Anwendungsleitlinien zum Konzept des Kontrollübergangs bei der Erbringung von Dienstleistungen durch Dritte; Klarstellung der Bedingungen für eine zeitraumbezogene Realisierung der Erlöse aus der Lizenzierung des geistigen Eigentums. Darüber hinaus wurden weitere Erleichterungen für den Übergang auf IFRS 15 eingefügt. Die Details der Auswirkungen aus IFRS 15 werden im Anschluss an diese Tabelle erläutert.
Annual Improvements Project Annual Improvements to IFRSs 2014–2016 Cycle 01.01.2018 (nur IFRS 1 und IAS 28) Klarstellungen zahlreicher bereits veröffentlichter Standards. Keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRS 16 Leases 01.01.2019 Kernanforderung des IFRS 16 ist es, beim Leasing-Nehmer generell alle Leasing-Verhältnisse und die damit verbundenen vertraglichen Rechte und Verpflichtungen in der Bilanz anzusetzen. Die bisher unter IAS 17 erforderliche Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating Leasing-Verträgen entfällt damit künftig für den Leasing-Nehmer. Für alle Leasing-Verhältnisse passiviert der Leasing-Nehmer in seiner Bilanz eine Leasing-Verbindlichkeit für die Verpflichtung, künftig Leasing-Zahlungen vorzunehmen. Zugleich aktiviert der Leasing-Nehmer ein Nutzungsrecht am zugrunde liegenden Vermögenswert, welches dem Barwert der künftigen Leasing-Zahlungen zuzüglich anfänglicher direkter Kosten, Vorauszahlungen und Rückbaukosten sowie abzüglich erhaltener Anreizzahlungen entspricht. Während der Laufzeit des Leasing-Verhältnisses wird die Leasing-Verbindlichkeit ähnlich den Regelungen nach IAS 17 für Finanzierungs-Leasing-Verhältnisse finanzmathematisch fortgeschrieben, während das Nutzungsrecht planmäßig amortisiert wird, was im Vergleich zum derzeitigen Leasing-Aufwand grundsätzlich zu höheren Aufwendungen zu Beginn der Laufzeit eines Leasing-Verhältnisses führt. Beim Leasing-Geber sind die Regelungen des neuen Standards da- gegen ähnlich den bisherigen Vorschriften des IAS 17. IFRS 16 enthält darüber hinaus eine Reihe von weiteren Neuregelungen zur Definition eines Leasing-Verhältnisses, zum Ausweis und zu den Anhangangaben sowie zu Sale-and-Leaseback-Transaktionen. Der Standard hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutschen Telekom. Die Details der Auswirkungen werden im Anschluss an diese Tabelle erläutert.
Noch nicht durch die EU verabschiedete Standards a      
Amendments to IFRS 10 and IAS 28 Sale or Contribution of Assets between an Investor and its Associate or Joint Venture Auf unbestimmte Zeit verschoben Die Änderungen betreffen Transaktionen zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen bzw. Joint Venture und sehen eine vollständige Erfolgserfassung beim Verlust der Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb vor, unabhängig davon, ob der Geschäftsbetrieb zu einem Tochterunternehmen gehört oder nicht, sowie eine anteilige Erfolgserfassung beim Verkauf bzw. bei der Einbringung von Vermögenswerten, die keinen Geschäftsbetrieb darstellen. Da das Datum des Inkrafttretens auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, sind die Änderungen von IFRS 10 und IAS 28 derzeit nicht relevant.
IFRS 14 Regulatory Deferral Accounts n. a. Der Standard gilt nur für IFRS-Erstanwender. Keine Relevanz für die Deutsche Telekom. Überdies hat die EU-Kommission entschieden, IFRS 14 nicht in EU-Recht zu übernehmen.
Amendments to IAS 40 Transfers of Investment Property 01.01.2018 Klarstellung zu den Übertragungen in den oder aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien. Keine wesentlichen Auswirkungen.
Amendments to IFRS 2 Classification and Measurement of Share-based Payment Transactions 01.01.2018 Klarstellung zur Klassifizierung und Bewertung von Geschäftsvorfällen mit anteilsbasierter Vergütung. Keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRIC 22 Foreign Currency Transactions and Advance Consideration 01.01.2018 In IFRIC 22 wird klargestellt, welcher Wechselkurs bei der erst- maligen Erfassung einer Fremdwährungstransaktion in der funk- tionalen Währung eines Unternehmens zu verwenden ist, wenn das Unternehmen Vorauszahlungen leistet oder erhält, bevor der zugehörige Vermögenswert, der Aufwand oder der Ertrag erfasst wird. Maßgeblich für die Ermittlung des Umrechnungskurses für den zugrunde liegenden Vermögenswert, Ertrag oder Aufwand ist der Zeitpunkt, zu dem der aus der Vorauszahlung resultierende nicht monetäre Vermögenswert bzw. die nicht monetäre Schuld erstmals erfasst wird. Keine wesentlichen Auswirkungen.
Amendments to IAS 28 Long-term Interests in Associates and Joint Ventures 01.01.2019 Klarstellung, dass ein Unternehmen die Vorschriften des IFRS 9 – die Regelungen zur Wertminderung eingeschlossen – zur Bewertung langfristiger Beteiligungen an einem assoziierten Unternehmen oder Joint Venture anzuwenden hat, die Teil der Nettoinvestition in dieses assoziierte Unternehmen oder Joint Venture sind, aber die nicht nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden. Keine wesentlichen Auswirkungen.
Amendments to IFRS 9 Prepayment Features with Negative Compensation 01.01.2019 Mit der Änderung soll unter bestimmten Voraussetzungen eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortized cost) bzw. GuV-neutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) auch für solche finanziellen Vermögenswerte ermöglicht werden, bei denen im Falle einer vorzeitigen Kündigung eine Ausgleichszahlung an die kündigende Partei fällig werden kann. Keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRIC 23 Uncertainty over Income Tax Treatments 01.01.2019 In IFRIC 23 werden die Regelungen des IAS 12 „Ertragsteuern“ in Bezug auf den Ansatz und die Bewertung von tatsächlichen Ertragsteuern, latenten Steuerschulden und latenten Steueransprüchen, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht, klargestellt. Keine wesentlichen Auswirkungen.
Annual Improvements Project Annual Improvements to IFRSs 2015–2017 Cycle 01.01.2019 Klarstellungen zahlreicher bereits veröffentlichter Standards. Keine wesentlichen Auswirkungen.
IFRS 17 Insurance Contracts 01.01.2021 IFRS 17 regelt die Bilanzierung von Versicherungsverträgen und ersetzt IFRS 4. Keine wesentlichen Auswirkungen.
         
a Für die noch nicht von der EU übernommenen Standards wird zunächst das vom IASB vorgesehene Erstanwendungsdatum als voraussichtlicher Erstanwendungszeitpunkt angenommen.

Im Mai 2014 hat der IASB IFRS 15 „Revenue from Contracts with Customers“ veröffentlicht. Die Anwendungspflicht gilt für die ab dem 1. Januar 2018 beginnenden Berichtsperioden. Der Standard sieht ein einheitliches prinzipienbasiertes fünfstufiges Modell für die Erlösermittlung und -erfassung vor, das auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Er ersetzt insbesondere IAS 18 „Revenue“ und IAS 11 „Construction Contracts“ und hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Deutschen Telekom. Insbesondere betreffen die Neuregelungen – abhängig vom konkreten Geschäftsmodell – die folgenden Sachverhalte:

  • Bei Mehrkomponentengeschäften (z. B. Mobilfunk-Vertrag plus Mobiltelefon) mit vorab gelieferten subventionierten Produkten ist ein größerer Teil der Gesamtvergütung der vorab gelieferten Komponente (Mobiltelefon) zuzurechnen, sodass künftig Umsatzerlöse früher zu erfassen sind. In der Bilanz führt dies zum Ansatz eines „vertraglichen Vermögenswerts“, d. h. einer rechtlich noch nicht entstandenen Forderung aus dem Kundenvertrag.
  • Gleichzeitig hat dies eine Erhöhung der Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Handelswaren zulasten der Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen zur Folge.
  • Der Umfang der oben beschriebenen Änderungen aus der Erstanwendung von IFRS 15 hängt wesentlich von den Geschäftsmodellen der jeweiligen Tochtergesellschaft ab. Während im operativen Segment Deutschland der Verkauf von subventionierten Endgeräten im Zusammenhang mit dem Abschluss von Service-Verträgen im Privatkundengeschäft weiterhin üblich ist, werden in den operativen Segmenten USA und zum Teil Europa Endgeräte nicht oder nur in geringem Umfang rabattiert verkauft, sondern dem Kunden stattdessen Ratenzahlungs- oder Leasing-Modelle angeboten.
  • Aufwendungen für Vertriebsprovisionen (Kundengewinnungskosten) sind künftig zu aktivieren und über die geschätzte Kundenbindungsdauer zu verteilen.
  • Zum Erstanwendungszeitpunkt erhöhen sich die Bilanzsumme sowie das Eigenkapital aufgrund der Aktivierung von vertraglichen Vermögenswerten und Kundengewinnungskosten bei noch nicht vollständig erfüllten Verträgen.
  • Abgrenzung, d. h. spätere Erfassung von Umsätzen im Falle der Einräumung von „wesentlichen Rechten“, wie z. B. der Gewährung von zusätzlichen Rabatten für den künftigen Erwerb von weiteren Produkten.
  • Vertragliche Verbindlichkeiten (die auch bisher schon als abgegrenzte Erlöse passiviert wurden) sind je Kundenvertrag mit vertraglichen Vermögenswerten zu saldieren.
  • Bei der Beurteilung, ob die Deutsche Telekom Produkte für eigene Rechnung (Prinzipal = Bruttoumsatz) oder für fremde Rechnung (Agent = Nettoumsatz) verkauft, ergeben sich keine wesentlichen Veränderungen für die derzeit bestehenden Vereinbarungen.

Die Deutsche Telekom wird das Wahlrecht zur vereinfachten Erstanwendung anwenden, d. h., die zum 1. Januar 2018 noch nicht vollständig erfüllten Verträge werden so bilanziert, als wären sie von Beginn an entsprechend IFRS 15 angesetzt worden. Der kumulierte Effekt aus der Umstellung wird erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Vergleichszahlen der Vorjahresperioden werden nicht angepasst, sondern stattdessen die Veränderungen von Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung der laufenden Periode erläutert, die aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 resultieren.

Die Auswirkungen wurden im Rahmen eines konzernübergreifenden Projekts zur Implementierung des neuen Standards untersucht. Basierend auf der aktuellen Einschätzung des Managements erwartet die Deutsche Telekom aus der Umstellung einen in den Gewinnrücklagen zum 1. Januar  2018 zu erfassenden erhöhenden kumulierten Effekt vor Berücksichtigung latenter Steuern von
2,2 bis 2,6 Mrd. €. Der Effekt resultiert im Wesentlichen aus dem erstmaligen Ansatz von

  • vertraglichen Vermögenswerten, die nach IFRS 15 zu einer früheren Erfassung von Umsätzen aus dem Verkauf von Gütern und Handelswaren geführt hätten, sowie
  • abgegrenzten Kundengewinnungskosten, die nach IFRS 15 zu einer späteren Erfassung von Vertriebsaufwendungen geführt hätten.

Die Änderung des prognostizierten Umstellungseffekts vor Steuern im Vergleich zu den Vorquartalen ist einerseits auf die abschließende Auslegung der Ermessensentscheidungen von IFRS 15 sowie andererseits auf eine aktualisierte Simulation der Auswirkungen aus der Umstellung zurückzuführen.

Hinsichtlich der künftigen Auswirkungen auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erwartet die Deutsche Telekom eine Verringerung des Anteils der Umsätze aus der Erbringung von Dienstleistungen bzw. eine Erhöhung des Anteils der Umsätze aus dem Verkauf von Gütern und Handelswaren an den Gesamtumsätzen von rund 2 Prozentpunkten. Wie zuvor dargestellt, führt
IFRS 15 darüber hinaus zu einer früheren Umsatz- und einer späteren Aufwandserfassung. Unter der Annahme eines gleichbleibenden Geschäftsverlaufs bedeutet das in einem Massenmarkt mit einer Vielzahl von Kundenverträgen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgeschlossen werden:

  • Beim Abschluss von neuen Verträgen werden höhere Umsätze aus Güterverkäufen und geringere Vertriebsaufwendungen aus der Aktivierung von vertraglichen Vermögenswerten und Kundengewinnungskosten teilweise kompensiert durch
  • geringere Dienstleistungsumsätze und höhere Vertriebsaufwendungen aus der Amortisation von aktivierten vertraglichen Vermögenswerten und Kundengewinnungskosten bei noch laufenden Verträgen.

Wesentliche Ergebniseffekte im Vergleich zur aktuellen Bilanzierung können darüber hinaus aus einer veränderten Geschäftsentwicklung wie z. B. Mengen- und Preisänderungen sowie Änderungen von Geschäftsmodellen und angebotenen Produkten resultieren.

Im Juli 2014 hat der IASB IFRS 9 „Financial Instruments“ veröffentlicht. Die Anwendungspflicht gilt für die ab dem 1. Januar 2018 beginnenden Berichtsperioden. Der Standard führt neue Ansatz- und Bewertungsvorschriften für Finanzinstrumente ein und ersetzt IAS 39.

Die Auswirkungen wurden im Rahmen eines konzernübergreifenden Projekts zur Implementierung des neuen Standards untersucht. Basierend auf der aktuellen Einschätzung des Managements ergeben sich für die Deutsche Telekom aus der erstmaligen und fortlaufenden Anwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Die Neuregelungen umfassen im Wesentlichen folgende für die Deutsche Telekom relevante Sachverhalte:

  • Die neuen Vorschriften zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten werden, in Abhängigkeit von dem jeweils zugrunde liegenden Geschäftsmodell, in einigen Fällen zu Änderungen bei Bewertung und Ausweis führen. Aus der Bewertung von Schuldinstrumenten, insbesondere von für einen möglichen Verkauf vorgesehenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Konzernergebnis („At Fair Value through Other Comprehensive Income“) werden sich im Umstellungszeitpunkt kleinere Effekte ergeben. In der fortlaufenden Anwendung können sich Effekte insbesondere aus Veränderungen der künftig für einen möglichen Verkauf vorgesehenen Forderungsvolumina ergeben. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente werden auf Ebene des Einzelinstruments unwiderruflich bei der erstmaligen Erfassung einer Bewertungskategorie zugeordnet und bei der Deutschen Telekom grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Konzernergebnis ohne erfolgswirksame Umgliederung der kumulierten Gewinne und Verluste bei Abgang (OCI-Option) bewertet.
  • Aufgrund der neuen Vorschriften zur Wertminderung werden künftig erwartete Verluste teilweise früher aufwandswirksam. Durch die Anwendung des vereinfachten Ansatzes („Simplified Approach“) auch für finanzielle Vermögenswerte, die eine signifikante Finanzierungs-komponente enthalten, sowie durch Wertminderungen auf nach IFRS 15 ab dem 1. Januar 2018 erstmalig zu erfassende vertragliche Vermögenswerte wird sich der Bestand an Wertminderungen geringfügig erhöhen. In der fortlaufenden Anwendung können sich Effekte aus einer veränderten Geschäftsentwicklung (z. B. Mengen- und Preisänderungen) sowie Änderungen von Geschäftsmodellen ergeben, soweit sich diese im Bestand an langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und vertraglichen Vermögenswerten niederschlagen.
  • Die Sicherungsbeziehungen werden künftig nach den Regeln des IFRS  9 abgebildet. Aus dem Übergang bestehender Sicherungsbeziehungen auf die neuen Regeln werden sich keine wesentlichen Effekte ergeben. Cashflow Hedges zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken werden mit Übergang auf die Regelungen des IFRS 9 aufgelöst und neu designiert, um künftig die Möglichkeit zur Erfassung der Kosten der Absicherung im Sonstigen Konzernergebnis nutzen zu können. Die übrigen Sicherungsbeziehungen werden unverändert fortgeführt.

Im Januar 2016 hat der IASB IFRS 16 „Leases“ veröffentlicht. Dieser ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die ab dem
1. Januar 2019 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist erlaubt. Die Deutsche Telekom hat diese Möglichkeit jedoch nicht in Anspruch genommen. Ab dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung des neuen Leasing-Standards wird sich der Konzernabschluss der Deutschen Telekom in wesentlichen Teilen ändern, insbesondere die Ertragslage, der operative Cashflow, die Bilanzsumme sowie die Darstellung der Vermögens- und Finanzlage.

Die Deutsche Telekom wird den neuen Leasing-Standard nicht vollständig retrospektiv anwenden, sondern die entsprechende Erleichterungsvorschrift auf Leasing-Nehmerseite nutzen („modifizierte retrospektive Methode“). Zahlungsverpflichtungen aus bisherigen Operating Leasing-Verhältnissen (Angabe 33 „Leasing-Verhältnisse“) werden mit Übergang auf die neue Regelung mit dem entsprechenden Grenzfremdkapitalzinssatz abgezinst. Der hieraus resultierende Barwert wird als Leasing-Verbindlichkeit passiviert. Die Nutzungsrechte werden in Höhe der Leasing-Verbindlichkeit angesetzt, gemindert um den Betrag der vorausgezahlten bzw. passivisch abgegrenzten Leasing-Zahlungen.

Hinsichtlich der nach IFRS 16 bestehenden Wahlrechte und Erleichterungsvorschriften wählt die Deutsche Telekom die folgende Vorgehensweise:

  • Nutzungsrechte und Leasing-Verbindlichkeiten werden gesondert in der Bilanz ausgewiesen.
  • Die Ansatz-, Bewertungs- und Ausweisvorschriften des IFRS 16 werden vollumfänglich auch auf kurzfristige Leasing-Verhältnisse und Leasing-Verhältnisse, bei denen der angemietete Vermögenswert von geringem Wert ist, angewendet.
  • In Verträgen, die neben Leasing-Komponenten auch Nicht-LeasingKomponenten enthalten, wird keine Trennung vorgenommen. Jede Leasing-Komponente wird zusammen mit den dazugehörigen übrigen Leistungskomponenten als ein Leasing-Verhältnis abgebildet.
  • Der IFRS 16 wird auf die Mehrzahl der Leasing-Verhältnisse über immaterielle Vermögenswerte nicht angewendet.

Die Deutsche Telekom erwartet die nachfolgenden wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 16, abhängig davon, ob die Deutsche Telekom Kunde oder Lieferant der Vereinbarung ist, bzw. wie die jeweiligen Vertragsfakten in den unterschiedlichen Geschäftsmodellen in unseren operativen Segmenten ausgestaltet sind:

  • Der Großteil der Leasing-Zahlungen entfällt auf die Anmietung von Mobilfunk-Standorten (Grund und Boden, Plätze an Mobilfunk-Masten bzw. Dachflächen), Netzwerkinfrastruktur sowie auf Gebäudeanmietung für administrative oder technische Zwecke.
  • Zahlungsverpflichtungen für Operating Leasing-Verhältnisse, die unter der Altregelung im Konzern-Anhang anzugeben sind, werden künftig als Nutzungsrechte und Leasing-Verbindlichkeiten erfasst.
  • Die Deutsche Telekom erwartet eine signifikante Erhöhung der Bilanzsumme zum Erstanwendungszeitpunkt, die auf die Aktivierung der Nutzungsrechte und die Passivierung der Leasing-Verbindlichkeiten zurückzuführen ist. Die Erhöhung der Leasing-Verbindlichkeiten hat eine entsprechende Zunahme der Netto-Finanzverbindlichkeiten zur Folge. Aufgrund wesentlicher bestehender Salden von Verbindlichkeiten aus Straight line lease nach IAS 17, welche nach IFRS 16 von den Nutzungsrechten abzuziehen sind, werden die nach IFRS 16 aktivierten Nutzungsrechte im Vergleich zu den IFRS 16 Leasing-Verbindlichkeiten um den Wert der Verbindlichkeiten aus Straight line lease geringer sein (Angabe 14 „Übrige Schulden“).
  • In der Gewinn- und Verlustrechnung werden künftig Abschreibungen und der Zinsaufwand anstelle von Leasing-Aufwand erfasst. Das führt zu einer wesentlichen Verbesserung des EBITDA.
  • In der Kapitalflussrechnung reduziert der Tilgungsanteil der LeasingZahlungen aus bisherigen Operating Leasing-Verhältnissen künftig den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und nicht mehr den Cashflow aus Geschäftstätigkeit. Lediglich die Zinszahlungen verbleiben weiterhin im Cashflow aus Geschäftstätigkeit. In Summe steigt dieser an.
  • Für die Deutsche Telekom als Leasing-Geber wird sich die Anzahl der identifizierten Leasing-Verhältnisse ändern. Das betrifft zwar nicht die Verträge zur Überlassung von Routern oder ähnlichen Hardwaregeräten an Kunden im Rahmen von Daten- bzw. Netzwerklösungen sowie Verträge über Endgeräte und Smarthome-Netzwerklösungen an Kunden. Diese werden erwartungsgemäß auch weiterhin als Leasing-Verhältnis definiert. Vielmehr ist eine Reduzierung bei Verträgen zur Überlassung von Modems/Routern der aktuellen Gerätegeneration an Privatkunden im Bereich Festnetz-Massenmarkt zu erwarten. Die Deutsche Telekom analysiert zur Zeit noch, inwieweit Verträge über Leistungen in Rechenzentren sowie in Verbindung mit Wholesale-Festnetzkunden LeasingKomponenten einschließen.

Gesamtauswirkungen des IFRS 16 werden im Rahmen eines konzernübergreifenden Projekts zur Implementierung des IFRS 16 untersucht, eine verlässliche Schätzung der quantitativen Effekte ist aufgrund der vielfältigen und komplexen Geschäftsmodelle sowie Volumina der relevanten Transaktionen zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Bezüglich der hier enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen, welche die gegenwärtigen Ansichten des Managements der Deutschen Telekom hinsichtlich zukünftiger Ereignisse widerspiegeln, wird auf den „Haftungsausschluss“ am Ende dieses Berichts verwiesen.