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Telemedizin

"Für uns bedeutet medizinischer Fortschritt auch, neue Kommunikationstechnologien in den Klinikalltag zu integrieren."

Dr. Wolfram von Pannwitz.

Erstaunte Blicke der Patienten bei der Visite in der Berliner Charité. Hat der behandelnde Arzt nicht das Entscheidende vergessen? Statt der mit Befunden, Röntgenbildern und Verwaltungsdokumenten gefüllten Patientenakte trägt er nur einen Tablet-PC bei sich. Schnell wird klar: Mehr braucht er auch nicht. Denn auf dem kleinen Gerät befinden sich alle notwendigen Informationen. Mit wenigen Fingerstrichen verschafft sich der Arzt direkten Zugriff auf alle Patientendaten – eine enorme Ersparnis an Zeit und Aufwand. "Die ‚digitale Visite im Krankenhaus' ist Teil des Charité Konzepts ‚Der digitale Arztarbeitsplatz der Zukunft'", erklärt Dr. Wolfram von Pannwitz, Leiter der Unternehmensentwicklung der Charité. Seine Abteilung ist zuständig für Industriekooperationen und damit auch für die neu etablierte Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. "Gemeinsam wollen wir neue Kommunikations- und Informationstechnologien in der Praxis testen, denn sicher ist: Die vernetzte Kommunikation erhält zunehmend Einzug in das Gesundheitswesen."

Im Rahmen des Projekts wird zudem das sog. "Digital Second Opinion System" ("digitale zweite Meinung") weiterentwickelt. "Es soll dazu dienen, eine medizinische Einschätzung unserer Spezialisten einholen zu können – auch wenn der Patient nicht vor Ort ist", sagt Dr. von Pannwitz. Über eine Video-Konferenzschaltung tauschen sich der Experte der Charité auf der einen und der Patient mit seinem behandelnden Arzt auf der anderen Seite live aus. Bei Bedarf sind Befunde oder Untersuchungsergebnisse direkt auf dem Monitor abrufbar. "Das Spezialwissen unserer Fachärzte steht so künftig einem weitaus größeren Patientenkreis zur Verfügung." Technisch und medizinisch bereits weit fortgeschritten ist der dritte Teil des Projekts. Beim "Remote Patient Monitoring System", einem Fernüberwachungssystem für Gesundheitswerte, werden bestimmte Vitaldaten von Patienten digital an das angeschlossene Zentrum für Telemedizin übertragen. Ein Ärzteteam überwacht die Daten rund um die Uhr und kann bei Bedarf schnell eingreifen. Im Oktober 2011 ging in Brandenburg das bundesweit erste flächendeckende Telemedizin-Netz für die standortübergreifende Betreuung herzkranker Menschen online. "Am Beispiel Telemedizin zeigen sich sowohl die hohen Anforderungen an das Gesundheitswesen von morgen als auch das enorme Potenzial neuer Konzepte", so Dr. von Pannwitz.

Immer weniger niedergelassene Ärzte bei gleichzeitig steigender Anzahl älterer Menschen, häufig weite Entfernungen zu Fachärzten oder -kliniken – gerade in ländlichen Regionen droht sich die Versorgungslage in den kommenden Jahren erheblich zu verschlechtern, wenn nicht aktiv eingegriffen wird. "Die Telemedizin eröffnet ganz neue Möglichkeiten, zum Beispiel in der kontinuierlichen Überwachung chronisch kranker Menschen. Der Patient ist in ein sicheres Netz eingebunden und gewinnt deutlich an Lebensqualität. Denn die Messungen kann er überall durchführen – zuhause oder auch im Urlaub." Ein weiterer Faktor, der die Vernetzung von Gesundheitsleistungen zum potenziellen Wachstumsmarkt macht, sind die Kosten. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Verbreitung von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck sind Lösungen gefragt, durch die medizinische Leistungen auch auf lange Sicht für jeden finanzierbar bleiben. Hier können zukunftsweisende Konzepte wie die Telemedizin einen wichtigen Beitrag leisten. "Zusammen mit der Telekom sind wir auf einem vielversprechenden Weg", ist Dr. von Pannwitz überzeugt. "Bei allem technischen Fortschritt dürfen wir aber eines nicht vergessen: Wir entwickeln Maßnahmen, die das bestehende System sinnvoll ergänzen. Den persönlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient sollen und werden sie nie ersetzen – der bleibt weiterhin das Herzstück der Medizin."

Telekom – zentraler Partner für das Gesundheitswesen.

Das Gesundheitssystem, wie wir es heute kennen, steht vor massiven Herausforderungen.

Ein Weg zu mehr Effizienz und Sicherheit bei gleichzeitig geringeren Kosten liegt in der besseren Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen auf Basis moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Als Vorreiter auf diesem Gebiet arbeitet die Telekom mit hochklassigen Partnern an Technologien für die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Insbesondere die Großkundensparte T-Systems entwickelt IKT-Lösungen, die Verwaltungsprozesse und medizinische Abläufe digital unterstützen. Mittlerweile gehen unsere Aktivitäten im Gesundheitssektor über das Angebot von IT- und Telekommunikationslösungen hinaus. Mit innovativen Gesundheitsprodukten, die wir direkt vertreiben, erschließen wir neue Marktpotenziale. Die VitaDock-Produkte GlucoDock, ThermoDock, CardioDock und TargetScale ermöglichen Nutzern, Werte wie Blutzucker, Temperatur, Blutdruck und Gewicht via iPhone oder iPad zu erfassen, zu speichern und bei Bedarf an ihren Arzt zu versenden. Die "vernetzte Gesundheit" ist ein wichtiger Markt für die Telekom, wir haben dafür ein eigenes Geschäftsfeld eingerichtet, um die Entwicklungen hier strategisch und operativ voranzutreiben. Weitere zentrale Zukunftsthemen sehen wir in den Wachstumsfeldern "Vernetztes Automobil" und "Energie". So ermöglicht zum Beispiel eine durchgängige Internet-Verbindung im Auto mehr Komfort und Sicherheit am Steuer. Die Energiebranche unterstützen wir mit intelligenten Technologien, die – insbesondere in Anbetracht des künftig steigenden Anteils erneuerbarer Energien – zur Stabilität von Stromnetzen der Zukunft beitragen.